Redaktionelle Bearbeitung
Revisionen
Datum und Uhrzeit: 2026-07-02 16:15:47
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das lag nicht nur, aber auch daran. Das Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im gleichen Topf. Durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr. Die Aktualisierenden bekommen etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Kurz-Werke gemeldet werden. Kurz-WErke sind solche mit weniger als 1800 Zeichen. Die 1500 Mindestzugriffe im Jahr müssen sie natürlich erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet. Eine ausgeklügelte VG Wort-Optimierung bescherte ihnen in der Folge extrem hohe Ausschüttungen. Die Rede ist von Beträgen von weit über 100.000 Euro pro Person und pro Jahr. Dabei hat sich das REpertoire offenbar über die Jahre kaum verändert.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Die Geräte- und Speichermedienvergütng für gesetzlich erlaubte Vervielfältigungen bleibt dabei der größte Einnahmebereich der VG WORT: Für "stehenden Text" (60,52 Mio. nach 65 Mio. Euro im Vorjahr) sowie für audio- und audiovisuelle Werke (15,7 Mio. Euro) wurde insgesamt die Hälfte des Erlöses der VG WORT in 2025 eingenommen. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr.
Die Auszahlungen beliefen sich in 2025 – auf der Grundlage der Einnahmen für 2024 – auf158 Mio Euro. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Auf der Mitgliederversammlung wurde Robert Staats als Vorstand verabschiedet und seine Nachfolgerin Constanze Semmelmann vorgestellt, die bereits seit einem Jahr bei der VG Wort tätig ist.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:50:39
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das lag nicht nur, aber auch daran. Das Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im gleichen Topf. Durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr. Die Aktualisierenden bekommen etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Kurz-Werke gemeldet werden. Kurz-WErke sind solche mit weniger als 1800 Zeichen. Die 1500 Mindestzugriffe im Jahr müssen sie natürlich erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet. Eine ausgeklügelte VG Wort-Optimierung bescherte ihnen in der Folge extrem hohe Ausschüttungen. Die Rede ist von Beträgen von weit über 100.000 Euro pro Person und pro Jahr. Dabei hat sich das REpertoire offenbar über die Jahre kaum verändert.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:50:38
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(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das lag nicht nur, aber auch daran. Das Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im gleichen Topf. Durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr. Die Aktualisierenden bekommen etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Kurz-Werke gemeldet werden. Kurz-WErke sind solche mit weniger als 1800 Zeichen. Die 1500 Mindestzugriffe im Jahr müssen sie natürlich erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet. Eine ausgeklügelte VG Wort-Optimierung bescherte ihnen in der Folge extrem hohe Ausschüttungen. Die Rede ist von Beträgen von weit über 100.000 Euro pro Person und pro Jahr. Dabei hat sich das REpertoire offenbar über die Jahre kaum verändert.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:47:30
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(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das lag nicht nur, aber auch daran. Das Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im gleichen Topf. Durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr. Die Aktualisierenden bekommen etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind laut VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:47:29
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(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das lag nicht nur, aber auch daran. Das Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im gleichen Topf. Durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr. Die Aktualisierenden bekommen etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind laut VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:46:12
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind laut VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:46:11
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt. Das Wortungetüm bezeichnet Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen. Hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind laut VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:44:05
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind laut VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:44:04
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind laut VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire.
Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig. Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:42:03
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(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind lau8t VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire. Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig . Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:42:02
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Für neue Bücher gibt es mehr, für Aktualisierungen weniger Geld
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind lau8t VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire. Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig . Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Der größte Einnahmepoasten bleibt die Geräte- und Speichermedienvergütung
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:38:38
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind lau8t VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire. Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig . Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:31:54
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind lau8t VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire. Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig . Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
Bearbeitung: Hans Werner Rodrian
Datum und Uhrzeit: 2026-07-01 17:31:53
Inhalt der Änderung
(21.6.2026 hwr) Die Mitgliederversammlung der VG Wort vom 6. Juni 2026 brachte eine kleine Sensation: Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die "digitalen Semesterapparate" geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also einiges an zusätzlichem Geld zu verteilen geben.
Ansonsten brachte die siebenstündige Mitgliederversammlung zahlreiche kleinere Änderungen. Eine der wichtigeren gab es für die Dokumentarfilmenden und die Urhebenden von Filmreportagen: Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich beurteilt das der DJV-Verwaltungsrat Oliver Eberhardt als "eine deutliche Verbesserung, die unsere Vertreter gern auch für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten". Natürlich ist auch das - wie alles bei der VG Wort – ein Kompromiss.
Ein kleiner Aufreger: Neuauflagen von Sach- und Fachbüchern erhalten künftig nur noch 70 Prozent statt 100 Prozent der Ausschüttungssumme für Bücher im Bereich Wissenschaft. Als Neuauflage gilt ein Buch, an dem mindestens 10 Prozent verändert worden sind. Das hat dazu geführt, dass zuletzt pro Jahr mehrere Millionen Euro für Neuauflagen ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig sind die Quoten für Sach- und Fachbücher in den vergangenen Jahren stark gesunken, was nicht nur, aber auch daran lag. DAs Aufregungspotenzial ist allerdings bei näherer Betrachtung begrenzt: Das ausgeschüttete Geld ändert sich ja nicht, es bleibt im Topf für Sach- und Fachbücher; durch die Änderung bekommen die Autorinnen und Autoren komplett neuer Bücher nun eben etwas mehr, die Aktualisierenden etwas weniger.
Eine Nachschärfung gab es im Bereich METIS und Lyrik. Ab sofort können pro Jahr wieder bis zu 50 online veröffentlichte lyrische Werke, die kürzer als 1800 Zeichen sind, gemeldet werden, wenn sie die 1500 Mindestzugriffe im Jahr erreicht haben. Im vergangenen Jahr hatte die VG Wort noch beschlossen gehabt, die Ausnahmeregelung (dass bei Lyrik ausnahmsweise auch Werke unter 1800 Zeichen meldbar sind) ganz abzuschaffen. Denn die hatten in den zurückliegenden Jahren einige wenige Urhebende mit Gebrauchslyrik, also zum Beispiel gereimten Geburtstagssprüchen, geflutet und dank einer ausgeklügelten VG Wort-Optimierung damit extrem hohe Ausschüttungen erreicht: Beträge von weit über 100.000 Euro sind lau8t VG Wort geflossen, pro Person und pro Jahr, für ein sich über die Jahre kaum veränderndes Repertoire. Die Folge: Für die restlichen Wahrnehmungsberechtigten blieb damit weniger zur Ausschüttung übrig . Die neue Regelung (bis zu 50 Gedichte können gemeldet werden) ermöglicht nun auch den echten belletristischen Lyrikerinnen und Lyrikern Ausschüttungen, jedenfalls theoretisch: Denn bisher werden auf deren Seiten nur sehr selten Zählmarken gesetzt.
Insgesamt ging es auf der Mitgliederversammlung deutlich gesitteter zu als noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Die DJV-Vertreter im Verwaltungsrat haben inzwischen eine viel bessere Stellung als früher und sämtliche Vorlagen bereits in den Fach-Arbeitsgruppen vorbesprochen. In der Bewertungskommission (zuständig für den Verteilungsplan) ist der DJV-Vertreter Oliver Eberhardt stellvertretender Vorsitzender. Da werden dann die wesentlichen Fragen bereits mit den wesentlichen Interessengruppen vorbesprochen und nur dann in die Mitgliederversammlung getragen, wenn bereits ein Kompromiss gefunden wurde.
Ums Geld ging es natürlich auch: Der scheidende Geschäftsführer Robert Staats berichtete, dass im Jahr 2025 150 Mio Euro eingenommen wurden, imVorjahr waren es wegen einiger Sondereffekte 165 Mio. Euro gewesen. Den größten Posten machte wieder die Geräte- und Speichermedienvergütung aus: 60 Mio nach 65 Mio Euro. Der zweitwichtigste Einnahmeposten sind Audio- und Audiovisuelle Werke: mit 26,16 nach 28, 47 Mio Euro. Die weiteren Einnahmetöpfe entwickelten sich ziemlich identisch wie im Vorjahr. Zur Auszahlung für 2025 kommen ab 26. Juni 2026 unter anderem 49,13 Mio für Metis / 27 Mio. für Fach- und Sacbücher / 17,25 Mio für private Vervielfältigung im audiovisuellen Bereich kommen. Metis ist damit eindeutig der wichtigste Ausschüttungsbereich geworden.
