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Hans-Werner Rodrian

Erfolgreich starten

Hier erfährst du als als Berufs-, Quer- oder Wiedereinsteiger, ob die Sache mit dem freien Journalismus mehr für dich sein kann als eine Schnapsidee. Wir zeigen dir, wie du am besten loslegst, wie du mit dem Schreiben Geld verdienst. Ja, und auch, wo es Fördertöpfe gibt und wie das mit der Steuer funktioniert. Nur Mut! Wir nehmen dich bei der Hand.

Inhaltsverzeichnis

Wie sollte ein Businessplan aufgebaut sein?

Eine echte Formvorschrift gibt es dazu nicht. Oder um es mit Wikipedia zu sagen: Welche Kapitel oder Bestandteile ein Geschäftsplan exakt enthalten soll, hat bisher noch niemand eindeutig definiert. Es ist aber sicher keine schlechte Idee, sich am Leitfaden des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) dazu zu orientieren. Das tut auch dieser Beitrag.

Hier geht es zur Beispielgliederung für einen Businessplan in der Gründerplattform des BMWi: 

Der Businessplan besteht danach aus einem Textteil und einem Finanzteil.

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Der Textteil sollte diese Themen behandeln:

  1. Zusammenfassung
    Fasst alle folgenden Punkte von Geschäftsidee bis Finanzierung in einem knappen Abstract zusammen. Es muss gar nicht alles auftauchen. Das Entscheidende ist, dass ein Außenstehender daraus verstehen, was das vorgesehene Geschäft machen soll und warum es eine Chance bekommen sollte. Geh davon aus, dass viele gar nichts anderes lesen werden als die Zusammenfassung. Oder nach der Zusammenfassung entscheiden, ob sie weiterlesen.
  2. Geschäftsidee
    Was ist dein Angebot, was willst du verkaufen? Welchen Nutzen stiftest du damit? Und wo ist dein Alleinstellungsmerkmal? Das solltest du so knapp, aber auch so überzeugend wie möglich darstellen. Mach auch deutlich, dass deine Geschäftsidee technisch machbar ist und sich wirtschaftlich rechnet („Proof of Concept“).
  3. Profil der Gründerperson oder des Teams
    Das fällt vielen Gründern am schwersten: sich selbst (sehr) positiv zu beschreiben. Versuche es trotzdem: Warum bist du (und ggf. dein Team) dafür geeignet, die Geschäftsidee umzusetzen? Welche Werte prägen dich? Was hast du für Erfahrungen in fachlicher, kaufmännischer und sozialer Hinsicht, was hat dich zu der Geschäftsidee gebracht? Und was dir noch fehlt: Wie willst du es ergänzen?   
  4. Vertrieb und Wettbewerb
    Was ist deine Zielgruppe? Wie willst du deine Kunden bedienen? Wie schätzt du den Markt für deine Geschäftsidee ein? Wie ist der Wettbewerb, wer außer dir beackert den Markt, wie unterscheidest du dich von den Wettbewerbern? Und welche Marketingstrategie hast du? Vielleicht funktioniert dein Geschäft ja sogar bereits im Kleinen – hier ist der Platz, das deutlich zu machenund damit möglichen Utnerstützern Zuversicht zu geben. 
  5. Dein Unternehmen
    Hier wird es ganz praktisch: Wie soll dein Produkt (und im Journalismus meist: deine Dienstleistung) entstehen? Welche Arbeitsschritte, welche Kernaktivitäten gehören dazu? Wenn du das wichtig für deinen Erfolg einschätzt, dann geh auch auf die Verpackung, den Vertriebsweg oder den Service ein. Erkläre, ob und wie viele Mitarbeiter du eingeplant,. wo dein Büro sein wird. Und in welcheer Rechtsform du arbeiten willst. Hierher gehört auch die Risikoanalyse: Was könnte schiefgehen? Und wie wirst du darauf reagieren? 

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Der Finanzteil sollte diese Themen behandeln:

Ohne Geld geht nichts. Das Herzstück des Businessplans ist deshalb die Planung der Finanzen.

  • Wie hoch ist der Kapitalbedarf in der Gründungsphase?
  • Und aus welchen Geldquellen soll er finanziert werden?
  • Dazu solltest du einen Kapitalbedarfsplan für alle lang-, mittel- und kurzfristigen Investitionen, laufende Kosten in der Anlaufphase und alle Gründungskosten.
  • Mit welchen Umsätzen und Kosten ist in den nächsten drei Jahren zu rechnen?
  • Daraus ergibt sich der geplante Gewinn (Rentabilität) in diesem Zeitraum.
  • Zur besseren Übersicht erstellt man eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau für drei Jahre. Mit nachvollziehbaren Zahlen, versteht sich.
  • Das ist alles? Nein, du brauchst auch einen Liquiditätsplan. Dabei geht es darum, dass du deine Ausgaben zu jedem Zeitpunkt durch Einnahmen, Reserven oder Kredite decken kannst.
  • Warum drei Jahre? Das dritte Jahr ist erfahrungsgemäß oft kritisch. Häufig werden im zweiten Jahr erste Gewinne erwirtschaftet. Das bedeutet für das dritte Jahr: Steuern werden rückwirkend fällig. Und gleichzeitig stehen Steuervorauszahlungen an. Zusätzlich beginnt oft noch die Rückzahlung von Existenzgründungsdarlehen. Das erfordert eine hohe Liquidität. Vorausplanung ist also wichig. 

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So klärst du ab, ob frei zu arbeiten dein Ding ist

Die meisten Freien, die gefragt werden, haben nicht lange geplant. Sie sind einfach ins kalte Wasser gesprungen. Ein Abenteuer wird der Weg in die Freiheit immer bleiben. Aber ein paar Kriterien gibt es doch, ob das der Weg für dich sein kann. Wir haben einige zusammengetragen. Wenn du darauf hauptsächlich mit „Ja“ antwortest, dann könnte es was werden mit dir und der Freiberuflichkeit. 

Du willst eigene Themen setzen, statt vorgegebene zu bearbeiten?

Klar, es gibt auch Menschen, denen es bereits zu dröge ist, ein zweites Mal über dasselbe Thema zu schreiben. Wirtschaftlicher ist es aber, eigene Themen zu „pflegen“, Dann kannst du dir darin einen Namen machen. Und irgendeinen Grund muss es ja geben, dass eine Redaktion einen Auftrag raus gibt. Dieser Grund ist in den besten Fällen, dass die Freien sich damit einfach besser auskennen. Und mit Themen um die Ecke kommen, auf die die Redaktion von allein nicht gekommen wäre.

Du willst neben Zeitung auch Hörfunk, Social Media, Internetredaktion machen?

Okay, es gibt heute auch immer mehr Festanstellungen, in denen du eine eierlegende Wollmilchsau sein sollst. Und Freie, die tagein, tagaus das Gleiche machen. Aber beides ist eher die Ausnahme. In der Regel müssen wir als Freie unsere Themen über die Grenzen von Mediengattungen hinweg streuen, um angesichts überschaubarer Honorare davon leben zu können. Und du tust gut daran, auch die eine oder andere „sichere“ Teilzeittätigkeit in dein Portfolio aufzunehmen. Das bedeutet einerseits, dass du dich mutig täglich in neue Techniken und Themen stürzt. Und zum anderen, dass du bereit bist, dich zielgruppenmäßig umzustellen: heute Illu, morgen Fachzeitschrift und übermorgen vielleicht Jugendsendung. 

Du willst mehr in die Tiefe gehen?

Die meisten Freien arbeiten immer noch bei Lokalzeitungen. Ausschließlich. Sie berichten vom Gemeinderat und der örtlichen Fußballmannschaft. Damit wirtschaftlich klarzukommen, ist ein echtes Kunststück. Besser hast du es, wenn du an „deinen“ Themen dran bleibst und dein Know-how breit vom Special-Interest-Magazin bis zur TV-Sendung streust. Und dafür eignen sich nun mal eher Themen, die nicht am nächsten Tag auserzählt sind. Aber Vorsicht, wenn du dein Hobby zum Beruf machen willst: Dann sollte es sich schon um ein Thema handeln, von dem auch genügend (gut zahlende) Redaktionen ganz begeistert sind. Erfolgversprechender ist es anders herum: Du suchst dir ein Thema, für das sich alle (Redaktionen) interessieren, bei dem sich aber kaum eine auskennt.

Du fühlst dich wohler mit einer weit gefächerten Kundschaft als mit einem einzigen Gehalt?

Es stimmt schon: Wenn es mal konjunkturell bergab geht, entledigt sich eine Redaktion meist erst mal der Freien. Aber wenn es dann auch den Angestellten an den Kragen geht, dann trifft es die häufig härter – weil sie eben keinen weiteren Arbeitgeber haben und oft auch keinen mehr finden. Ein neuer Kunde findet sich leichter als ein neuer Job ➔ So findest du (mehr) attraktive Kunden. Und man geht auch leichter wieder auseinander, wenn es nicht passt. Es stimmt aber auch: Wenn du gerade ein Haus gekauft und eine Familie gegründet hast, dann solltest du besser einige Monate Umsatz auf der hohen Kante haben. Denn kurzfristig geht es bei den freiberuflich Tätigen immer mal wieder bergab.

Du willst oder musst dir die Zeit frei einteilen?

Ich habe damals als Freiberufler angefangen, weil ich nach ersten Jahren der Festanstellung mein Studium fertig machen wollte. Bei anderen ist es die Familienplanung. Oder es sind die zu pflegenden Eltern, die feste Arbeitszeiten unmöglich machen. Mittags die Tochter aus der Schule holen, unter der Woche zum Skifahren gehen und dafür abends zwischen 19 und 22 Uhr noch mal produktiv werden – wenn du das spannend findest und keine von außen vorgegebene Struktur brauchst, dann könnte es was werden mit dir und der Freiberuflichkeit.

Du lässt deinen Berufswunsch auch an Hürden wie Akquise und Buchführung nicht zerschellen?

Wer angestellt arbeitet, der kommt morgens ins warme Büro und erwartet zu Recht, dass die Räume geputzt sind und der Computer angeht. Freie müssen sich um all das selbst kümmern. Sie sind ihr eigener Hausmeister, Systemadministratorin, dazu Verkäuferin und Buchführungskraft. Dafür sparen sie sich enervierende Meetings und können die Recherchen unternehmen und Texte schreiben, von denen die Angestellten immer nur träumen.

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So machst du dich stark

Jeder Mensch hat seine Stärken: Die eine formuliert geschliffen und weiß alles über Handball, der andere ist ein technikaffiner Theater-Fan und kann auch größere Projekte strukturiert angehen. Das sind auch journalistische Pfunde, mit denen sich wuchern lässt. Wenn du die Tür zum Einstieg suchst, dann können dir deine Hobbys oder früheren Tätigkeiten einen Schub geben. Mach die personelle Inventur und frage dich: Wofür interessiere ich mich? Was kann ich besser als andere? Wobei habe ich Erfahrung?

Was habe ich zu bieten?

Okay, du hast dich ja vermutlich für den Journalismus entschieden, weil du gern schreibst oder eine Botschaft vermitteln willst. Aber verlass dich nicht allein auf deine Wünsche. Reichere sie mit deinen verborgenen Schätzen an. Denn das sind die Pfunde, mit denen sich wuchern lässt. Was sind das für Schätze?

1. Deine Interessen:

Das sind die Gebiete, zu denen du einen besonders tiefen Bezug hast. Die Themen, mit denen du dich sehr gern beschäftigst. Kochst du gern asiatisch? Hast du ein Faible für südamerikanische Tänze? Dann solltest du solche Themen darauf abklopfen, ob dich dein Hobby auch beruflich weiterbringen kann.
Wieso das? Versetze dich einfach mal in die Situation von möglichen Auftraggebern. Die machen ein Heft für Jäger und Angler oder einen Podcast zu alternativen Heilmitteln für Pferde. Da sucht man dann schon mal händeringend nach Autoren, denen die Leser- oder Hörerschaft nicht nach dem zweiten Satz anmerkt, dass sie einfach nicht im Thema sind.
Es muss aber gar nichts Exotisches sein. Beispiel: Ein Kollege, dem in seinem bisherigen Arbeitsbereich, der Reise, das wichtigste Standbein weggebrochen war, versuchte lange vergeblich, dafür passenden Ersatz zu finden. Erfolgreich wurde die Sache erst, als er daran erinnert wurde, dass er als Jugendtrainer beim örtlichen Fußballverein tätig ist. Da müsse doch etwas draus zu machen sein? Heute ist eines seiner Standbeine das Redaktionshandling der Berichterstattung zu den lokalen Fußballvereinen. Ein Job, wie maßgeschneidert für ihn.

2. Deine Fähigkeiten:

Darunter verstehen wir hier die Dinge, die du vielleicht nicht besonders gern machst (das waren deine Interessen, siehe oben), aber besonders gut kannst. Organsiationstalent, Recherchefähigkeit, schnelles Schreiben. Solche Sachen. Aber auch Fähigkeiten, die du zunächst mal nicht in Verbindung mit dem Journalismus bringst: gut mit Menschen umgehen, geschickt verhandeln, Fremdsprachen beherrschen, technische Abläufe lenken. 

Tipp: Viele Fähigkeiten sind dir vermutlich selbst gar nicht so bewusst. Frage deshalb Freunde, Verwandte, Kollegen, was sie bei dir als deine besonderen Fähigkeiten wahrnehmen.

Hier sind noch einige Fragen, die dir vielleicht helfen, wichtige Fähigkeiten zu identifizieren:

  • Was kann ich besonders gut?
  • Wo bin ich besser als andere?
  • Was fällt mir besonders leicht?
  • Was schaffe ich, ohne dass es mir Stress bereitet?

Einige Beispiele für journalistische Fähigkeiten, die sich in Stärkepositionen umsetzen lassen, sind: Superauge für Rechtschreibung, Hartnäckigkeit bei der Recherche, Talent beim Glossenschreiben, Lust zum Sprachwitz, Ruhe vor dem Redaktionsschluss, ein Händchen für ansprechende Optik.

3. Deine Erfahrungen:

Nicht umsonst verlangen Personalabteilungen bei Bewerbern einen Lebenslauf. Nimm dir ein Stück Papier (oder das Tablet) und liste mal auf, was du schon so alles an praktischer Erfahrung gesammelt hast.

Dazu gehören nicht nur deine beruflichen Stationen, sondern auch andere Lebenserfahrungen wie ein Auslandsaufenthalt, ehrenamtliche Tätigkeiten (Rettungssanitäter, Kirchenvorstand) sowie jetzige und frühere Hobbys (Rockband, Handballtrainerin).

4. Das Zusammenspiel:

Das ganze Wühlen in deinen verborgenen Schätzen hat natürlich einen Sinn. Es macht dich einzigartig. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dir bewusst zu machen, welche deiner Interessen mit welchen Fähigkeiten und welchen Erfahrungen ein spannendes Gesamtpaket ergeben können, auf dem sich aufbauen lässt. Deine persönliche Stärke fußt auf deiner Individualität und deiner Einzigartigkeit. Wenn sich dann noch deine Interessen, Fähigkeiten und Erfahrungen mit deinen beruflichen Zielen verbinden, dann wirst du unschlagbar!

Wie schärfe ich mein Profil?

Viele Freie sind schon froh, wenn sie überhaupt Aufträge bekommen und nehmen dann auch mehr oder minder alles an, was sie bekommen. Das Problem: Wer überall ein bisschen nascht, der verzettelt sich in der Regel. Viel hilfreicher wäre es, Aufträge zu akquirieren, die zu den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Erfahrungen passen und diese im besten Fall noch weiter ausbauen. Wie kann das gelingen? Indem du dir ein klares Profil zulegst. Darum soll es in diesem Absatz gehen.

Die scharfe Nase, das entschlossene Kinn: Das Profil sind in der Fotografie und Malerei die äußeren Linien, die dein Gegenüber erkennt und aus denen er auf die inneren Werte schließt. Genauso wollen wir es hier auch machen: Dein journalistisches Profil soll dazu dienen, dass du am Markt erkennbar wirst und durch ein klares Nutzenangebot das Interesse von Auftraggebern weckst.

Wie kann das gelingen?

Das Zauberwort hierzu lautet Nischenstrategie. Statt jedem alles anzubieten und am Ende beliebig und austauschbar zu sein, präsentiert sich die erfolgreiche Freie als Spezialistin, ach was, als einziger Profi in einem Segment, das sie nicht selten selbst erst geschaffen hat. 

„Operativer Erfolg heißt, dass man im selben Rennen schneller läuft. Strategie heißt dagegen, sich für ein anderes Rennen zu entscheiden, weil man sich darauf vorbereitet hat, es zu gewinnen“, sagt der Harvard-Professor Michael Porter, von dem wir noch mehr hören werden.

Was kann jetzt das andere Rennen sein? Dazu hilft eine Übung. Stell dir vor, du läufst auf einer Pressekonferenz deinem absoluten Wunschauftraggeber in die Arme und er fragt die Frage aller Fragen: „Was machen Sie denn so?“ Jetzt hast du 30 Sekunden Zeit, ihm den unmittelbaren Nutzen zu schildern, den du für ihn schaffen kannst. Los! 

Beispiele, die der Journalist Stefan von Andrian zusammengetragen hat, sind diese:

„Ich bin Feuerwehr für Redaktionen und Menschen in Textnot.“

„Ich lasse Menschen Geschichten erzählen und erzähle sie weiter.“

„Ich bringe Entwicklungen in der Umwelt an die Öffentlichkeit – sie recherchieren, beschreiben, aufzeigen und als Geschichten erzählen, das ist meine Aufgabe.“

Ganz gleich, ob thematische Tiefe, crossmediale Techniken oder Know-how über attraktive Zielgruppen: Es gibt viele Nischen, die noch niemand besetzt hat und die dich reizen könnten. Welche Themen, welche Erfahrungen, welche Arbeitsformen beherrschst du bereits oder willst du in den kommenden Jahren zur Meisterschaft entwickeln? Das ist genau das Material, aus dem deine Profilschärfe und damit deine Positionierung entsteht. 

Wie mache ich mich jetzt stark?

Im ersten Schritt hast du dir klargemacht, was du zu bieten hast und wo du einfach besser bist. Im zweiten Schritt hast du daraus ein klares journalistisches Profil geschnitzt. Jetzt wird es Zeit, beides, deine Stärken und dein Profil, umzusetzen in Wettbewerbsvorteile, so dass du in unserer schwierigen Branche ein vernünftiges Auskommen findest.  

Was sind Wettbewerbsvorteile? Du kannst so sehr brennen für den Journalismus wie du magst und die besten Features über ein Thema schreiben, bei dem sich keine so gut auskennt wie du. Ein angemessenes Honorar wirst du nur aus einer Position der Stärke heraus erzielen. Als Freie musst du deshalb alles dafür tun, um in eine günstige Ausgangsposition deinen Auftraggebern und deinen Konkurrenten gegenüber zu gelangen. Michael Porter würde sagen: Du brauchst Wettbewerbsvorteile.

Porter ist kein Journalist, sondern ein berühmter Professor an der Harvard Business School. Was er – für einen Wissenschaftler sehr gut lesbar – beschreibt, ist, warum es in jeder Branche einzelne Branchenteilnehmer und warum es ganze Branchen gibt, die besser verdienen und erfolgreicher am Markt operieren als andere. Und genau darum geht es dir ja auch. Du willst dich allen Schwierigkeiten zum Trotz durchsetzen.  

Was Porter als Ziel ausgibt, nennt er die optimale Positionierung. Die Idee dahinter ist ungewohnt, aber irgendwie logisch: Wo die klassische Lehre den perfekten Markt fordert, sucht er die kleinen Unperfektheiten in jeder Branche und macht sie sich zunutze. Das tut er systematisch: Er hat fünf grundlegende Branchenkräfte definiert, und nimmt sie sich unter die Lupe, eine nach der  anderen: 

Verhandlungsmacht der Lieferanten:

Die Lieferanten in der Welt der Redaktionen und Verlage – das sind wir Journalisten. Und unsere Verhandlungsmacht ist leider viel zu klein. Denn wir sind in der Regel ausreichend vorhanden und weitgehend austauschbar. Erhöhen kannst du deine persönliche Verhandlungsmacht z.B., 

  • indem du dir Nischen und Themen suchst, die wichtig bis unverzichtbar sind
  • wenn es außer dir nur weniger oder gar keine anderen Anbieter gibt
  • wenn der Kunde dich nicht ausbooten kann, indem er das, was du anbietest, selbst macht
  • wenn ein Wechsel vom Lieferanten (also dir) zu einem anderen erhebliche Kosten und Unsicherheiten brächte.

Beispiel: Wenn du z.B. als Motorjournalist durchstarten willst und fit in technischen Dingen bist, dann könntest du dich auf verbraucherorientierte Vergleiche spezialisieren. Denn Nutzwertthemen brauchen die Redaktionen und damit bist du weniger austauschbar als mit Porsche-Tests, die alle machen wollen.     

Verhandlungsmacht der Kundschaft

Die Kundschaft: Das sind bei uns die Redaktionen, die Verlage, deine Abnehmer. Deren Macht ist in den typischen Lokalredaktions-Konstellationen viel zu hoch; viele haben sogar ein Monopol. Verringern kannst du ihre Macht u.a.,

  • indem du nicht nur auf einen Hauptabnehmer setzt, sondern auf ein breiteres Kundenportfolio
  • indem du dir Kunden suchst, die nicht von Angeboten überschüttet werden
  • und indem du auf Themen setzt, die wenig angeboten, aber stark nachgefragt werden.  

Beispiel: Der o.a. Motorjournalist könnte sich z.B. andere Kunden außerhalb der klassischen Redaktionen und Verlage suchen: Ich erlebe selbst, wie Start-ups und etablierte Firmen geradezu betteln um gut geschriebene technische Texte für ihre Webseite und ihren Blog.

Bedrohung durch neue Wettbewerber:

Am Geldverdienen hindert es dich auch, wenn laufend neue Mitbewerber kommen. Das bedeutet, dass du wahrscheinlich nur noch ein kleineres Stück vom Kuchen abbekommst. Sinkende Preise sind die wahrscheinliche Folge. Du könntest sogar Stammkundschaft verlieren. Dein Ziel muss also sein, dir Nischen zu suchen, in denen der Markteintritt schwer ist. Verbessern kannst du deine Situation so:

  • Du hast dich mit den Jahren gut positioniert, wofür neue Wettbewerber erst Aufwand betreiben müssen.
  • Du suchst dir Bereiche, in denen es auf viel Erfahrung und Know-how ankommt.
  • Du sicherst dir Vertriebskanäle, an die Neue nicht so leicht rankommen.

Beispiel: Der oben beschriebene Motorjournalist kann sich darum bemühen, bei seinen Stammkunden z.B. per VPN Zugang zum Redaktionssystem zu erhalten. Und dann die Tür für andere hinter sich zumachen…

Bedrohung durch Ersatzprodukte 

Manche Bereiche im Journalismus gibt es bereits nicht mehr – den Wetterbericht für die Nachrichtenagenturen schreibt mittlerweile die KI, bei der Sportberichterstattung in den kleineren Ligen dürfte das auch bald der Fall sein. Die professionellen Autorenfotos im Lokalen werden durch Gratismaterial von Laien ersetzt. Du musst versuchen, dir einen Platz im Markt zu verschaffen, der nicht so schnell ersetzbar wird; z.B. so: 

  • Du hütest dich vor allzu simpel gestrickten, automatisierbaren Themen und setzt auf unverwechselbare Inhalte
  • Du bemühst dich, dass stets prominent die Autorennennung erfolgt.
  • Du positionierst dich in Traditionsbereichen, wo der Endkunde (der Leser, nicht der Verlag) keine Änderungen wünscht und so dein Komplize wird. 

Wettbewerbsintensität in der Branche

Wie gehen in deinem kleinen Segment die unmittelbaren Wettbewerber miteinander um? Kennt man sich, hat man Respekt? Oder gibt es Kamikazejäger, die um jeden Preis und notfalls kostenlos ihre Beiträge loswerden wollen? Gibt es andere, die vielleicht gar keine Möglichkeit haben, sich zu verabschieden und schlicht dabei bleiben müssen – auch wenn die Branche schrumpft, wie das bei vielen Medienbereichen leider der Fall ist? Das kannst du tun, um einen guten Platz zu finden und zu halten:

  • Halte gezielt nach Plätzen in deiner Minibranche Ausschau, wo der Wettbewerb geringer ist und am besten auch bleibt. Das sind oft die weniger glamourösen. 
  • Versuche, dich und die Ergebnisse deiner Arbeit zu unterscheiden. Was unterschiedlich ist, ist auch preislich nicht mehr so vergleichbar.
  • Wo sich der direkte Wettbewerb nicht vermeiden lässt: Bevorzuge den Leistungs-, nicht den Preiswettbewerb! 
  • Investiere da hinein, dich mit den Kolleg(inn)en austauschen, fair miteinander umzugehen und idealerweise abgestimmt vorzugehen.

➜ Hinweis: Zu den 5 Forces und wie du sie nutzen kannst gibt es auch eine Toolbox.

Fazit

Vielleicht schwirrt dir jetzt zunächst der Kopf vor lauter Wettbewerbs- und Branchendiskussion. Wenn das so ist, dann lehne dich erst mal zurück, schlafe vielleicht mal drüber und begreife dann die vielen Ideen als Chancen, dein kleines Betriebsboot in attraktive Gewässer zu bringen – vielleicht nicht gleich heute, aber mit der Zeit. Und vergiss nie: Die erfolgreichsten Freien sind nicht unbedingt die Super-Schreibenden, sondern die cleveren Kleinunternehmen, die auch wissen, dass sie von ihrer Arbeit leben müssen.

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Wie du deinen freien Journalismus zum Laufen bringst – die Broschüre

Du willst alles mal auf einen schnellen Blick sehen? Wir haben dir das in eine kleine Broschüre gepackt, die du dir hier direkt anschauen kannst:

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Wo finde ich Infos zur Existenzgründung?

Infos direkt beim DJV
Erste Quelle für deine journalistische Existenzgründung ist für dich dieser Online-Ratgeber sowie der DJV. Die DJV-Landesverbände und der Bundesverband bieten regelmäßig Seminare oder Webinare an, mit denen dir Grundwissen vermittelt wird. Wenn in deinem Bundesland gerade kein Termin angesetzt ist, kannst du auch in einem anderen Landesverband anfragen. Verschiedene Landesverbände haben auch eigene Weiterbildungseinrichtungen oder beteiligen sich an Journalismusakademien, die ebenfalls Kurse für den Start in den freien Journalismus anbieten. Auch auf Ortsvereinsebene gibt es immer wieder einmal entsprechende Veranstaltungen. Ohnehin können dir andere Freie (und auch Redaktionen, die oft aus ehemaligen Freien bestehen) Tipps geben, „wie der Hase läuft“. Daher zögere nicht, den „Stammtisch“ des Ortsverein, die Sitzung der DJV-Betriebsgruppe im Rundfunksender und die Journalismus- oder Medientage des DJV-Landesverbandes zu besuchen.

Hilfen von der Landesmedienanstalten
Verschiedene Landesmedienanstalten (die eigentlich im Wesentlichen für die Aufsicht für den privaten Rundfunk und Online-Angebote zuständig sind) haben Einrichtungen aufgesetzt, mit denen vor allem innovative Gründungen und Investitionen im Medienbereich unterstützt werden. Hier dazu auch ein Bericht in filmundtvkamera.de, in dem auch die folgenden Gründungseinrichtungen erwähnt werden:

Die Kammern als Informationsquelle und Beratung
Auch wenn die journalistische Tätigkeit nicht „kammerpflichtig“ ist, bieten die Industrie- und Handelskammern zahlreiche Veranstaltungen und Informationen an, die auch für Freie im Journalismus hilfreich sein können. Gleiches gilt für die Handwerkskammern. Es kann ohnehin sein, dass Freie ein „Fall für die Kammer“ werden, wenn sie aufwendige Medienprojekte stemmen und eine eigene Firma gründen, z.B. eine GmbH. Viele Kammern haben auch regelmäßige „Gründungstage“, auf denen kompakt über die wesentlichen Fragen informiert wird. Es muss aber damit gerechnet werden, dass spezifische Fragen für die Tätigkeit im Journalismus, beispielsweise die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse, dort nicht behandelt werden. Daher wird dazu geraten, auch und gerade die DJV-Informationen konsequent zu nutzen.

Allgemeine Hinweise von Portalen
Eine Reihe von Existenzgründungsportalen und Online-Magazinen/Blogs stellen hilfreiche Tipps zur Gründung bereit. Hier seien nur einige genannt:

Gründungsangebote der Landesregierungen, geordnet nach Bundesländern:

Baden-Württemberg

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg: www.wm.baden-wuerttemberg.de

Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg: www.mfg.de

Bayern

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie: Gründerland

Berlin

Gründungsnetzwerk Berlin: www.gruenden-in-berlin.de

Brandenburg

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE): Informationen zur Gründung

Bremen

Bremer Investitionsgesellschaf: www.big-bremen.de

Hessen

Geschäftsstelle Hessen-media: www.hessen-media.de

RKW Hessen: www.rkw-hessen.de

Mecklenburg-Vorpommern

Gründer MW

Niedersachsen

NBank: www.nbank.de

NBB/MBG-Bürgschaften: www.nbb-hannover.de

Nordrhein-Westfalen

Wirtschaftsministerium NRW: Informationen für Gründungen

Rheinland-Pfalz

Gründungsinitiative Rheinland-Pfalz 

Saarland

Saarland Offensive für Gründung (SOG) 

Sachsen

Sächsische Aufbaubank: Gründungsinformationen

Sachsen-Anhalt

Gründen in Sachsen-Anhalt – Hier.we go!

Schleswig-Holstein

Informationen der Landesregierung

Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein GmbH: www.wtsh.de

Thüringen

Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmen

Thüringer Aufbaubank: Förderprogramme

➜ Hinweis: Zu Förderung und Anschubfinanzierung gibt es hier ein eigenes Kapitel.

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Hier bekommst du einen Überblick, wo du dich anmelden musst, bevor du journalistisch loslegen kannst

Eine Journalismuskammer gibt es in Deutschland nicht. Sobald du beschließt, journalistisch zu arbeiten, bist du im Beruf. Trotzdem musst du dich bei einer Behörde anmelden, sobald du mit einer journalistischen oder mit einer anderen selbständigen Tätigkeit anfängst: nämlich beim Finanzamt. Dafür gibt es Formulare („Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“). Such dir das passende online für dein Bundesland oder ruf beim Finanzamt an. Das Finanzamt interessiert sich vor allem dafür, mit welchem Gewinn und Umsatz du zum Start rechnest und ob du auf die Umsatzsteuer optierst. Davon ist dann abhängig, ob, wann und wieviel Einkommen- und Umsatzsteuer du im Voraus ans Finanzamt abzuführen hast.

Verwechsle die Meldung beim Finanzamt  nicht mit einer Gewerbeanmeldung. Die meisten Freien üben kein Gewerbe aus und brauchen daher weder Gewerbeanmeldung noch -genehmigung. Mehr zum Thema Gewerbe gleich.

Statt das Formular zu nutzen, kannst du dem Finanzamt auch formlos schreiben:

>>Hallo Finanzamt, ich nehme ab dem <Datum> eine Tätigkeit als freie Journalistin auf. Ich rechne mit einem Umsatz von 18.000 Euro und einem Gewinn von 6.000 Euro für das Jahr <jahr>. Ich berechne die Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten. <<

Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer
Bei den Kammern müssen sich „normale“ Freie nicht melden. Dazu kann es aber kommen, wenn Du anfängst, Geld mit einer Onlineplattform, mit Produktionsgesellschaften oder anderen gewerblichen Aktivitäten zu verdienen. Wenn du fotografisch tätig bist, können Aktivitäten wie Hochzeit- oder Werbefotografie auch zu einer Meldepflicht führen.

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Hier checkst du, welche Steuerarten dich betreffen

– Einkommensteuer

Wer Geld verdient („ein Einkommen hat“), der muss in Deutschland Einkommensteuer zahlen. Die ersten 10.908 Euro pro Jahr als Single bzw. das Doppelte als Ehepaar musst du aber nicht versteuern, das ist der Grundfreibetrag. Einkommensteuer zahlst du für das, was darüber hinaus geht: Der Steuersatz beginnt bei 14 % und steigt mit dem Einkommen. Der Spitzensteuersatz von 42 % greift ab 66.761 Euro Einkommen (Stand: 2024).

Wenn dein Einkommen unter dem Freibetrag liegt, dann musst du auch keine Steuererklärung abgeben. Zu deinem Einkommen zählen allerdings auch alle anderen steuerpflichtigen Einnahmen neben den journalistischen – z.B. Einnahmen aus Vermietung oder aus einem anderen Job.

– Gewerbeanmeldung und Gewerbesteuer

Wenn du als klassisch freiberuflich tätige Person deine Texte, Bilder, Fotos, Filme an Verlage und Rundfunkanstalten verkaufst, dann musst du dir keine Gedanken um Gewerbesteuer machen. Du bist ➔ freiberuflich tätig, und das ist ein echter Vorteil: Du musst keine Gewerbesteuer zahlen, kein Gewerbe anmelden und dich in keinem Register eintragen – du kannst einfach so anfangen. Und deine Buchführung ist obendrein stark vereinfacht (➔ Einnahmenüberschussrechnung).

Weil von Verlagen und Rundfunkanstalten aber immer weniger Freie leben können, heißt es neue Geschäftsfelder erschließen. Und da beginnt die Krux; denn mit vielem von dem, womit du heute journalistisch Extra-Geld verdienen kannst, verlierst du diese Freiberuflichkeit und ihre Vorteile. Und evtl. auch die Zuzahlung der ➔ Künstlersozialkasse zur Kranken- und Rentenversicherung. Das gilt insbesondere, wenn du neben der journalistischen Arbeit auch Public Relations oder Anzeigenakquise betreibst.

Die genaue Abgrenzung ist schwierig und nicht mit zwei Sätzen erklärt. Als Faustregel kann gelten, dass Schreiben, Recherchieren, Redigieren unproblematisch ist, Beraten und Verkaufen aber in der Regel gewerbliche Tätigkeiten sind. Details findest du im folgenden Exkurs:

➔ Zum Aufklappen: Freiberuflich oder vielleicht doch gewerblich?

Journalistisch tätige Personen sind entweder freiberuflich tätig oder aber gewerblich. Im letzteren Falle zahlen sie neben der Einkommensteuer auch noch die Gewerbesteuer an die jeweilige Stadt, sofern sie mit ihrem Gewinn über 24.500 Euro im Jahr liegen. Gewerbesteuerpflichtig sind neben den Gewerbetreibenden im Sinne des Einkommensteuergesetzes per Gesetz automatisch die GmbHs.

Das Einkommensteuerrecht kennt zahlreiche Einkommensteuertatbestände; für freiberuflich im Journalismus tätige Personen kommen entweder die „Einkünfte aus selbständiger Arbeit“ oder „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ in Betracht.

Die Einkünfte aus „selbständiger Arbeit“ werden in §18 Einkommensteuergesetz definiert. Leider unvollständig, mit der Folge, dass immer mal wieder Streit darüber entsteht, ob jemand freiberuflich tätig ist oder gewerblich. Im Bereich Journalismus taucht dieses Problem bei PR-Fachleuten auf. Der Gesetzgeber hat in §18 Einkommensteuergesetz festgelegt, dass zu den Einkünften aus selbständiger Tätigkeit Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit zählen. Die freiberufliche Tätigkeit als solche wird allerdings nicht definiert, sondern das Gesetz versucht über so genannte „Katalogberufe“ und ihnen „ähnliche Berufe“ diesen Begriff auszufüllen. Im Gesetz heißt es, dass zu den freiberuflichen Tätigkeiten u. a. schriftstellerische Tätigkeit, die selbständig ausgeübt wird, gehört; bei dem Begriff „Katalogberuf“ sind Personen aufgeführt, die journalistisch und/oder in der Bildberichterstattung tätig sind. Der Begriff „Journalistin / Journalist“ als solcher ist im Gesetz nicht festgelegt. Die Berufsbezeichnung ist auch gesetzlich nicht geschützt.

Der Bundesfinanzhof zählt zum Wesen der journalistischen Tätigkeit die gegenwartsbezogene Berichterstattung, die auf eine Öffentlichkeit hin ausgerichtet ist.

So hat er 1971 (abgedruckt im Bundessteuerblatt 1972 II, S. 315) formuliert: „Die Sammlung und Verarbeitung von Informationen des Tagesgeschehens, die kritische Auseinandersetzung mit diesen Informationen und die Stellungnahme zu den Ereignissen des Zeitgeschehens, sei es auf politischem, gesellschaftlichem, wirtschaftlichem oder kulturellem Gebiet, machen das Berufsbild des Journalisten aus. Dabei ist es gleichgültig, ob der Journalist sich mündlich oder schriftlich äußert und welcher Medien er sich bedient. …“ Zum Wesen der selbständig ausgeübten journalistischen Tätigkeit gehört es, dass sich die journalistisch tätige Person mit den Ergebnissen ihrer Arbeit unmittelbar oder mittelbar durch ein Medium an die Öffentlichkeit wendet (so der Bundesfinanzhof 1978, abgedruckt im Bundessteuerblatt 1978 II, S. 565).

Entscheidende Kriterien sind nach dieser Rechtsprechung also der Gegenwartsbezug der Tätigkeit sowie die Öffentlichkeit. Freiberuflich tätig im Sinne der Steuerrechtes sind danach unstreitig diejenigen, die eine Werkszeitung redigieren oder für eine Kundenzeitschrift arbeiten. Ebenso unstreitig ist, wer dem Vorstand des Unternehmens lediglich berichtet, gewerblich tätig. Auch die Broschüre, die anlässlich eines Firmenjubiläums er­stellt wird, stellt keine freiberufliche Tätigkeit dar.

Einkünfte von im Übrigen im Bildjournalismus tätigen Personen aus der Werbung (die Bilder werden z.B. für Werbezwecke eines Unternehmens eingesetzt) führen zu gewerblichen Einkünften. Generell lässt sich sagen, dass von der Rechtsprechung die Anforderungen an die Gegenwartsbezogenheit um so geringer ausfallen, je größer die Öffentlichkeit ist, für die die Information bestimmt ist.

Journalistisch tätige Personen, die in beiden Bereichen tätig sind, sollten aus den genannten steuerrechtlichen Gründen auch die Einnahmen dieser beiden Bereiche trennen und in einer gesonderten Buchführung erfassen. Gesonderte Erfassung setzt auch voraus, dass diese Einkünfte getrennt honoriert werden, wenn z.B. der Auftrag sowohl freiberufliche als auch gewerbliche Elemente enthält. Wird die freiberufliche nicht von der gewerblichen Tätigkeit in Form von einer zweiten Buchführung getrennt, werden nämlich die gesamten Einnahmen den gewerblichen Einkünften zugerechnet und damit auch die Gesamteinnahmen der Gewerbesteuer der Stadt unterworfen.

Und: Journalistisch tätige Personen sind als freiberuflich Berufstätige in jedem Fall schriftstellerisch tätig. Das ist nach Ansicht des Bundesfinanzhofs sogar der Ober­begriff.

Grundsätzlich ist aber auch Gewerblichkeit kein Drama, wenn dadurch am Ende genug Geld in die Kasse kommt. Dann zahlst du eben neben der Einkommensteuer auch noch Gewerbesteuer an die Gemeinde, sofern du mit deinem Gewinn über 24.500 Euro im Jahr liegst. Automatisch gewerbesteuerpflichtig bist du, wenn du dir als Rechtsform die GmbH aussuchst – auch wenn du darin nur rein freiberufliche Tätigkeiten ausübst.

– Umsatzsteuer

Neben der Einkommensteuer (und ggf. der Gewerbesteuer) zahlst du auch noch Umsatzsteuer ans Finanzamt. Das Prinzip ist gar nicht mal so kompliziert: Die Umsatzsteuer musst du zusätzlich zu deinen Honoraren von deinen Auftraggebern verlangen und kassieren und sie dann ans Finanzamt abführen. Als Gegenleistung für das Inkasso erlaubt dir das Finanzamt, die von dir selbst beim Kauf von Arbeitsmaterialien gezahlte Mehrwertsteuer (die „Vorsteuer“) abzuziehen und dem Finanzamt nur die Differenz zu überweisen.

Beispiel: Du hast 400 Euro Mehrwertsteuer auf deine Honorare erhalten und 100 Euro Mehrwertsteuer (Vorsteuer) für Arbeitsmaterialien bezahlt. Dann musst du nun an das Finanzamt den Differenzbetrag von 300 Euro als Umsatzsteuer abführen.

– Mehr Infos

  • Steuertipps für Künstlerinnen und Künstler (auch für Steuerfragen im freien Journalismus geeignet), von der Bayerischen Staatsregierung, kostenlos zum Download unter diesem Link
  • Steuertipps vom DJV für Angestellte und Freie (9.50 Euro), Bestellung bei der DJV-Verlags- und Service GmbH unter diesem Link

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Die Einkommensteuer ohne Stress erledigen

– Einkommensteuer: Worum es hier geht

Die Einkommensteuer betrifft die Freien als Selbständige als auch als Lohnsteuerpflichtige (wenn sie lohnsteuerpflichtig an Rundfunkanstalten tätig sind). An dieser Stelle geht es allerdings um die steuerlich Selbständigen. Viele Hinweise für Lohnsteuerpflichtige findest du dagegen in den DJV-Steuertipps, (dort findest du übrigens auch sehr viele detaillierte Informationen für Selbständige).

– Was musst Du dokumentieren und warum?

Üblicherweise ermitteln frei journalistisch tätige Personen ihre Einkommensteuer durch eine so genannte Einnahmen-Überschussrechnung. Das heißt, dass Einnahmen und Ausgaben aufgezeichnet werden und der Gewinn dann besteuert wird. Daneben kennt das Steuerrecht die Besteuerung des Bilanzgewinns. Eine Bilanz setzt eine ordnungsgemäße Buchführung voraus, wie sie Kaufleute zu führen haben. Da das aber viel Aufwand und für Freie keine Pflicht ist, machen es die meisten Freie nicht. Sie bevorzugen die einfache Buchführung.

Der Gewinn wird auch durch Rückstellungen gemindert. Freiberuflich tätige Personen können unter gewissen Voraussetzungen auch eine Rückstellung für geplante Investitionen bilden (sog. Investitionsabzug). Die Bedingungen hierfür sind aber sehr anspruchsvoll, weswegen hierzu eine Steuerberatung in Anspruch genommen werden sollte.

Für die Buchhaltung ist die Dokumentation von Einnahmen und Ausgaben durch Quittungen oder Eigenbelege bzw. plausible Aufzeichnungen erforderlich. Hierzu hat die Finanzverwaltung detaillierte Vorschriften erlassen. Rechnungen bzw. Rechnungskopien sind zehn Jahre lang aufzubewahren. Sonstige Geschäftskorrespondenz ist sechs ­Jahre lang aufzubewahren. Wenn das Geschäft vornehmlich digital (per Mail und Internet) ausgeübt wird, ist daher auch und gerade die E-Mail-Korrespondenz aufzubewahren. Der DJV hat mit der Finanzjournalistin Constanze Elter ein Webinar durchgeführt, dessen Aufzeichnung unter djv.de/shop erhältlich ist.

– Einnahmen ehrlich auflisten

Als Betriebseinnahmen zählen alle Einnahmen, die dir im Rahmen deiner beruflichen Tätigkeit zufließen. Neben den Honoraren gehören dazu auch die vereinnahmte Mehrwertsteuer und erstattete Kosten (Reisekosten, Telefon etc.), aber auch Erträge aus dem Verkauf des zum Betrieb gehörenden Anlagevermögens, wie z.B. Einnahmen aus dem Verkauf eines betrieblich genutzten Pkw. Die private Nutzung eines auf Betriebskosten angeschafften Pkw muss mit monatlich 1 % des Neuwagen-Listenpreises als Einkommen versteuert werden. Einnahmen sind auch Zahlungen der Verwertungsgesellschaften Wort bzw. Bild-Kunst.

– Mit Ausgaben die Steuerlast senken

Betriebsausgaben sind neben den Materialien für die Arbeit unter anderem die Kosten für das beruflich genutzte Arbeitszimmer und die Beiträge zum DJV.

Das Arbeitszimmer absetzen: Die Kosten für das Arbeitszimmer werden nur dann als Betriebsausgaben anerkannt, wenn die berufliche Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50 Prozent der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit beträgt oder wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Wird das Arbeitszimmer anerkannt, so können nicht die gesamten Aufwendungen abgesetzt werden; Betriebsausgaben sind maximal 1.250 Euro pro Jahr. Die Begrenzung auf diesen Betrag entfällt lediglich bei den Steuerpflichtigen, bei denen das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieb­lichen und beruflichen Betätigung bildet. Hier kommt es auf die konkreten Umstände der Arbeit der Freien an. 

– Größere Anschaffungen über mehrere Jahre abschreiben

Werden Arbeitsmittel angeschafft, die mehr als 800 Euro kos­ten (ohne Umsatzsteuer), so können sie nicht im laufenden Jahr in voller Höhe als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Derartige Gegenstände müssen „abgeschrieben“ werden, d.h. die Anschaffungskosten werden auf mehrere Jahre verteilt. Auf wie viele Jahre sie verteilt werden müssen, ist der so genannten Tabelle „Absetzung für Abnutzung“ (AfA-Tabelle) zu entnehmen, die das Finanzamt führt. Die AfA-Tabelle berücksichtigt die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Arbeitsmittels. Bei Autos legt diese Tabelle sechs Jahre zu Grunde und bei Computern ein Jahr. Die Anschaffungskosten sind also auf die entsprechenden Steuerjahre zu verteilen. Eine Alternative zu dieser „Afa-Abschreibung“ ist die Sammelabschreibung. Sie kann für Wirtschaftsgüter im Wert zwischen 250 Euro und 1000 Euro gebildet werden. Diese Posten werden dabei im Pool gesammelt und dann zusammen über fünf Jahre linear mit 20 Prozent abgeschrieben, die tatsächliche Nutzungsdauer spielt keine Rolle. Steuerpflichtige können und müssen sich jedes Jahr entscheiden, ob sie für das betreffende Jahr „nach AfA-Tabelle“ oder „per Sammelabschreibung“ abschreiben. Was vorteilhaft ist, wird meist nur der Dialog mit der Steuerberatung klären können.

– Eigenbelege schreiben

Was tun, wenn du zwar eine Ausgabe hattest, aber keinen Beleg dafür bekommen hast oder ihn nicht mehr findest? Dann rettet dich ein Eigenbeleg. Den kannst du dir selbst schreiben und wie einen normalen Beleg in deiner Abrechnung anheften. Der Eigenbeleg muss zwingend einige Angaben enthalten:

  • Datum, Gegenstand und Zusammenhang mit der geschäftlichen Tätigkeit
  • Name und Adresse des Zahlungsempfängers,
  • Summe (am besten glaubhaft machen mit Kontoauszügen oder Kreditkartenabrechnungen),
  • Ausstellungsdatum des Eigenbelegs (also heute)
  • eigenen Namen und Unterschrift.

Einen wichtigen Nachteil hat der Eigenbeleg: Du kannst damit nur den Aufwand als Betriebsausgabe anerkennen lassen, aber keine Vorsteuer ziehen.

– Reisekosten nicht vergessen

Kleine Reisen:

Viele journalistisch Berufstätige schütteln jetzt den Kopf und sagen: „Ich verreise doch gar nicht.“ Aber sie reisen eben doch: heute 5 Kilometer zum Fototermin ins Nachbardorf, morgen 12 Kilometer zum Interview in die Kreisstadt, übermorgen 7 Kilometer zur Themenabsprache in die Redaktion. Das alles lässt sich in einer Tagesreisenliste festhalten, in der jede dieser kleinen Reisen eine Zeile erhält und die Spalten z.B. diese Titel haben:

Datum, z.B. 13.01.2024
Zielort, z.B. Bonn
Start, z.B. 9:30 (Uhr)
Ende, z.B. 17:45 (Uhr)
Grund der Reise, z.B. Bericht FC Bonn – SpVgg Lüdenscheid
Verpflegungspauschale, 14 € (die darf man bei Abwesenheit von mehr als 8 Stunden schreiben)
Kilometer, z.B. 17 (ergibt bei Fahrt mit Privat-Pkw 17 * 0,30 = 5,10 Euro)
Nebenkosten, z.B. 3,50 €. (z.B. für Trinkgelder, Parkuhr, Garderobe ggf. auch ohne Beleg)
Steuerliche Zuordnung: freiberufliche Tätigkeit (nur nötig, wenn nicht alles freiberuflich ist)

Das macht im Beispiel zusammen 14 + 5,10 + 3,50 = 22,60 einkommensteuerlich absetzbare Euro.

Große Reisen:

Das oben beschriebene System funktioniert perfekt für Fahrten zu Pressekonferenzen, Redaktionsbesuchen, Interviewterminen etc. Bei der sechswöchigen Recherchetour um die Welt versagt es aber. Dafür gibt es die „große“ Reisekostenabrechnung.
Die strukturiere ich persönlich in diese fünf Punkte:
◾ Fahrtkosten
◾ Unterbringungskosten
◾ Verpflegungsmehraufwand
◾ Sonstiges
◾ Bewirtungen
Zu Fahrtkosten: Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, schreibe ich da gern einfach: siehe Abrechnung eintägiger Reisen, weil ich so mehr Überblick habe. Selbst bei einer Volleinladung z.B. zu einer Pressereise bleiben zumindest noch die Anreise zum Flughafen, ggf. Taxi unterwegs und auch mal ein Mietwagen, den ich mir extra nehme.
Zu Unterbringungskosten und Verpflegungsmehraufwand: Da gibt es ja die Pauschalsätze, die das Bundesfinanzministerium jährlich aktualisiert. (s.a. Link). Wer Übernachtungs-Rechnungen hat, der checkt, ob die Pauschale mehr hergibt. In Deutschland kann man leider nur 20 Euro pauschalieren…
Bei Einladung entfallen die Unterbringungskosten, idR nicht aber der Verpflegungsmehraufwand. Denn typischerweise liegen wir ja nicht im All-inclusive-Ferienclub am Strand, sondern sind unterwegs. Wo viel bezahlt wird, setze ich halbe oder viertelte Verpflegungspauschalen an.
Typisches Sonstiges ist bei mir…
◾ Internetpauschalen
◾ Zeitungen + Zeitschriften
◾ Trinkgelder (Hotels, Restaurants, Guides)
◾ Geldabhebung
Belege: Ich sammle wie wild, auch eindeutig nicht absetzbare Belege wie z.B. Espresso in der Bar, Flasche Wasser im Supermarkt. Zum einen, weil ich somit glaubhaft machen kann, dass ich tatsächlich da war, zum anderen, weil ich zeigen kann, dass ich Ausgaben neben der All-inclusive-Einladung gehabt habe. Zum dritten, weil Finanzamtsleute sichtbar vor Detailprüfungen zurückschrecken, wenn viele Belege da sind…

Wann „kleine“ und wann „große“ Abrechnung? Ich mache meistens eine „große“ Abrechnung, wenn die Nebenkosten deutlich über 10 Euro steigen. Und natürlich, wenn ich mit Auftraggebern abrechne.

Fazit: Die Abrechnung lohnt sich häufig mehr als das Honorar für den Bericht….

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Häufig gestellte Fragen

(Antworten anzeigen durch Klicken auf Frage)

➔ Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?

Die Umsatzsteuerpflicht besteht nicht, wenn der Umsatz im vergangenen Jahr 22.000 Euro (Umsatz, nicht: Gewinn) nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr 50.000 Euro nicht übersteigt. Bei Existenzgründung gilt im ersten Jahr bereits ab Überschreiten von 22.000 Euro Umsatz die Umsatzsteuerpflicht. Für Personen, die im Laufe eines Jahres gründen, sinkt diese Grenze anteilig. Wer etwa erst am 1. Juli gründet, für den gilt die Grenze von 11.000 Euro.

Werden diese Umsatzgrenzen nicht erreicht, fällt die Zahlung der Umsatzsteuer weg, und die Freien dürfen auch von ihren Auftraggebern keine Mehrwertsteuer fordern. Wer keine Umsatzsteuer erhebt, muss das auf seinen Rechnungen explizit deutlich machen. Rechnungsmuster gibt es beim DJV.

Die Mehrwertsteuer beim Einkauf fällt deswegen aber nicht weg! Wer von der Umsatzsteuer auf Grund der geringen Umsätze befreit ist, fährt also nicht unbedingt besser als die Person, die bezahlen muss. Hier hilft der Gang zum Finanzamt: Dort kann man sich sozusagen freiwillig bereiterklären („optieren“), Umsatzsteuer zu zahlen, obwohl man es eigentlich gar nicht müsste. Diese Erklärung („Option“) ist allerdings für fünf Jahre verbindlich! Die Option führt dazu, dass man die gezahlte Mehrwertsteuer (Vorsteuer) in Abzug bringen kann. Grundsätzlich gilt als Ausübung der Option, wenn auf der Rechnung die Umsatzsteuer berechnet wird.

➔ Brauche ich eine Steuerberatung?

Am Anfang nein. Du kannst dir natürlich eine suchen; aber auch die beste Steuerberatung braucht deine Zuarbeit. Du musst dich also schon auch selbst ein bisschen mit dem Thema beschäftigen. Wenn du zu Beginn deiner Karriere noch wenig verdienst, bei der Einkommensteuer die Betriebsausgabenpauschale und noch keine Umsatzsteuer berechnen musst, dann solltest du es eigentlich auch ganz gut allein schaffen. Ggf. kannst du dir auch von einer Steuersoftware helfen lassen. Die Stiftung Warentest empfiehlt Wiso, Quicksteuer und Steuereasy. Je vielschichtiger deine Einkünfte und Aufwendungen werden und wenn es nach einer Weile hoffentlich um viel Geld geht, dann erleichtert dir eine Steuerberatung vieles. Fazit: Die Standards solltest du auch selber können. Und für die besonderen Fragen solltest du dir ein Steuerberatungsbüro suchen, das auch viele andere Journalisten hat.

➔ 7 oder 19 Prozent Mehrwertsteuer?

Als journalistisch tätige Person berechnest du in der Regel 7 Prozent. Das gilt immer dann, wenn du Leistungen verkaufst, >>deren wesentlicher Inhalt in der Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) besteht<<. Das sind lt. Urheberrechtsgesetz (§12 (2) 7 c) begünstigte Leistungen, also mit ermäßigtem Mehrwertsteuersatz. Volle Mehrwertsteuer (19 Prozent) berechnest du für gewerbliche Tätigkeiten (siehe oben) und offiziell auch für nicht urheberrechtlich geschützte Nachrichten und das reine Sammeln von Daten. Zur Vereinfachung erlauben die Finanzämter aber idR, dass journalistisch Tätige auf ihre (journalistischen) Leistungen den ermäßigten Steuersatz anwenden.

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So findest du ein Stipendium

Das wär’s doch: sich für ein Viertel-, halbes oder ganzes Jahr ganz aufs Arbeiten konzentrieren zu können, weil der Lebensunterhalt durch ein Stipendium gesichert ist. So einfach ist es natürlich nicht; Stipendien sind beim Pitching wie beim Reporting durchaus aufwendig. Aber sie geben dafür auch mehr als Geld: Man lernt andere Freie kennen und wird oft auch inhaltlich gefördert. Übersichten bieten u.a.

  • das Portal Journalistenpreise des Oberauer-Verlags (Link)
  • die Webseite von Netzwerk Recherche (Link)
  • der Deutsche Medienverband (Link)

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So hilft dir eine Stiftung

Rund 120 Stiftungen haben nach Angaben des Bundesverband Deutscher Stiftungen einen direkten oder indirekten Bezug zur Journalismusförderung (siehe DJV-Whitepaper „Wie Stiftungen Journalismus fördern können“. In der Praxis sind es sogar deutlich mehr, weil die Förderung des Journalismus nicht als eigenständiger gemeinnütziger Zweck gilt und deshalb viele Stiftungen die Journalismusförderung als Bildung, Wissenschaft, Völkerverständigung oder Förderung des demokratischen Staatswesens deklarieren. 

Wer von Stiftungen gefördert werden will, der braucht idR ein Projekt, ein gutes Thema, eine passende Recherche-Idee. Dann ist man in der deutschen Stiftungslandschaft manchmal an der richtigen Adresse. Die bekanntesten journalismusfördernden Stiftungen sind: 

  • August-Schwingenstein-Stiftung
  • Brost-Stiftung
  • GLS-Treuhand (Link)
  • Klaus-Tschira-Stiftung
  • Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Otto-Brenner-Stiftung
  • Rudolf-Augstein-Stiftung
  • Schöpflin-Stiftung (Link)
  • Volkswagen-Stiftung
  • ZEIT-Stiftung

Einen guten Einstieg ins Thema bietet das o.g. DJV-Whitepaper „Wie Stiftungen Journalismus fördern können“ und dort vor allem das Kapitel „Die richtige Stiftung finden“. Mit diesem Hintergrundwissen lässt sich dann in der Online-Datenbank des Bundesverband Deutscher Stiftungen (Link) nach geeigneten Kandidaten Ausschau halten.

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Kennst du Medialabs?

Geht es bei dir eher in die Richtung journalistisches Start-up? Und hat das vielleicht sogar etwas mit Innovation und Technik zu tun? Dann solltest du dich unbedingt auch mit den vier deutschen Medialabs beschäftigen:

  • Medialab Bayern
  • Next Media Accelerator Hamburg
  • Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ)
  • Journalismus Labs NRW

Sie alle haben eins gemeinsam: Sie fördern Gründungen ganzheitlich, also nicht nur mit Geld, sondern auch mit Coaching, Technik und ihrem breiten Netzwerk. Das bedeutet allerdings auch: Wer eigentlich nur Geld will und sonst in Ruhe gelassen werden, der ist hier vermutlich an der falschen Adresse.

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Das solltest du bei einem Kredit beachten

Am besten ist es natürlich immer, eine Förderung zu bekommen, die nicht zurückgezahlt werden muss. Manchmal ist die aber nicht zu bekommen. Dann bleibt die Möglichkeit eines Kredits, der später zurückgezahlt werden muss. 

Viele freiberuflich Berufstätige machen sich darüber erst mal wenig Gedanken und überziehen, wenn es eng wird, eben das Konto. Das heißt offiziell Dispokredit und ist gleich in mehrerer Hinsicht unglücklich. Es wird nämlich ein Mehrfaches der üblichen Bankzinsen gezahlt. Und die Bank kann regelmäßig ohne Einhaltung längerer Fristen kündigen.

Ebenso gefährlich ist der Verwandtenkredit. Grundsätzlich sollte der Grundsatz gelten: Mit Verwandten macht man keine Geschäfte. Besonders unglücklich ist es, Verwandte zur Abgabe von Bürgschaften zu bewegen, wenn diese nicht besonders vermögend sind.

Eine traumatische Erfahrung für manchen Freien ist der Versuch, einen Bankkredit zu bekommen. Oft wird unsereins als „Peanuts“ und Störfaktor wahrgenommen. In der Regel verlangt die Bank einen Businessplan und will auch sonst viele Dinge wissen, die man als Einsteiger selbst noch nicht beantworten kann. Wichtig zu wissen: Banken geben, wenn überhaupt, idR nur Investitionskredite, d.h. Mittel für den Kauf von Sachmitteln wie etwa die Grundausstattung des Büros. Die Finanzierung des laufenden persönlichen Lebensunterhalts (Lebensmittel, Kleidung, Wohnen) wird dagegen eher kritisch gesehen. Wer das braucht, sollte unbedingt darauf achten, dass der Begriff „Betriebsmittelkredit“ in der Kreditvereinbarung steht.

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So funktioniert der KfW-Gründerkredit

Öffentliche Banken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellen verbilligte Investitionskredite bereit. An die kommst du allerdings nicht direkt, sondern du musst sie über eine Bank oder Sparkasse beantragen. Die Banken bekommen eine Provision vom Staat dafür – trotzdem wollen manche lieber ihre eigenen, teureren Kredite verkaufen…

Und du brauchst im Regelfall 20 Prozent Sicherheiten. Wer keine Sicherheiten anbieten kann, sucht sinnvollerweise gleich nach einer Einrichtung, die die Ausfallbürgschaft zu 100 Prozent übernimmt.   

Der KfW ERP-Gründerkredit Startgeld kann bis 5 Jahre nach Gründung beantragt werden. 

Die Laufzeit ist bis zu 10 Jahre.

Finanziert werden bis zu 125 000 Euro.

Das Geld gibt es auch als Betriebsmittelkredit (zur Deckung des Lebensunterhalts).

Der Finanzierungsanteil geht bis 100 Prozent.

Enthalten sind 80 Prozent Haftungsfreistellung für die Bank.

Ein Nebenerwerb ist anfänglich möglich. Neben diesem Standardkredit gibt es bei der KfW so viele andere Finanzierungsprodukte, dass sie im KfW-online-Portal einen Produktfinder anbietet. Zur Weiterentwicklung der Geschäftsidee vor der Kreditvergabe steht Gründern eine Gründerplattform zur Verfügung.

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Das ist der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit

Du beziehst Arbeitslosengeld oder hast Anspruch darauf? Dann kannst du Leistungen der Agentur für Arbeit zur Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit nach § 57 SBG III beziehen. 

Es besteht allerdings kein Anspruch auf den Gründungszuschuss, um aus der Arbeitslosigkeit zu gründen. Seit 2012 liegt die Bewilligung allein im Ermessen deines Arbeitsvermittlers bei der Arbeitsagentur. Kriterien sind der Vermittlungsvorrang in eine unselbständige Beschäftigung, ein tragfähiges Konzept – und deine persönliche Eignung, erklärt die IHK München

Die Auszahlung des Gründungszuschusses erfolgt in zwei Phasen:

Phase 1: In den ersten sechs Monaten nach der Gründung aus der Arbeitslosigkeit sollst du dich auf dem Markt etablieren. In dieser Zeit bekommst du die Höhe deines bisherigen Arbeitslosengelds zuzüglich 300 Euro monatlich, um Kranken- und Rentenversicherung zu finanzieren.

Phase 2: Nach einem halben Jahr prüft deine Arbeitsvermittlung, ob du deine Ziele erreicht hast. Du solltest jetzt deinen Lebensunterhalt aus den Einnahmen bestreiten können. Wenn das der Fall ist (und nur dann), bekommst du noch neun Monate lang die 300 Euro zur sozialen Absicherung. 

Achtung: Sobald du das Rentenalter erreichst, stellt die AfA abrupt die Zahlungen ein! Wenn du gemeinsam mit anderen gründest, solltest du mindestens die Hälfte an dem Journalismusbüro halten. 

Mehr Infos auf der Seite der Agentur für Arbeit  

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Mehr Quellen für die Existenzgründung…

… findest du auf der Webseite des DJV. Suche dort nach: >>Links für die Existenzgründung<<.  

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Wo gibt es Förderung und Anschubfinanzierung?

Freie sind nicht ganz alleingelassen. Der Gesetzgeber und diverse Initiativen fördern die freie Tätigkeit auf verschiedene Weise. Die wichtigsten Varianten und Beispiele:

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Umsatzsteuer

Die meisten Freien sind umsatzsteuerpflichtig
Wer professionell frei journalistisch tätig ist, wird meist umsatzsteuerpflichtig sein. Eine Ausnahme sind Freie, die lohnsteuerpflichtig an Rundfunkanstalten tätig sind. Wenn du allerdings als steuerlich selbständige Person an der Rundfunkanstalt arbeitest, dann kommt die Umsatzsteuerpflicht meistens auch auf dich zu.

Wann die Umsatzsteuerpflicht auf dich (nicht) zukommt
Die Umsatzsteuerpflicht besteht nicht, wenn dein Umsatz im vergangenen Jahr 22.000 Euro (Umsatz, nicht: Gewinn) nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr 50.000 Euro nicht übersteigt. Bei Existenzgründung gilt im ersten Jahr bereits ab Überschreiten von 22.000 Euro Umsatz die Umsatzsteuerpflicht. Für Personen, die im Laufe eines Jahres gründen, sinkt diese Grenze anteilig. Wer etwa erst am 1. Juli gründet, für den gilt die Grenze von 11.000 Euro.

Werden diese Umsatzgrenzen nicht erreicht, fällt die Zahlung der Umsatzsteuer weg, und die Freien dürfen auch von ihren Auftraggebern keine Mehrwertsteuer fordern. Wer keine Umsatzsteuer erhebt, muss das auf seinen Rechnungen explizit deutlich machen. Rechnungsmuster gibt es beim DJV.

Kann ich freiwillig Umsatzsteuer berechnen?
Wer keine Umsatzsteuer berechnen muss, steht aber nicht unbedingt gut da. Die Mehrwertsteuer beim Einkauf fällt deswegen ja nicht weg! Wer von der Umsatzsteuer auf Grund der geringen Umsätze befreit ist, fährt also nicht unbedingt besser als die Person, die bezahlen muss. Hier hilft der Gang zum Finanzamt: Dort kannst du dich sozusagen freiwillig bereiterklären („optieren“), Umsatzsteuer zu zahlen, obwohl du es eigentlich gar nicht musst. Diese Erklärung („Option“) ist allerdings für fünf Jahre verbindlich! Die Option führt dazu, dass du die gezahlte Mehrwertsteuer (Vorsteuer) in Abzug bringen kannst. Grundsätzlich gilt als Ausübung der Option auch der Fall, wenn auf der Rechnung die Umsatzsteuer berechnet wird. Hast du das einmal gemacht, bist du in der Regel für fünf Jahre dran gebunden. Wenn du vergessen hast, bei einigen Kunden Umsatzsteuer zu berechnen, musst du im Falle einer Betriebsprüfung die Umsatzsteuer trotzdem nachzahlen, auch wenn dir deine Kunden diese nicht mehr zahlen.

Achtung bei der Rundfunkanstalt
Wenn du bei einer Rundfunkanstalt selbständig tätig bist (also nicht mit Lohnsteuerabzug), dann überweist dir die Rundfunkanstalt dein Honorar trotzdem nicht mit explizit ausgewiesender Mehrwertsteuer. Vielmehr steht im Kleingedruckten ihrer Honorarbedingungen, dass du die „eventuell“ zu zahlende Umsatzsteuer selbst aus dem Honorar herausrechnen und an das Finanzamt abzuführen hast.

Achtung bei Reisekostenerstattungen an Selbständige
Wenn du Reisekosten erstattet bekommst, ist das umsatzsteuerpflichtig. Achte also immer darauf, dass die Reisekostenerstattung mit Umsatzsteuer berechnet bzw. bezahlt wird. Du nimmst beispielsweise den Nettokostenbetrag deiner Reisekosten (Fahrkarte minus Umsatzsteuer der Bahn), schlägst deine Umsatzsteuer drauf (je nach Konstellation 7 oder 19 Prozent, meist aber 19 Prozent) und stellst das in Rechnung.

Durch Vorsteuererstattung Geld verdienen
Zum Glück gehört die gesamte vereinnahmte Umsatzsteuer nicht notwendig dem Finanzamt: Du kannst die Mehrwertsteuer davon abziehen, die du selbst zahlen musstest, als du betrieblich notwendiges Material beschafft hast (die Mehrwertsteuer auf alle steuerlich anerkannten Betriebsausgaben). Diese gelten als Vorsteuer. Die Vorsteuer (d.h. die gezahlte Mehrwertsteuer auf die Arbeitsmaterialien) muss ab dem Steuerjahr 2023 durch einzelne Belege nachgewiesen werden.

Nur noch relevant für die Vergangenheit: Journalistisch tätige Personen, deren Gesamtumsatz im vergangenen Kalenderjahr 61.356 € nicht überstiegen hat, können für die Jahre bis 2022 auf Antrag die Vorsteuer nach allgemeinen Durchschnittssätzen berechnen. Für journalistisch tätige Personen beträgt dieser Durchschnittssatz 4,8 Prozent des Nettoumsatzes – so Paragraph 23 UStG in Verbindung mit einem Erlass, den das Bundesfinanzministerium in Abstimmung mit den Länderfinanzministerien herausgegeben hat.

7 oder 19 Prozent
Besteht Umsatzsteuerpflicht (entweder auf Grund der Einkommensverhältnisse bzw. durch die freiwillige Erklärung), so muss auf den Honorarrechnungen für Wort- bzw. Bildbeiträge eine Umsatzsteuer von sieben Prozent berechnet werden. Die Einräumung von urheberrechtlichen Nutzungsrechten unterliegen nämlich dem begünstigten Steuersatz von sieben Prozent Umsatzsteuer.

Wenn du dagegen nur die Redaktionsschicht abrechnest oder eine Recherche abrechnest, ohne dass du einen konkreten Beitrag dafür nennen kannst, sind es in der Regel 19 Prozent.

Wenn du Nebenkosten für den Beitrag abrechnest, kann aus Vereinfachungsgründen mit dem gleichen Steuersatz wie für die Hauptkosten gearbeitet werden. Wenn du also ein Foto für 100 Euro verkaufst, sind nicht nur dafür 7 Prozent fällig, sondern auch auf die Reisekosten, die du hattest.

Gleiches gilt, wenn du gemischte Posten hast, also beispielsweise einen Beitrag und einen Redaktionsdienst. In deiner monatlichen Abrechnung kannst du diese Posten mit einem einheitlichen Satz abrechnen.

Hilfsgeschäfte
Umsatzsteuerpflichtig sind aber auch die Hilfsgeschäfte der journalistischen Tätigkeit, wie zum Beispiel der Verkauf eines Computers und der so genannte Eigenverbrauch. In diesen beiden Fällen beträgt die Umsatzsteuer 19 Prozent. Wird zum Beispiel ein Telefonanschluss im Redaktionsbüro auch privat genutzt, so ist das als Eigenverbrauch anzusehen. Der Eigenverbrauch wird beim Telefonanschluss – wenn nicht ein Einzelnachweis mit Angabe der Zielnummern geführt wird – je nach Höhe der Rechnungssumme geschätzt. Von dieser Schätzung ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent zu zahlen.

Voranmeldung
Die Umsatzsteuer muss beim Finanzamt vorangemeldet werden. Die Fristen hängen von der Höhe der im Vorjahr abgeführten Umsatzsteuern ab. In den meisten Fällen ist sie vierteljährlich voranzumelden. Eine monat­liche Abgabe ist erforderlich, wenn die Vorjahressteuer 7.500 Euro überschreitet, die jährliche Abgabe genügt, wenn die Vorjahressteuer 1.000 Euro nicht überschritten hat. Auch Personen, die eine Existenz gründen, melden in den Jahren 2021–2026 quartalsweise. Bis 2020 mussten sie monatliche Meldungen abgeben.

Achtung: Alle wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben (dazu gehören auch die Umsatzsteuervoranmeldungen), die innerhalb von 10 Tagen nach dem Jahreswechsel vom Konto abfließen oder zugehen, zählen noch zum vergangenen Jahr! Die vorangemeldete Umsatzsteuer wird also in der Regel nur als Betriebsausgabe für das Jahr anerkannt, für das die Anmeldung abgegeben wurde. Das gilt bis zum 10. Januar und sogar noch länger, wenn die Steuerpflichtigen dem Finanzamt eine Einzugsermächtigung erteilt haben und das Konto gedeckt ist. Das hat das Bayerische Landesamt für Steuern in einem Schreiben festgelegt. Beispiel: Am 5. Januar 2024 hast du 1500 Euro Umsatzsteuer für das vierte Quartal 2023 vorangemeldet, das Geld zieht sich das Finanzamt am 9. Januar 2024. Obwohl du als Überschussrechner deine Ausgaben sonst gemäß Kontoabgangstermin steuerlich geltend machst, musst du bei der Umsatzsteuervoranmeldung die Betriebsausgabe im „alten“ Jahr (in diesem Fall also in der Steuererklärung 2023) geltend machen. Fazit: Pass also auf, für welches Jahr du gezahlte Umsatzsteuer als Betriebsausgabe geltend machst.

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Webinar-Videos zum Thema Steuern

Zuhause einen Intensivkurs zum Thema Steuern aus journalistischer Perspektive absolvieren
Du willst bequem und zuhause etwas über Steuern lernen, zudem von Leuten, die selbst im Journalismus arbeiten und deine Sprache sprechen? Dann kannst du Aufzeichnungen von Webinaren anschauen, die der DJV mit der Fachautorin Constanze Elter zu wichtigen Steuerthemen durchgeführt hat, etwa Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Buchhaltung und Abschreibungen. Erhältlich im Shop der DJV-Verlags-und Service GmbH (für Mitglieder nach Login ins DJV-Intranet vergünstigte Angebote). Zwar liegen diese Webinare schon einige Zeit zurück, allerdings werden dort vor allem Grundsatzfragen behandelt, die weiterhin aktuell geblieben sind.

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