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Datum und Uhrzeit: 2026-02-02 11:25:13
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und hatte sie zudem auch noch in anderer Weise tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Berichterstattung.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Ilona Klaffl
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Ilona Klaffl
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 17:03:43
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Berichterstattung.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Ilona Klaffl
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Ilona Klaffl
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:53:19
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Berichterstattung.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:50:56
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Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Berichterstattung.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:50:00
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Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:49:59
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:47:14
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten, die es normalerweise eher mit der Lupe zu suchen gelten dürfte.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:47:12
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten, die es normalerweise eher mit der Lupe zu suchen gelten dürfte.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:44:01
Inhalt der Änderung

Literarische Sinnsprüche am Ufer der Inn. Foto: Hirschler
"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.

Mehr als Barock: Schärding am Inn im Inneren, Foto: Hirschler
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten, die es normalerweise eher mit der Lupe zu suchen gelten dürfte.

Gespannte Diskussion im Saal des Gasthauses "Kapsreiter Stadtwirt" in Schärding, Foto: Rurasmus
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.

Die Medien bauen Berichterstattung ab: Kritik vom bayerischen Kollegen, Foto: Rurasmus
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Isabel Stumfol, selbstständige Schreibtrainerin, Autorin und Raumplanerin, erläuterte in einem Kurzvortrag, welche Rolle bestimmte abwertende Narrative über den ländlichen Raum spielen können und wie vermieden werden können.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten. Einigkeit bestand auch darüber, dass der gegenseitige Austausch fortgesetzt werden sollte.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:28:13
Inhalt der Änderung

"Bewährung für Wurst-Angriff": Zuletzt fiel das österreichische Schärding so richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten, die es normalerweise eher mit der Lupe zu suchen gelten dürfte.
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
Bearbeitung: Michael Hirschler
Datum und Uhrzeit: 2026-01-30 12:13:02
Inhalt der Änderung
Zuletzt fiel das österreichische Schärding richtig überregional durch eine spektakuläre Meldung auf, für die aber ausgerechnet ein Deutscher verantwortlich war: Er hatte im April 2025 versucht, unter Hassworten einer verschleierten muslimischen Frau auf dem Wochenmarkt eine Wurst aus Schweinefleisch in den Mund zu stopfen und sie zudem auch noch tätlich angegriffen. Zehn Monate Bewährung und drei Termine beim Bayerischen Informationszentrum gegen Extremismus lautete das Urteil, das im Oktober 2025 in der Zeitung verkündet wurde.
Dabei wäre Schärding doch eher unter Bummeln, Barock und Brauhaus einzusortieren: Pittoreske Bürgerhäuser am Markt, ein mit literarischen Sinnsprüchen gesäumter Uferweg am Fluss Inn und ebendort auch ein frisch angelegter Campingplatz mit kleinem, pfiffig gemachten Bistro - das österreichische Grenzstädtchen, unweit gelegen vom deutschen Passau und von dort auch schnell mit der Bahn zu erreichen, hat einiges zu bieten, das für entspannten Tourismus taugt - und augenscheinlich wiederum wenig für überregionale Nachrichten, die es normalerweise eher mit der Lupe zu suchen gelten dürfte.
Fernab der Metropolen nach journalistischen Themen fahnden, die mehr als sensationsträchtiges "Blaulicht" sind, - dieser Aufgabe stellten sich am 14. Oktober 2025 auch rund zwanzig Angehörige der journalistischen Profession aus Österreich und Deutschland. Sie diskutierten über die Frage, ob und wie journalistische Arbeit auf regionaler Ebene, jenseits der Metropolen möglich ist und bleibt.
Die (Medien-)Wissenschaft durfte dabei Licht ins Dunkel bringen: Melanie Haberl von der Universität Wien beleuchtete das Spannungsfeld, das für die Berichterstattung durch die Nähe zu Politik und Wirtschaft entsteht, und wie damit umgegangen wird. Sara Geisler, die für das ZEIT Magazin arbeitet, stellte die praktischen Herausforderungen der Arbeit auf lokaler Ebene da, aus deren Geschichten sie Material gewinnt.
Wenn Du lokale Geschichten finden willst, musst du auch vor Ort wohnen, hieß es in der Debatte. Ohne die Nähe, ohne ständig dabei zu sein, werden Geschichten nicht an dich herangetragen. Wobei die persönliche Bekanntschaft dann eben auch zur Gratwanderung wird und Grenzen gesetzt werden müssen.
Kritik richtete sich jedoch an die Medienhäuser. Gerade auf der bayerischen Seite würden die Medien ihre regionale und lokale Berichterstattung stark herunterfahren, weil sie Ausgaben sparen wollten, kritisierte beispielsweise Andreas Wrobel-Leiphold, der auch im Bayerischen Journalisten-Verband aktiv ist.
Martin Semmler, der unweit von Schärding auf der bayerischen Seite in Bad Füssing als freier Journalist tätig ist, erinnerte daran, wie er vor über zwanzig Jahren ein Lokalradio im Lokalen aufgebaut hatte, das den Anspruch guter lokaler Berichterstattung erhob. Doch ein geschickter Geschäftsmann übernahm das eigentlich von einem Verein gegründete Vorhaben und setzte auf Kommerz - der Traum der ursprünglichen Gründungsidee war aus.
Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband stellte die Idee der Initiative Hinterlandjournalismus vor. Es gehe darum, das Thema der Medienwüsten in die Debatte zu bringen und Lösungswege zu finden, durch die wieder mehr lokale Berichterstattung möglich wird. Weniger Berichterstattung bedeute die Zunahme unausgewogener politischer Entscheidungen bis hin zur Korruption, wie wissenschaftliche Studien mittlerweile belegten. Selbstkritisch wies er darauf hin, dass unter den Mitglieder seines Verbandes die Rede vom „Hinterland“ kritisch gesehen werden, weil das als abwertender Begriff für die Regionen eingestuft werde und die ursprünglich gemeinte ironische Note des Wortes öfters nicht ankomme.
Für die Teilnehmenden war das Treffen eine gute Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, über die Grenzen hinweg. Die Probleme und Herausforderungen für den Journalismus, das zeigte sich schnell, bestehen auf beiden Seiten.
Durchgeführt wurde die Tagung unter der Überschrift „Wia gredt, so gschriebm – Journalismus in ländlichen Räumen“. Veranstalter waren der Verein RURASMUS, der sich mit ländlicher Zukunftsentwicklung und derzeit auch der Förderung von Auslandssemestern von Studenten in ländlichen Bereichen befasst, der Verein „Leischn – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur" und die Regionalentwicklung Oberland KU, kofinanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg Bayern–Österreich 2021–27.
