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Foto Miguel Á. Padriñán

Tantiemen kassieren

Tausende Zeitschriftenartikel werden täglich kopiert, Buchseiten gescannt, Zeitungsberichte geteilt. Online gestellte Beiträge werden zu Millionen auf digitalen Speichermedien festgehalten und wiedergegeben. Und an all diesen Nutzungen können Urhebende nur partizipieren, weil es Verwertungsgesellschaften gibt. Die sorgen dafür, dass auch für Nutzungsformen bezahlt wird, bei denen eine Einzelabrechnung nicht möglich oder rentabel ist. Verwertungsgesellschaften sammeln Geld ein und teilen es an die Urhebenden auf. In diesem Kapitel erfährst du, wie du dir davon deinen gerechten Teil holst.

Inhaltsverzeichnis

Weitere Verwertungsgesellschaften im Inland:

Das für die Aufsicht gesetzlich zuständige Patent-und Markenamt listet aktuell (Januar 2024) insgesamt 13 Verwertungsgesellschaften auf (Link).

Interessant für dich könnten die weiteren deutschen Verwertungsgesellschaften werden, wenn für dich z.B. Folgendes zutrifft:

  • Du komponierst oder schreibst Liedtexte in der Musikbranche > Gema, VG Musikedition
  • Du bist Urhebender von Film- und Fernsehstücken > Agicoa GWFF, VFF, VGF
  • Du betreibst einen privaten Hörfunk- oder Fernsehsender > Corint Media
  • Du bist Presseverleger > Corint Media
  • Du drehst Sexfilme > Güfa
  • Du spielst in einem Orchester > GVL
  • Du veranstaltest Konzerte > GWVR
  • Du drehst Werbespots > TWF

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1) Macht die Mitgliedschaft für mich Sinn?

Schaden wird sie jedenfalls nicht – die Mitgliedschaft ist kostenlos. Aber um sie wirklich zu nutzen, musst du in eine der drei Berufsgruppen passen:

  • Berufsgruppe 1 sind Bildende Künstler und Architekten
  • Berufsgruppe 2 sind Fotografen, Illustratoren, Designer, Grafiker, Comic-Zeichner, Karikaturisten. 
  • In der Berufsgruppe 3 sind die Film-Urheber. 

Man kann auch Mitglied in mehreren Berufsgruppen werden.

Die Ausschüttungssumme lag 2021 bei 67 Mio. Euro. Weil mit „neuen“ Zahlungsverpflichteten wie aktuell Social-Media-Plattformen idR jahrelang prozessiert werden muss und dann bei Erfolg hohe Nachzahlungen winken, waren es auch schon mal fast 200 Mio. Euro in einem Jahr. Bei rund 60 000 Mitgliedern kann man sich ausrechnen, dass durchschnittlich mehr als 1000 Euro pro Mitglied ausgeschüttet werden. Für journalistisch Tätige, die neben ihrer Textarbeit auch Fotos machen, sind allerdings eher zwischen 100 und 1000 Euro realistisch. Faustregel: Wer Honorare unter 10.000 Euro meldet, wird im dreistelligen Bereich liegen.

Wer nur privat und hobbymäßig Fotos macht und veröffentlicht, kann nicht Mitglied der VG Bild-Kunst werden. Bloggende, die das Bloggen beruflich betreiben, können Mitglied werden, müssen aber ggf. nachweisen, dass sie mit ihrem Blog Erlöse erzielen. Denn die VG Bild-Kunst setzt eine gewisse Professionalität voraus. Als Belege gelten Veröffentlichungen in Zeitschriften, Zeitungen oder Büchern. Oder eine Mitgliedschaft in Berufsverbänden wie dem DJV. 

Man wird übrigens gleich Mitglied. Eine Unterscheidung zwischen Wahrnehmungsberechtigten und Mitgliedern wie bei der VG Wort gibt es bei der VG Bild-Kunst nicht.

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Schweiz: Pro Litteris

Die Honorare sind nicht mehr so exorbitant wie einst. Aber die Schweiz ist immer noch ein interessantes Expansionsgebiet für Mehrfachverwerter und Journalistisch Tätige auf Suche nach attraktiven Auftraggebenden. Die Sprache ist schließlich weitgehend die gleiche. Und regionale Unterschiede gibt es zwischen München und Berlin oder Köln und Düsseldorf auch. 

Insgesamt gibt es in der Schweiz fünf Verwertungsgesellschaften Es: ProLitteris (Text, Bild), SUISA (Musik), SUISSIMAGE (Audiovision), SWISSPERFORM (verwandte Schutzrechte) und SSA (Bühne, Audiovision). Die Verwertungsgesellschaften arbeiten mit einheitlichen Tarifen (Gemeinsame Tarife) und in der Öffentlichkeitsarbeit als «Swisscopyright» zusammen (siehe https://www.swisscopyright.ch/startseite.html)

In der Schweiz füllt Pro Litteris sowohl die Rolle von dem, was VG Wort in Deutschland macht, als auch von VG Bild-Kunst aus. Für Bewegtbilder zuständig ist Suissimage.

Kurz gesagt gibt es für deutsche Rechteinhaber zwei Dinge zu beachten: Erstens empfiehlt Pro Litteris Ausländern, ihre Rechte bei den heimischen Verwertungsgesellschaften geltend zu machen. Zweitens gibt es aber zwei gewichtige Ausnahmen für Werkmeldungen Print und Online.

Die allgemeinen Regeln von Pro Litteris:

ProLitteris verteilt gesetzliche Vergütungen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein in drei Verteilungen (Verteilung Print, Verteilung Online, Verteilung Broadcast). Die Teilnahme an den drei Verteilungen Print, Online und Broadcast setzt als Regel voraus, dass ein Rechteinhaber (Urheberin, Verlag, Erbe eines Urhebers) einen Verwertungsvertrag mit ProLitteris hat. Die Bedingungen dafür stehen in Ziffer 3 der Statuten von ProLitteris.

Der Sonderfall der Direktmeldungen

Neben dieser Regel gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren den Sonderfall der sogenannten Direktmeldungen, und zwar in zwei Fällen: Urheberinnen und Urheber, die bei VG WORT, Literar-Mechana oder VG Bild-Kunst angeschlossen sind, können ohne Verwertungsvertrag mit ProLitteris:

a) in der Verteilung Print Texte und/oder Bilder in gedruckten Zeitungen/Zeitschriften (nicht: Bücher) deklarieren. Als Zeitschriften zählen laut Pro Litteris “Beiträge in Schweizer wissenschaftlichen und Fachzeitschriften. Alle anderen Kategorien aus dem Bereich der obligatorischen Kollektivverwertung Text, die in der Schweiz genutzt werden, werden über eine Länderquote an unsere Partnergesellschaft z.B. in Deutschland ausgezahlt. Dazu braucht es keine konkreten Meldungen von Werken.”

b) in der Verteilung Online Werkmeldungen eines Verlags mit sich als Urheberin oder Urheber verknüpfen. Die Online-Vergütung steht dabei selbständig neben der Print-Vergütung. Das heißt, ein Text, der sowohl gedruckt als auch online veröffentlicht wurde, kann zweimal gemeldet werden. Die Minimalvergütung pro Online-Meldung beträgt aktuell CHF 6.12. Sie gilt für einen Onlinetext mit 1500 Zeichen, der in einem Kalenderjahr 500 Visits aus der Schweiz generiert. Bei erfüllten Bedingungen erhält der Verlag und die Urheberin je 50 Prozent.

Bei allen Direktmeldungen wird die Vergütung von ProLitteris zunächst in den Verteilungen Print und Online berechnet, und die Vergütung fließt über die ausländische Verwertungsgesellschaft an den Rechteinhaber im Ausland.

Darüber hinaus: Ganz oder gar nicht

Außerhalb der beiden genannten Direktmeldungen gilt bei Pro Litteris die Regel, dass Rechteinhaber anderer Verwertungsgesellschaften im Ausland aus den pauschalen Vergütungen entschädigt werden, welche ProLitteris als Anteil bestimmter Verwertungsgesellschaften ins Ausland verteilt. Die Verantwortung für die Verteilung pauschaler Vergütungen von ProLitteris liegt bei den ausländischen Verwertungsgesellschaften.

Will ein Rechteinhaber, der bei einer ausländischen Verwertungsgesellschaft angeschlossen ist, über die genannten Sonderfälle (Direktmeldungen) hinaus an den Verteilungen Print, Online und Broadcast teilnehmen, so muss der Rechteinhaber die Bedingungen für einen Verwertungsvertrag gemäss den Statuten von ProLitteris, Ziffer 3, erfüllen. Der Rechteinhaber muss den Vertrag mit der ausländischen Verwertungsgesellschaft auflösen oder in jenem Vertrag die Rechte für die Schweiz und für das Fürstentum Liechtenstein ausnehmen, vorausgesetzt, die ausländische Verwertungsgesellschaft lässt diese Ausnahmen zu. 

Um komplexe rechtliche Verhältnisse zu vermeiden, empfiehlt ProLitteris-CEO Philip Kübler aber generell den Rechteinhabern, alle Rechte über eine einzige Verwertungsgesellschaft zu verwerten, und dafür in der Regel die Verwertungsgesellschaft am Sitz oder Wohnsitz zu wählen.

So funktioniert das Schweizer Online-Meldesystem:

Ähnlich wie beim deutschen METIS hat ProLitteris eine Verteilung Online mit Zählmarken aufgebaut. Seit 2018 verteilt ProLitteris Vergütungen an Rechteinhaber (Urheber, Verlage) für Verwendungen Ihrer Texte/Bilder im Internet. Verlage/Betreiber einer Website müssen dazu Zählmarken auf ihrer Webseiten integrieren und werden bei erfüllten Bedingungen (die Texte müssen mind. 1500 Zeichen haben, und die Mindestanzahl Visits aus der Schweiz pro Kalenderjahr liegt bei 500) Vergütungen beanspruchen können – für sich und für ihre Autorinnen und Übersetzer. Die gezählten Zugriffe (Visits) auf Onlinetexte sind die Basis für die Verteilung Online. 

Eine Sonderausschüttung für Urhebende bei nicht kooperierenden Verlagen gibt es in der Schweiz nicht. Um an der Verteilung Online teilzunehmen, muss der Verlag/Betreiber der Website erstens einen Verwertungsvertrag mit Pro Litteris abschließen, zweitens zu den Werken auf seiner Website nach Anleitung von ProLitteris Zählmarken einbauen und drittens Werke und Berechtigte (insb. Urheberinnen und Urheber) melden.

Der Verlag ist immer für das Implementieren der Zählmarke zuständig. Autoren (auch Direktmelder) können nur am System teilnehmen, wenn ihr “Verlag” die technischen Voraussetzungen gewährleistet und am System aktiv teilnimmt.

Audiovisuelle Werke

Für die Bereiche Drehbuch und Regie ist in der Schweiz SUISSIMAGE zuständig.

Für Sprachwerke in Videos und Audios der Sendeunternehmen gilt:

  • Bei Erstverwertungen/Lizenzgeschäft für Territorium Schweiz („Audio“) : Hier sind  keine Direktmeldungen der Rechteinhaber möglich, da die Nutzer wie SRG an ProLitteris melden. Ein Wahrnehmungsvertrag mit der VG WORT und eine Rechteübertragung (großes/kleines Senderecht) wäre die beste Lösung.
  • Zweitnutzungen wie Weitersendungen für das Territorium Schweiz („Broadcast“): Die Zweitnutzungen werden in der Verteilung Broadcast als Länderquoten an die ausländische Partnergesellschaft wie die VG WORT bezahlt.

Wie funktioniert das mit den pauschalen Vergütungen von Pro Litteris fürs Ausland?

ProLitteris berechnet für jedes Land, mit deren Verwertungsgesellschaft ein sog. Gegenseitigkeitsvertrag besteht, eine Länderquote und zahlt diese an die Partnergesellschaft, wie z.B. an die VG WORT. Die Partnergesellschaft verteilt diese Summe gemäss der eigenen Verteilregeln.

Kann man bei VG Wort die Schweiz überhaupt ausnehmen?

Das geht grundsätzlich. Die Ausnahmemöglichkeiten sind im Inkassoauftrag für das Ausland fesetgehalten: https://www.vgwort.de/fileadmin/vg-wort/pdf/Inkassoauftrag_fuer_das_Ausland/Muster_Inkassoauftrag_2022.pdf

Wo gibt es  Bedienungshilfen für Ausländer?    

Pro Litteris hat FAQs und Kontaktmöglichkeiten im Chat im ProLitteris-Portal hinterlegt: https://portal.prolitteris.ch/ und weitere Informationen im Memo Rechteinhaber https://prolitteris.ch/wp_update2020/wp-content/uploads/memo_rechteinhaber_2023.pdf .

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2) Wie funktioniert es?

Meldetermin ist stets der 30. Juni eines Jahres für die Meldungen des Vorjahres (Link). Du solltest dich aber besser im ersten Quartal mit dem Thema beschäftigen, denn Fragen werden im Juni nicht mehr beantwortet. 

Man meldet seine Veröffentlichungen auf den Formularen der VG Bild-Kunst. Es gibt sie analog und digital. Ich erläutere hier nur, wie es digital geht.

2.1. Das solltest du vorbereiten:

Meldung Buch: Hattest du im Meldejahr Bilder in Büchern?

Meldung Honorare: Welche Honorare (netto ohne Umsatzsteuer, nur Nutzungshonorare also z.B. nicht Arbeitshonorare, Spesen) hast du im Meldejahr für Fotos oder Filme bekommen?

Meldung Einzelbilder: Wie viele Fotos hattest du auf Webseiten, in Zeitungen/Zeitschriften und im TV?

Die Entscheidung: Honorare oder Einzelbilder melden? Hinweise dazu findest du weiter unten unter Punkt 3.

2.2. So meldest du Bücher:

Wenn deine Bilder in Büchern verwendet wurden, kannst du diese Bücher unter Angabe der Anzahl der dort verwendeten eigenen Bilder angeben – und zwar im Online-Formular Buch: https://bildkunst-onlinemeldung.de/, dann „Buchmeldungen Urheber“. 

Tipps zum Ausfüllen: 

  • Feld ISBN: Das ist ein Pflichtfeld. Bücher ohne ISBN kannst du auch melden. aber nur über das analoge Formular (PDF downloaden, ausdrucken, ausfüllen, per Post absenden oder einscannen und mailen)
  • Feld Buchtyp: Das ist ebenfalls ein Pflichtfeld. Wenn nichts passt, Buchtyp 3 (Belletristik und sonstige) nehmen. Wichtig: Wissenschaftliche und Sach- und Fachbücher, die du sowohl getextet als auch bebildert hast, musst du komplett bei der VG Wort melden.
  • Feld Erscheinungsjahr/Jahr der Neuauflage: Bücher bleiben fünf Jahre lang in der Ausschüttung. Dazu musst du nichts extra tun. Bücher kannst du deshalb auch noch fünf Jahre rückwirkend melden – im Juni 2024 also ab dem Erscheinungsjahr 2019. Neuauflagen kannst du neu melden, wenn Inhalt und/oder Gestaltung gegenüber der Vorauflage mehr als nur unwesentlich verändert worden sind und eine neue ISBN vergeben ist. 
  • Feld Das ist ein Kalender: Kalender sind keine Bücher im Sinne des Verteilungsplans.
  • Feld E-Book: E-Books kannst du auch melden, wenn mindestens 200 Exemplare verkauft wurden. (Gedruckte Bücher müssen in einer Auflage von 250 Ex. erschienen sein.)
  • Feld Anzahl Abbildungen: Du kannst bis zu 200 Bilder pro Buch melden. Die Werkarten  „Bildende Kunst“, „Fotografie“ und „Illustration/sonstige Bildwerke“ zählen für die Ausschüttung gleich (ein Werk ist ein Werk). Die Daten werden für künftige Verteilungspläne gebraucht. 

Mehr Details im Merkblatt der VG-Bild-Kunst zu Büchern: https://www.bildkunst.de/fileadmin/user_upload/downloads/Merkbl%C3%A4tter/Web_Merkblatt_Buch_VGBK_2203.pdf

2.3. So meldest du Honorare

Wenn du abgecheckt hast, dass du besser Honorare als Einzelbilder meldest (siehe oben , 2.1., und unten, 3.), dann rufst du das Online-Formular Honorare auf (https://bildkunst-onlinemeldung.de/report/fees).

Tipps zum Ausfüllen:

  • Feld Meldejahr: Es gilt immer das Datum der Honorarrechnung. Also nicht das der Veröffentlichung und nicht das des Geldeingangs. Du kannst nur das gerade abgeschlossene Jahr melden und nur bis 30.6. des Folgejahres. Bis zu drei Jahre zurück zu melden wie bei der VG Wort ist bei der VG Bild-Kunst nicht möglich.
  • Feld Fotografie / Kunst / Sonstige Bildwerke: Alle drei Werkarten zählen für die Ausschüttung gleich. Wenn du 24000 Euro oder mehr Gesamthonorar meldest, dann musst du das (z.B. durch ein Steuerberater-Testat) nachweisen.
  • Feld Presseverlage: Es dürfen nur deutsche Auftraggeber summiert werden. Jeder gemeldete Euro bringt einen Ausschüttungspunkt.
  • Feld Hörfunk-, TV-Sendeanstalten sowie TV-Produktionsfirmen: Jeder gemeldete Euro bringt einen Ausschüttungspunkt.
  • Feld Sonstige Unternehmen und nicht-kommerzielle Organisationen: Jeder gemeldete Euro bringt einen Ausschüttungspunkt.
  • Feld Nachrichten-, Pressebild- und Sportagenturen: Hier können nur inländische Nutzungen gemeldet werden. Jeder gemeldete Euro bringt einen halben Ausschüttungspunkt.     

Mehr Details im Merkblatt der VG-Bild-Kunst zu Honoraren: https://www.bildkunst.de/fileadmin/user_upload/downloads/Merkbl%C3%A4tter/Merkblatt_Honorar_VGBK_2308_Web.pdf

2.4. So meldest du Einzelbilder

Wenn du festgestellt hast, dass du besser Einzelbilder als Honorare meldest (siehe oben, 2.1.), dann rufst du das Online-Formular Einzelbilder auf. Das sind genau genommen sogar vier Formulare:

2.4.1. Einzelbilder Print: https://bildkunst-onlinemeldung.de/report/single-print

  • Du musst keine einzelnen Bilder melden, sondern legst jeweils eine neue Zeile an für die Gesamtzahl der Bilder, die du im Meldejahr bei einer Zeitung / Zeitschrift veröffentlicht hast.
  • Du kannst nur Zeitungen / Zeitschriften angeben, zu denen du eine ISSN oder ZDB-ID findest. Der Link zum Zeitschriftenkatalog der Deutschen Nationalbibliothek steht oben im Meldeformular. Mehr Infos weiter unten („So findest du ISSN oder ZDB-ID“).
  • Zu Print zählt auch das E-Paper (das du deshalb nicht extra melden darfst), nicht jedoch eine Online-Ausgabe (die du zusätzlich im Formular Einzelbilder digitale Verlagsprodukte melden darfst)
  • Du kannst unbegrenzt viele Bilder melden (im Ggs. zu den Digitalveröffentlichungen, siehe unten). 
  • Wenn du viele Publikationen (> 50) meldest, musst du zwischenspeichern.

2.4.2. Einzelbilder Web: https://bildkunst-onlinemeldung.de/report/single-web

  • Hier darfst du nur Webveröffentlichungen melden, die nicht bei Digitale Verlagsprodukte zu melden sind (siehe unten). 
  • Du darfst nur Bilder melden, die im Meldejahr min. sechs Monate auf der Webseite standen. 
  • Du kannst im Gegensatz zu Print nur höchstens 200 Bilder auf Webseiten melden. Die müssen dann allerdings im Meldejahr nicht neu auf die Webseite gestellt worden sein. Du kannst sie also jedes Jahr wieder melden, solange sie da stehen.
  • Bilder auf Social-Media-Plattformen kannst du (noch) nicht melden. (gilt auch für 2.4.3. und 2.4.4.)
  • Du darfst nur deutsche Webseiten melden und solche, die sich an ein deutsches Publikum wenden. 

2.4.3. Einzelbilder Fernsehen: https://bildkunst-onlinemeldung.de/report/single-television

  • Du kannst unbegrenzt viele Bilder melden.
  • Die erlaubten Fernsehsender müssen aber in einer Liste stehen, die idR für jedes Jahr erst kurz nach Jahresende veröffentlicht wird. (Das Fernsehprogramm muss im Meldejahr einen Deutschland-Marktanteil von mindestens 1% erreicht haben.)

2.4.4. Einzelbilder Digitale Verlagsprodukte: https://bildkunst-onlinemeldung.de/report/single-digital

  • Hier musst du Webveröffentlichungen in Onlinemedien melden. Die Abgrenzung zu Web ist diese: Hier geht es um Webseiten mit journalistisch-redaktionell gestalteten Inhalten, die periodisch veröffentlicht werden und über eine ISSN oder ZDB-ID verfügen. IdR geht es also um die digitalen Varianten von Printmedien. Alles andere meldest du bei Einzelbilder Web.
  • Du kannst max. 200 Einzelbilder pro Jahr melden.
  • Du darfst nur deutsche Onlinemedien melden und solche, die sich an ein deutsches Publikum wenden.
  • Du darfst nur Bilder melden, die im Meldejahr min. einen Monat auf dem Onlinemedium standen. Die Bilder dürfen auch hinter einer Paywall stehen. 

Merkblatt der VG Bild-Kunst zu Einzelbildern: https://www.bildkunst.de/fileadmin/user_upload/downloads/Merkbl%C3%A4tter/Merkblatt_Einzelbilder_VGBK_2308_Web-.pdf

So findest du ISSN oder ZDB-ID 

Suche am besten in der Zeitschriften-Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek:
www.zdb-katalog.de
https://portal.issn.org/advancedsearch

Tipp: schreibe neben dem Namen der Zeitung bzw. Zeitschrift „Deutschland“ und klicke vor der Suche auf das Symbol z.B. für „Printmedium“ bzw. für  „Onlinemedium“. Wenn für das digitale Verlagsprodukt keine Identifikationsnummer online zu finden ist, kann die ISSN oder ZDB-ID der entsprechenden Printausgabe angegeben werden.

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Österreich: Literar Mechana

Österreich mag zwar kein mit der Schweiz vergleichbares Honorar-Niveau haben. Für klassische Freie mit großem „Bauchladen“ bleibt die Alpenrepublik aber unverzichtbar – schon allein der regionalen Medienstruktur wegen. Städte wie Linz, Klagenfurt, Salzburg und Bregenz haben jeweils ihre sehr eigene und von Wien unabhängige Medienlandschaft.

Wer dann zu österreichischen Veröffentlichungen gekommen ist, interessiert sich vermutlich auch dafür, wie sich neben dem Honorar auch Tantiemen hierfür kassieren lassen. 

Literar Mechana vs. Bildrecht

In Österreich füllt Literar Mechana am ehesten die Rolle von dem aus, was VG Wort in Deutschland macht. Für stehende Bilder zuständig ist Bildrecht GmbH.

Eine Liste aller österreichischer Verwertungsgesellschaften findest du auf der Webseite der Aufsichtsbehörde.

Ähnlich wie Pro Litteris in der Schweiz hat auch Literar Mechana in Österreich ein Gegenseitigkeitsabkommen mit der VG Wort. Das heißt: Um österreichische Tantiemen zu erhalten, muss und soll man nicht Mitglied der österreichischen Verwertungsgesellschaft werden. 

Die Meldung ist in Österreich nötig

Aber: Man muss eben doch die Literar Mechana kontaktieren. Dazu teilt Literar Mechana mit: „Betreffend die Meldungen im Bereich Presse/Zeitungsjournalismus durch VG-Wort-Mitglieder gilt, dass diese Meldungen direkt bei uns erfolgen müssen. In diesem Bereich ist Petra Rauch zuständig (rauch@literar.at).“ Und: „Auch im Bereich Weblogs muss ein VG-Wort-Mitglied direkt an uns melden. Für den Bereich Weblogs ist Johanna Wachter zuständig (wachter@literar.at).“ In beiden Fällen leitet die Literar Mechana die Gelder an die VG-Wort weiter, die die Beträge ihrerseits an die eigenen Mitglieder ausschüttet.

Was wird in Österreich vergütet?

Grundsätzlich ist die Struktur der vergütungsfähigen Veröffentlichungen recht ähnlich wie in Deutschland. Vergütungsfähig sind Artikel in Zeitungen und Publikumszeitschriften, Artikel in wissenschaftlichen und Fachzeitschriften, Fach- und Sachbücher, über die Bibliothekstantieme auch Belletristik und Kinderbücher sowie der audio- und audiovisuellen Bereich (Fernsehen, Radio, Video). Für stehendes Bild zuständig ist die Bildrecht GmbH. Für Regisseure und Drehbuchautoren gibt es weitere Verwertungsgesellschaften. 

Wichtige Unterschiede zu Deutschland

Es gibt aber auch einige Unterschiede:

Der wichtigste ist wohl, dass die Rubrik Texte im Internet fehlt. Etwas Ähnliches wie Metis hat Literar Mechana bis heute nicht. 

Statt dessen können Urhebende Publikums- und wissenschaftliche Texte in den jeweiligen Rubriken auch melden, wenn sie (nur) digital erschienen sind. Das setzt aber voraus, dass es sich bei dem Medium um einen klassischen Verlag handelt, der in der Regel sowohl einen Print- als auch einen Digitalbereich hat. Und die digitale Veröffentlichung kann nur gemeldet werden, wenn es dazu keine korrespondierende Printveröffentlichung davor gab.

Online-Veröffentlichungen in typischen Online-Portalen sind dagegen nicht berücksichtigungsfähig. 

Seit kurzem gibt es aber die Möglichkeit zur Meldung eines (eigenen) Weblogs. Dabei ist es unabhängig, ob der hinter einer Paywall steht oder nicht. Es wird allerdings verlangt, dass der Weblog bereits mindestens drei Jahre besteht und regelmäßig befüllt wird.

Meldung von Artikeln in Zeitungen und Publikumszeitschriften (Print und online)

Ohne die Abgabe von Meldungen erfolgt in dieser Sparte keine Abrechnung. Beiträge können drei Jahre (im Jahr 2024 also für 2021, 2022 und 2023) rückwirkend gemeldet werden. Meldungen des aktuellen Jahres sind ab dem darauffolgenden 01. Januar möglich. Meldefrist ist jährlich der 31. März (also zwei Monate später als bei der VG Wort).

Elektronische Tages- und Wochenzeitungen, Publikumszeitschriften und Magazine werden nur dann berücksichtigt, wenn sie aufgrund ihres Inhalts, ihres äußeren Erscheinungsbildes, aufgrund der strukturellen Rahmenbedingungen und der Periodizität der Erscheinungsweise einer gedruckten Tages- und Wochenzeitung, einem gedruckten Magazin oder einer gedruckten Publikumszeitung vergleichbar sind und von einem Medieninhaber mit österreichischer Postadresse betrieben werden.

Nicht berücksichtigt werden Verkaufsplattformen, Kurznachrichtendienste, soziale Netzwerke, Wetterdienste, Serviceseiten und Produktbewerbungen.

In dem der Meldung vorangegangenen Jahr müssen vom Bezugsberechtigten in einer österreichischen Tages- und Wochenzeitung, Publikumszeitschrift oder Magazin Artikel im Umfang von mindestens 10.000 Anschlägen (inkl. Leerzeichen) pro Jahr und Organ veröffentlicht worden sein. Ausgenommen davon sind lyrische Texte, für welche eine Summe von 1.500 Anschlägen pro Jahr und Organ ausreicht. Ebenso künstlerische Prosa von Literat/inn/en und Textautor/inn/en (Künstler/innen iSd § 10 Abs 3 Z 4 UstG), für welche eine Summe von 7.000 Anschlägen pro Jahr und Organ ausreicht (auch hier bitte per Formular melden). Bitte geben Sie auf dem Formular unbedingt Prosa/Lyrik an, ansonsten wird Ihre Meldung abgelehnt.

Artikel, die sowohl gedruckt als auch online erscheinen, werden nur einmal berücksichtigt und dürfen nur einmal gemeldet werden. Die Abrechnung erfolgt insofern nach Maßgabe der Vorschriften für die Druckversion.

Eine Online-Plattform wie TOM in Deutschland gibt es bei Literar Mechana in Österreich nicht. Beiträge bzw. das Erreichen der erforderlichen Zeichenzahl meldest du auf einem Formular, das du dir vorher im Internet herunterladen kannst (http://www.literar.at/docs/default-source/downloads/formular_repro_presse.pdf?sfvrsn=2). Da kannst du die Meldungen vornehmen und dann an Literar Mechana per Mail übermitteln.

Die Abrechnung für die deutschen VG-Wort-Wahrnehmungsberechtigten erfolgt am Jahresende (für 2023 also Ende 2024) über die Verwertungsgesellschaft Wort.

Das Informationsblatt Repro Presse gilt sinngemäß auch für VG-Wort-Wahrnehmungsberechtigte

Literar Mechana behält sich die Möglichkeit vor, die bekannt gegebenen Anschlagsziffern in Form von Stichproben (Erbringen von Belegen durch den/die Autor/in) zu überprüfen.

Meldungen von Artikeln in wissenschaftlichen und Fachzeitschriften

Hierzu teilt uns Literar Mechana mit:

„Hinsichtlich Ihrer Anfrage den Bereich „Wissenschaft“ betreffend darf ich Ihnen mitteilen, dass ausschließlich Mitglieder unserer Gesellschaft meldeberechtigt sind.

Mitglieder von VG-Wort müssen die entsprechenden Publikationen bitte direkt und ausschließlich bei VG-Wort melden.“

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3) Einzelbilder oder Honorare melden?

Du kannst Einzelbilder melden. Oder du kannst Honorare melden, die du erzielt hast. Aber dasselbe nicht Bild nicht zweimal. Welche Variante ist lukrativer?

Regel 1: Normalerweise ist es für jemanden, der hauptberuflich tätig ist, immer sinnvoll, seine Honorare zu melden.

Regel 2: Aber für Veröffentlichungen z.B. im Internet liegt die Honorierung oft Jahre zurück, die Bilder sind aber weiter online. D.h. man meldet in den Folgejahren, wo man kein Honorar mehr bekommt, die Einzelabbildung.

Regel 3: Wenn du als bildjournalistischer Nebenberufler für deine Veröffentlichungen nur sehr geringe oder auch gar keine Nutzungshonorare erhakten hast, dann nimmmst du natürlich wenigstens die Einzelabbildung.. 

So rechnest du dir aus, womit du besser fährst:

Grundsätzlich denkt die VG Bild-Kunst in Honoraren. Jedes von dir gemeldete Bild wird mit einem fiktiven Wert von 20 Euro bewertet. Bei 100 gemeldeten Bildern bekommst du also 2000 Euro Honorar angerechnet. Wenn deine Honorare höher waren, dann meldest du die. 

Journalistisch tätige Personen liefern ihren Auftraggebern oft auch Pakete aus Text und Bild, wo sich das Ganze gar nicht mehr trennen lässt. Dann kannst du zumindest noch die Einzelbilder melden. Besser ist es natürlich, wenn du Text und Bild gleich in der Rechnung separat ausweist.

Du kannst drei Felder melden: einmal Print, dann digitale Verlagsprodukte, das sind die Websites der Zeitungen und Verlage und als drittes die Rubrik Web, wo alles andere digitale gemeldet werden kann. Bei Web und bei digitalen Verlagsprodukten bist du limitiert auf jeweils 200 Bilder. Die Honorarnennung lohnt sich also erst ab 4000 Euro pro Bereich, und das bedeutet, dass wohl die Mehrheit der Journalisten da besser mit Einzelbildern fährt.

Interessant ist, dass man bei Print unbegrenzt melden darf. 

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4) Was wird kontrolliert?

Wenn jemand sehr viel meldet, dann wird ggf. auch kontrolliert. Was ist dann zu belegen? Bei Honorarmeldung sind Rechnungen vorzulegen. Ab 24.000 Euro Honorar musst du eine Bestätigung des Steuerberaters liefern. Wer keinen Steuerberater beschäftigt, reicht Kopien seiner Rechnungen ein.

Bein Einzelbildern können Screenshots verlangt werden – vor allem auch, wenn sie hinter Bezahlschranken liegen.

Aufstellungen nach Auftraggeberkategorien muss man nicht mehr vorlegen.

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5) Wo gibt es Hilfe?

5.1. Im Vorspann der Meldeformulare

Auf der Webseite gibt es bei den Meldeformularen (siehe https://bildkunst-onlinemeldung.de/ und 2.) stets einen Vorspann mit Hinweisen und Hilfestellungen. Hier finden sich auch Hinweise, was gerade nicht digital gemeldet werden kann, sondern händisch via Mail zu melden ist; denn die bildkunst-Webseite wird ständig den veränderten Rahmenbedingungen und Bedürfnissen angepasst und ist deshalb eine Dauerbaustelle.

5.2. In den Merkblättern der einzelnen Meldevarianten

Leicht wird in diesen umfangreichen Vorspännen der Hinweis auf das jeweilige Merkblatt übersehen, das noch mal detaillierter auf die jeweilige Meldevariante eingeht und worauf es dabei ankommt:

5.3. In Hilfetexten direkt im Online-Meldeportal

Im Online-Meldeportal sind bei verschiedensten Feldern auch noch mal kleine Hilfetexte hinterlegt.

5.4. per Mail

Fragen können auch schriftlich per E-Mail an die folgende Adresse gestellt werden: auswertung-bild@bildkunst.de, sinnvollerweise mit einem aussagekräftigen Betreff wie: „Honorarmeldungen“.

 

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1) Woher kommt das Geld?

Wer urheberrechtlich geschützte Leistungen nutzt, der darf das tun, aber er muss dafür zahlen. Das steht im Urheberrechtsgesetz §§ 54 ff. UrhG. Das gilt nicht nur für die Erstnutzenden des Texts oder Bilds oder Videos, mit denen die Urhebenden ja in der Regel direkt verhandeln. Sondern auch für Zweitnutzende. Darunter versteht man den Friseursalon, der einen Lesezirkel ausliegen hat. Den Vorstandsassistenten, der einen Pressespiegel für seine Chefin zusammen stellt. Und die Immobilienmaklerin, die ein PDF mit deiner Reportage über den Stadtteil per Whatsapp weiterleitet. 

Manche Nutzungen lassen sich nicht individuell abkassieren. Deshalb übergeben Publizierende die Zweitverwertungsrechte sinnvollerweise der VG Wort.

Solche Nutzungen lassen sich nicht individuell abkassieren. Deshalb übergeben Publizierende die Zweitverwertungsrechte sinnvollerweise der VG Wort. Und die VG Wort kassiert nicht bei dem einzelnen Friseursalon, sondern an der Quelle: Ihre weitaus wichtigste Einnahmequelle sind seit Jahren die Gerätegebühren. Für jeden Computer, jeden Drucker, jedes Smartphone etc. müssen beim Neukauf VG-Wort-Gebühren bezahlt werden.

Am Ende kommen da zig Millionen Euro zusammen, die allerdings für mehrere Nutzungen aufgeteilt werden. Mit einem Laptop kann man ja auch Bilder und Kinofilme kopieren. Die PC-Vergütung teilt sich die VG Wort also mit anderen Verwertungsgesellschaften. 

Trotzdem sind für 2022 rund 174 Millionen Euro für die VG Wort zusammengekommen. Die teilen sich auf rund 300.000 Wahrnehmungsberechtigte und mehr als 9000 Verlage auf. Im Durchschnitt bekommt jeder Wahrnehmungsberechtigte zwischen 400 und 500 Euro. 

Allerdings bekommt nicht jeder gleich viel. Sondern die VG Wort versucht, das Geld möglichst gerecht zu verteilen. Wer viel kopiert wird, der soll auch mehr bekommen. Zu den Verteilungsschlüsseln komme ich gleich.

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2) Wofür gibt es Geld?

1. Artikel in Zeitungen und Publikumszeitschriften: 

VG-Wort-Bezeichnung: Presse-Repro (in TOM: Menüpunkt „Presse“)

Was: Du musst im Verlauf des vergangenen Jahres Artikel in Zeitungen oder Publikumszeitschriften veröffentlicht haben.

Ausschüttungsbeispiel: Wer 2022 mehr als 10.000 Zeichen in der Augsburger Allgemeinen (Gesamtauflage) veröffentlicht hat, der musste das bis zum 31. Januar 2023 melden und bekam im Juni 2023 dann genau 162 Euro ausgeschüttet.

Weiteres Geld bekommen Zeitungs-und Zeitschriftenautoren über die Ausschüttungen …

… für (Papier-)Pressespiegel 

… sowie für Elektronische Pressespiegel 

Für beides muss man aber nichts extra tun, und es gibt auch nicht wirklich viel Geld. Spannend ist das am ehesten für Wirtschaftsjournalisten, weil deren Artikel besonders häufig in Firmenpressespiegeln genutzt werden.

➜ Wie du Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Publikumszeitschriften (Presse Repro) meldest, steht weiter unten unter Punkt 4.

.

2. Artikel in wissenschaftlichen und Fachzeitschriften

(wir sprechen weiter von Print): 

VG-Wort-Bezeichnung: Wissenschaft 

Was: Wenn du z.B. einen Artikel in der Lebensmittelzeitung oder im BJV Report des Bayerischen Journalistenverbands geschrieben hast.

Ausschüttungsbeispiel: pro Normseite von 1500 Zeichen gab es 2020 3 Euro. Für einen Artikel mit 7500 Zeichen also 15 Euro.

➜ Wie du Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Sachbüchern meldest, steht weiter unten unter Punkt 5.

.

3. Fach- und Sachbücher: Wissenschaft

Ausschüttungsbeispiel: Für ein 2022 erschienenes Sachbuch bekam man als Alleinautor pauschal 700 Euro

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4a. Texte im Internet auf mit VG Wort kooperierenden Webseiten

VG-Wort-Bezeichnung Metis

  • Metis ist ein Akronym für Meldesystem für Texte auf Internetseiten. Metis hieß aber auch eine Geliebte des Zeus … Kooperierende Webseite bedeutet hier: Die Webseite baut VG-Wort-Zählmarken ein. 
  • Was: Du musst im entsprechenden Jahr auf einem öffentlich zugänglichen Server im Internet einen Text von mindestens 1800 Zeichen Länge veröffentlicht haben. Das kann ein fremder oder eigener Server sein. Er darf auch hinter einer Paywall stehen.
  • Ausschüttungsbeispiel: Wer 2023 einen Text bei Spiegel.de hatte, der mehr als 1500 mal geklickt wurde, der bekam 43 Euro Ausschüttung. Wichtig dabei ist, dass es dieses Geld nicht nur einmal gibt, sondern jedes Kalenderjahr neu zu zählen begonnen wird. Wer also hundert attraktive Texte im Internet hat, die jedes Jahr mehr als 1500-mal geklickt werden, der bekommt jedes Jahr aufs Neue 100 x 43 = 4300 Euro. (Der Quotentrend ist allerdings gerade rückläufig.)

4b. Texte im Internet auf nicht mit VG Wort kooperierenden Webseiten

VG-Wort-Bezeichnung Metis Sonderausschüttung

  • Was: Webseiten können nicht gezwungen werden, VG-Wort-Zählpixel einzubauen. Die Metis-Sonderausschüttung berücksichtigt Veröffentlichungen bei nicht kooperierenden Seiten.  
  • Ausschüttungsbeispiel: Wenn du 2022 mindestens 200 Texte auf einer nicht mit Metis kooperierenden Webseite hattest, dann bekamst du 240 Euro (Sonder-)Ausschüttung

➜ Wie du Veröffentlichungen im Internet (Metis) meldest, steht weiter unten unter Punkt 6.

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5. Literatur (Belletristik, Kinderbücher): Bibliothekstantieme

Darauf gehe ich hier nicht näher ein. Infos hier: https://www.vgwort.de/auszahlungen/belletristik-und-kinderbuecher.html

In den Bereich der Bibliothekstantieme fallen auch Tantiemen für Zeitungen und Zeitschriften sowie Fachbücher, die im Lesebereich öffentlicher Bibliotheken ausliegen oder in digitaler Form über die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen werden können. Dazu musst du nichts extra melden.

6. Audio- und audiovisueller Bereich (Fernsehen, Radio, Video)

Darauf gehe ich mangels Detailkenntnis ebenfalls nur kurz ein. Beim Fernsehen meldet man meistens gar nichts, weil das die TV-Anstalten tun. Beim Hörfunk kann man Textbeiträge melden, die länger sind als 1 Minute, und bekommt dann abhängig von Sender groß oder klein, Dauer lang oder kurz, Werkkategorie, für Lyrik 200 Punkte, für Moderation 5 Punkte einen Punktwert, der dann je nach Geldeingang mit einem gewissen Faktor multipliziert wird. Beschrieben wird das im Verteilungsplan:

https://www.vgwort.de/dokumente/verteilungsplaene.html

Mehr Infos hier: 

Auszahlungen Hörfunk
Auszahlungen Fernsehen
Merkblatt Fernsehen

7. Wofür gibt es bisher kein Geld?

Es dauert immer eine Weile, bis Werke in neueren Medien Geld in der VG Wort bringen. Deshalb gibt es unter anderem für die folgenden Werke (noch) keine Ausschüttungen:

  • Texte in Online-Videos 
  • Texte in Audiodateien (Podcasts und Online-Radio)
  • Texte in Multimediapräsentationen 
  • Beiträge in Mediatheken

8. Drei wichtige Klippen:

  • Die VG Wort ist kein literarisches Quartett. Aber eine gewisse Schöpfungshöhe wird verlangt. Schließlich basieren die gezahlten Gelder auf dem Urheberrecht. Also ein Adressbuch wird vermutlich nicht akzeptiert. Und wenn du das Wetter oder die Fernsehprogramme auflistest, vermutlich auch nicht.
  • Außerdem brauchst du gewisse Mindestumfänge. Bei Fachzeitschriften 3000 Zeichen, bei Tageszeitungen 900 Zeichen, bei Internettexten 1800 Zeichen. Drunter gibt’s leider nichts.
  • Und dann noch eine Spezialität: das Interview. Ausschüttungen gibt es nur für das eigene geistige Eigentum. Bei Interviews können deshalb nur die eigenen Fragen gemeldet werden. Die Antworten kann der Gesprächspartner melden, wenn er oder sie Wahrnehmungsberechtigter ist. 

Details hier: 

https://www.vgwort.de/auszahlungen.html

https://www.vgwort.de/fileadmin/pdf/merkblaetter/150521_Merkblatt_VG_Wort_Homepage.pdf

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3) Wie kann ich mich anmelden?

Damit die VG Wort für dich tätig wird, musst du bei ihr Wahrnehmungsberechtigter werden. (Du kannst auch Mitglied werden, aber frühestens nach drei Jahren.) Die VG Wort übernimmt treuhänderisch die Urheberrechte für dich, und das geht nicht ohne Vertrag.

Der Ablauf ist kurz gesagt so: Man füllt ein Formular online aus, lädt es runter, druckt es aus, unterschreibt es, steckt es dann in einen Briefumschlag und schickt es an die VG Wort.

Der Vertrag muss bis zum 31. Dezember postalisch eingehen, damit eine Meldung zum jeweiligen Jahr möglich ist.

  1. Öffne zunächst das Online-Meldeportal der VG Wort:
    https://www.vgwort.de/
  2. Klicke rechts unter Online-Service-Portale auf „Meldungen“ und dann links oben auf „Urheber und Verlage“.
  3. Um Online Meldungen zu erstellen, einen Wahrnehmungsvertrag abzuschließen oder dich für das Online Meldesystem zu registrieren, klicke bitte hier!
  4. Dann unter Noch nicht registriert? auf Jetzt neu registrieren
  5. Gib an, dass du ein Autor bist und bestätige mit einem Klick auf „Weiter“.
  6. Im nächsten Schritt musst du das Formular vollständig ausfüllen (die Karteinummer lässt du frei) und die Eingaben mit „Weiter“ bestätigen.
  7. Zum Schluss musst du dir die Unterlagen herunterladen und unterschrieben an die VG Wort senden, damit dein Account angelegt werden kann.
  8. Du erhältst eine E-Mail, sobald dein Account erfolgreich erstellt worden ist.
  9. Dann bekommst du auch deine VG-Wort-Karteinummer. Ohne die geht wenig bei der VG Wort.

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4) Wie melde ich Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Publikumszeitschriften (Presse Repro)?

Termin ist immer der 31. Januar. Bis zum Ablauf dieses Tags kannst du deine Veröffentlichungen des Vorjahres melden. (Und noch aus zwei Jahren davor, wenn du es damals nicht gemacht hast). Tipp: Fang nicht erst am 30. Januar an. In der letzten Woche übernimmt die VG Wort üblicherweise keinen Support mehr.

Vorbereitung:

  • Bevor du das VGWort-Portal aufrufst, solltest du dir eine Liste deiner Tageszeitungs- und Publikumszeitschriftenkunden machen und ermitteln, wie viele Zeichen du da im Meldejahr veröffentlicht hast.
  • Es muss nicht supergenau sein. Wo weniger als 10.000 Zeichen zusammenkommen, das kannst du gleich weglassen. Stufe 1 ist dann 10.000 bis unter 200.000 Zeichen. Also wieder egal, ob 50.000 oder 80.000. 
  • Und wenn du nicht weißt, ob das Medium bei Presse Repro meldbar ist: probiere es einfach.

Die eigentliche Meldung läuft so:

  1. anmelden unter tom.vgwort.de > einloggen > Presse > Presse/Repro Meldung erstellen
  2. Zeitung/Zeitschrift/Presseagentur: Da gibst du die ersten paar Buchstaben ein, beim Beispiel Augsburger Allgemeine also z.B. „au“ und drückst Enter. Dann bekommst du eine Vorschlagsliste und wählst „Augsburger Allgemeine“ und „Weiter“.
  3. Meldejahr: z.B. 2023, 
  4. Mantel/Gesamtausgabe oder Lokalteil
  5. Anschläge pro Jahr: zB 10.000-200.000
  6. Dann hast dun noch die Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben, und kannst abschließend auf „Meldung absenden“ klicken.
  7. Abschließend kannst du ein PDF der Meldung herunterladen. Das kannst du dir aber auch sparen, weil du deine Meldungen später auch im Portal noch kontrollieren kannst.
  8. Den Vorgang wiederholst du für jede Zeitung und Publikumszeitschrift, bei der du mehr als 10.000 Zeichen abgesetzt hast. 

 Was wird kontrolliert? 

Gefürchtet sind Rückfragen. Mach dich darauf gefasst, dass du die Veröffentlichungen glaubhaft machen musst. Das geht am einfachsten mit Clippings, also PDFs deiner Veröffentlichungen. Ich habe aber auch schon Abrechnungen eingereicht und einmal auch einfach die Bestätigung des zuständigen Redakteurs.
Vergiss nie: Die VG-Wort-Verwaltung muss das halt kontrollieren, vergnüglich ist das auch für die Mitarbeiter nicht.

Auszahlung:

Und wenn alles gut geht, dann bekommst du Ende Juni einen Ausschüttungsbrief. Tipp: Kontrolliere diesen Ausschüttungsbrief und frage sofort nach, wenn du etwas nicht verstehst. Und wenn du im kommenden Jahr wieder meldest, lege dir den Ausschüttungsbrief neben den Computer.

VG-Wort-Info hier: https://www.vgwort.de/auszahlungen/publikumszeitungen-und-zeitschriften.html

FAQ: 

Wie lange dürfen Veröffentlichungen nachträglich gemeldet werden? 

Das hängt von der Ausschüttung ab. In Presse/Repro sind es 3 Jahre, in Wissenschaftlichen  Beiträgen nur 2. Tipp: einfach in T.OM ausprobieren, nicht mehr meldbare Jahrgänge kann man auch nicht mehr auswählen.

Welche Veröffentlichungen darf man überhaupt melden? Dürfen z.B. auch kostenlose Anzeigenblätter und kostenlos an Haushalte abgegebene Broschüren/Magazine (mit redaktionellen Beiträgen und Advertorials) bei der VG Wort gemeldet werden? 

Einfach ausprobieren: Wenn der Titel in T.O.M. gelistet ist: ja

Was ist zu tun, wenn ich für ein Medium melde, das ich nicht in der Liste finde?

Dann findest du unter der Vorschlagsliste einen Link, wo du neue Titel anlegen kannst

Was hat es mit den Presseagenturen auf sich, für die du außer Zeitungen oder Zeitschriften auch melden kannst?

In der Vergangenheit haben wohl einige wenige Agentur-Feste und Freie ziemlich viel Geld abgegriffen, weil sie jede Zeitung meldeten, in denen sie veröffentlicht wurden. Und das waren bei Agenturen wie dpa naturgemäß praktisch alle. Das fand die Bewertungskommission der VG Wort unfair. Daraufhin wurde beschlossen, dass Agenturjournalisten nur einmal die Agentur melden dürfen. Für die gibt es dann allerdings den höchsten Multiplikator.  

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5) Wie melde ich Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Sachbüchern (Meldung Wissenschaft)?

Wir sprechen weiter von Print. Das geht ähnlich wie bei Presse/Repro, allerdings kann man nicht einfach die Gesamtzeichenzahl melden, sondern muss jeden Beitrag einzeln ins System eingeben. 

* Termin ist stets der 31. Januar. Gemeldet werden können auch hier bis zu drei Jahre alte Beiträge, wenn man es im Vorjahr vergessen hat. Das Meldeverfahren Wissenschaft gilt auch für die Bibliothekstantieme. Meldefähig sind auch Beiträge, bei denen man neben anderen Autoren Miturheber ist. Das ist dann anzugeben. Zeitschriftenbeiträge müssen mindestens 3000 Zeichen lang sein, Meldungsautoren gehen also leer aus.

* Die eigentliche Meldung läuft ähnlich wie bei Presse/Repro, man muss aber jeden Beitrag einzeln ins System eingeben. 

* Was gilt als Fachzeitschrift? Das wird recht großzügig ausgelegt. Der gesamte Special-Interest-Bereich ist auch dabei. Dazu werden Titel mit Themen wie Sport, Reise, Auto, Kultur, Wohnen, Technik und sogar Lifestyle gezählt, nicht aber typische Illus und Magazine wie Stern oder Focus. Und natürlich keine Tages- und Wochenzeitungen. Wenn du viel für einen Titel arbeitest, dann frag entweder vor der Eingabe nach oder gebe auf gut Glück deine Beiträge ein. Im Ausschüttungsbrief siehst du nachher, was akzeptiert wurde. Tipp: Manche Beiträge (z.B. in Reisezeitschriften) können sowohl bei Presse/Repro als auch bei Wissenschaft eingegeben werden.

* Was gilt als Fach- und Sachbuch? Da läuft die Abgrenzung ähnlich wie bei Zeitschriften, auch hier ist der weite Bereich der Special-Interest-Titel meldbar.  

VG-Wort-Info hier: 
https://www.vgwort.de/dokumente/merkblaetter.html, dann Merkblatt Wissenschaft
https://www.vgwort.de/auszahlungen/wissenschaftliche-publikationen/fach-und-sachbuecher.html

FAQ:

Meldet man Bücher nicht direkt bei der Bibliothekstantieme?

Das gilt nur für Belletristik. Sach- und Fachbücher meldest du bei Wissenschaft (und die Meldung für die Bibliotheksantieme geschieht dann automatisch). Belletristik kannst du nur direkt bei Bibliothekstantieme melden.

Können auch Neuauflagen gemeldet werden

Ja, auch Neuauflagen sind meldbar, wenn sie inhaltlich um mindestens 10 Prozent verändert sind. Die Meldung einer Neuauflage ist nach frühestens fünf Jahren möglich.

Können auch Beiträge in Sach- und Fachbüchern gemeldet werden?

Ja, das geht auch. Sie müssen dann wie in Fachzeitschriften mindestens 3000 Zeichen Umfang haben. Eigene Bilder und Illiustrationen zu deinem Fachbeitrag kannst du wie Text zählen, der auf der Bildfläche Platz hätte. 

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6 Wie melde ich Online-Beiträge (Metis)?

Achtung, jetzt wird es etwas komplizierter. Denn es gibt drei Arten von Ausschüttungen: 

  1. die reguläre Ausschüttung mit Zugriffszählung und 
  2. die Sonderausschüttung. 
  3. Auf deinen eigenen Webseiten funktioniert nur die reguläre Ausschüttung . 

➜ Wege zur Online-Tantieme gibt es genau genommen sogar vier. Damit du nicht den Überblick verlierst, bieten wir dir auch eine grafische Darstellung in dieser Toolbox.

VG-Wort-Info hier: https://tom.vgwort.de/Documents/pdfs/dokumentation/metis/DOC_Urhebermeldung.pdf
https://www.vgwort.de/auszahlungen/texte-im-internet-metis.html
https://www.vgwort.de/dokumente/merkblaetter.html

6.1. Wie melde ich auf fremden Webseiten gemeldete Online-Beiträge (Meldung Metis)

Wie wird das Geld ausgeschüttet?

Die reguläre Ausschüttung erfolgt über eine echte, tatsächliche Zählung jedes einzelnen Zugriffs auf der veröffentlichenden Webseite. Dafür muss auf der Webseite außer dem Text auch ein Zähler eingebaut werden. Das ist ein kleines unsichtbares Bild, die sogenannte Zählmarke. Mit jedem folgenden Aufruf des Texts wird auch die Marke aufgerufen und diesen Aufruf kann die VG Wort zählen. Natürlich gibt es dazu Absicherungen, dass niemand Hunderte Male seinen Text aufruft. 

Wo ist das Problem?

Das Problem ist, dass das System nicht durchgängig funktioniert. Denn der einzelne Autor hat ja keinen Zugriff auf die Webseite. Wenn er beispielsweise einen Beitrag bei focus.de oder t-online.de laufen hat, bleibt ihm nur, die Redaktion zu beknien, die Zählmarke einzubauen. Die kann aber auch nur helfen, wenn der Verlag ein entsprechendes Tool zur Verfügung gestellt hat. Viele Verlage haben allerdings andere Probleme, als Zählmarken für Autoren einzubauen.  

Der Ablauf:

Wenn all diese Hindernisse überwunden sind, bekommt man schließlich irgendwann den Hinweis, dass ein Beitrag 1500-mal abgerufen wurde, und muss dann die Urheberschaft bestätigen.  

Zusammengefasst: Um für Veröffentlichungen mit kooperierenden Websites Geld über das Metis-System zu bekommen, musst du…

.. eine VG-Wort-Nummer haben und diese dem Webseitenbetreiber mitteilen

.. Der muss in deinen Beitrag eine Zählmarke setzen und die sollte mit deiner VG-Wort-Nummer verbunden werden. Deine VG-Wort-Nummer kannst du seit 2022 auch selbst zu einem Beitrag ergänzen, wo 1) eine Zählmarke eingebaut und 2) dein Name als Autor angegeben ist (siehe unten, Tipp).

.. Wenn genügend Zugriffe zusammengekommen sind, wirst du per Mail informiert.

.. Dann musst du die Urheberschaft bestätigen . 

Tipp: Nicht selten  passiert es, dass der Verlag alle Beiträge mit einer Zählmarke versieht (denn er will ja auch VG-Wort-Tantiemen haben), aber deine VG-Wort-Nummer nicht eingebaut. Wenn das der Fall ist (und wenn dein Name beim Text steht), dann kannst du Beiträge dir auch selber zuschreiben. Das funktioniert so: Anmelden in tom.vgwort.de. > Metis-Bereich > Meldungen erstellen > eigene Homepage? nein > Zählmarken? ja > Presseagentur? nein >  Karteinummer weitergegeben? ja > Nicht aufgeführte Seite: weiter > Internetseite (Startseite) <hier z.B. www.welt,de eingeben und warten, dass das System die meldefähigen Seiten findet > dann bestätigen

Tipp: Du kannst herausbekommen, ob auf einer Seite VG-Wort-Zählmarken verbaut sind. Das funktioniert z.B. mit dem Programm Ghostery, das es als Add-on z.B. für Google Chrome und andere Browser gibt.  Dazu installierst du dieses Add-on im Browser und rufst nach der Installation einen Text auf der fraglichen Seite auf. Ghostery erkennt, ob sich darauf eine Zählmarke der „VG WORT“ befindet. 

War das alles? Nein. Außer der regulären Ausschüttung gibt es ja auch noch die Sonderausschüttung. 

6.2. Meldung Metis Sonderausschüttung 

Die gilt für Webseiten, auf denen keine Zählpixel eingebaut werden. Da meldest du ganz klassisch, wie viele Beiträge du auf der Webseite stehen hast. Und das wird recht grob einsortiert. Also 1-20, 20-60, 60-120 Beiträge usw. Da gibt es dann wieder Geld nach einem bestimmten Schlüssel. Du erinnerst sich: Wer 2019 zwischen 120 und 240 Texten auf einer nicht mit Metis kooperierenden Websetite hatte, der bekam 204 Euro (Sonder-)Ausschüttung. Wichtig: Sobald das erste Zählpixel auf einer Webseite eingebaut ist, ist diese Webseite für die Sonderausschüttung „verbrannt“ – es wird also in der Zukunft niemand mehr Sonderausschüttungen dafür von der VG Wort erhalten.

Fazit: Perfekt ist das alles nicht, aber es bringt ein bisschen Geld.

6.3. Auf deinen eigenen Webseiten funktioniert nur die reguläre Ausschüttung  

Wo ist das Problem?

Das Problem ist der Aufwand. Du musst diese Pixel bei der VG Wort bestellen. Dann muss das Pixel beim Text verbaut werden. Für Webseiten mit dem populären CMS WordPress gibt es mittlerweile Plugins. 

Der Blogger und Reisejournalist Franz Neumeier empfiehlt: 

„Ich benutze das kostenlose Plugin von Prosodia ( https://wordpress.org/plugins/wp-vgwort/ ), das gut etabliert ist und seit Jahren sehr gut und zuverlässig funktioniert. 

Mittlerweile  hat die VG Wort selbst ein eigenes Plugin herausgebracht https://wordpress.org/plugins/vgw-metis/ ), das sogar direkt auf WordPress heraus die Meldungen ermöglicht, was natürlich eine enorme Arbeitserleichterung darstellt. Das VG-Wort-eigene Plugin kann auch bereits mit dem Prosodia-Plugin integrierte Zählpixel importieren/übernehmen. Mit einer Einschränkung: Vgw-metis funktioniert nur mit dem Classic-Editor, nicht aber mit dem neueren Gutenberg-Editor. Damit ist das Plugin zumindest für mich erstmal wieder gestorben, weil ich schon lange mit dem neuen und seit längerem offiziellen Gutenberg-Editor arbeite.

Von manuellem Einbauen der Zählpixel würde ich dringend abraten, schon weil’s umständlich und unhandlich ist. Die Gefahr ist zu groß, dass man da was falsch macht oder übersieht und die Zählung dann nicht erfolgt.“

6.4. Wie lässt sich die Sache nun befeuern?
  1. Für die eigene Webseite funktioniert nur die reguläre Ausschüttung. Um festzustellen, ob es die Arbeit wert ist, lohnt sich ein Blick in Google Analytics. Wenn sich da herausstellt, dass Beiträge in nennenswerter Zahl mehr als 1500 Zugriffe pro Jahr haben, dann kannst du dir überlegen, ob es die Mühe wert ist, Pixel einzubauen. 
  2. Wenn du einen Kunden hast, der auf seiner Webseite Zählpixel einbaut, dann solltest du ihn überzeugen, deine Artikel mit deiner VG-Wort-Nummer zu verbinden. Dann ist alles für dich deutlich leichter. Ob die Webseite Zählpixel einbaut, probierst du über das VG-Wort-Meldesystem aus. Du versuchst einfach, Beiträge für die Sonderausschüttung zu melden. Wenn die Seite Zählpixel eingebaut hat, dann bekommst du eine entsprechende Fehlermeldung. Ob auf deinem konkreten Beitrag ein Zählpixel verbaut ist, kannst du u.a. mit Ghostery prüfen. 
  3. Wo ein Kunde keine Zählpixel einbaut, da wählst du die Sonderausschüttung. 

FAQ:

Beginnt die Zugriffzählung auf bereits gemeldete Artikel nach der Ausschüttung von vorne?

ja

Muss ich Online-Texte jedes Jahr aufs Neue melden?

Ich würde es anders sagen: Du darfst!

Wie oft kann ich einen Online-Text melden bzw. wie oft wird er gemeldet > (wie viele Jahre)

Wir unterhalten uns da über die Sonderausschüttung. Es geht immer nur ums Meldejahr. Wenn der Text im Meldejahr live war, kann er gemeldet werden.

Stark geänderter Text: Können Online-Artikel (mit Zählermarke) gemeldet werden, die regelmäßig (teils in großem Umfang) aktualisiert werden?

Ja, solange es der gleiche Beitrag bleibt

Position der Zählmarke: Stimmt es, dass man in einem Blogbeitrag die Zählmarken möglichst weit oben / am Anfang einbauen soll? 

Das ist sinnlos, stattdessen solltest du ein Plugin verwenden.

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