[rank_math_breadcrumb]

Anmelden

Foto: Hans-Werner Rodrian

Wie die Influencer: Mach dich zur Marke!

Als frei journalistisch tätige Person bist du gewohnt, im Hintergrund zu stehen. Im Mittelpunkt sollte das Thema stehen. Und leuchten dürfen deine Auftraggebenden. Das ändert sich gerade. Von Freien wird immer häufiger erwartet, dass sie selber Reichweite mitbringen. Bau doch deine eigene Personenmarke auf. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern steigert auch deine Attraktivität bei der Kundschaft und damit dein Honorar.
siehe auch:

➔ So machst du Werbung für dein Business Link

➔ Wieviel Selbstdarstellung brauchst du ? Link

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Personenmarke?

Irgendwie ist ja jeder Mensch eine Personal Brand. Und der erste Lesende der Lokalzeitung, der sich an deinen Namen von einem früheren Artikel erinnert, begreift dich von nun an als Marke. Denn die Marke ist die Summe der Kontakte mit dir und der Eindrücke, die andere von dir haben – vor allem auch die Summe von Gefühlen. Die Marke entsteht nicht erst, wenn du auf Social Media etwas postest. Und sie ist keineswegs zu verwechseln mit Selbstdarstellung und Eitelkeit.

Eigentlich geht es darum, wem die Konsumenten vertrauen. Das waren früher mal die traditionellen Medienmarken wie Stern, Spiegel, FAZ. Doch seit die an Bedeutung verlieren, gewinnt Personal Branding und der einzelne Journalist als Marke an Relevanz. Freie, die eine bedeutende eigene Followerschaft haben, können es sich am Ende aussuchen, ob sie die einem Medium zur Verfügung stellen oder lieber ins Selfpublishing wechseln.

Wenn du dich entscheidest, aus dir eine Personenmarke zu machen, dann sollte dir aber auch dieses klar sein: Wenn du deinen Text veröffentlicht hast, dann geht die Arbeit erst richtig weiter. Denn dann beginnt der Dialog mit dem Publikum. 

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Warum eine Personenmarke? 

Beobachte dich einfach selbst. Du liest einzelne Autoren in deiner abonnierten Zeitung lieber als andere. Von manchen würdest du auch einen Newsletter abonnieren, ihnen auf Insta folgen oder tust es bereits. Und wo es Freie sind, folgst du ihnen, wenn sie mal bei einem anderen Blatt schreiben. Oder wenn sie ihre Plattform nach Linked-in oder Youtube verschieben. Warum  solltest du das nicht auch versuchen?  

Das hast du selbst davon:

  • Du zeigst, dass du nicht abhängig bist. Wer ein eigenes erkennbares Profil und vielleicht sogar eine eigene Reichweite hat, ist nicht vollständig auf einzelne Redaktionen angewiesen. Das gibt dir in Verhandlungen eine bessere Position – und eröffnet dir im Zweifel den Weg zu eigenen Formaten, vom Newsletter bis zur eigenen Plattform.
  • Du bringst Follower – also Leserinnen und Leser – mit. Die Redaktion weiß dann, dass nicht nur eine Autorin oder einen Autor beauftragt, sondern auch gleich zusätzliche Aufmerksamkeit für den Beitrag gewinnt.
  • Du trittst selbst mit deinem Publikum in Kontakt. Über Kommentare, Nachrichten oder Gespräche erfährst du, welche Fragen Menschen beschäftigen. Daraus können Themen, Kontakte und Hinweise entstehen. Zugleich bleibst du näher an deinem Fachgebiet und an denen, für die du arbeitest.
  • Du wirst leichter wiedererkannt. Wenn dein Name mit einem Thema, einer besonderen Kompetenz oder einer journalistischen Form verbunden ist, bleibst du bei Redaktionen und potenziellen Auftraggebenden eher hängen. Beim nächsten passenden Auftrag musst du nicht wieder bei null anfangen.
  • Du bist weniger austauschbar. Viele Freie können recherchieren und schreiben. Eine erkennbare fachliche Perspektive, ein besonderer Zugang oder eine klare Handschrift macht deutlich, warum gerade du für einen Auftrag die richtige Person bist.
  • Du schaffst Vertrauen vor dem ersten Gespräch. Website, Arbeitsproben und Profile zeigen, wer du bist, was du kannst und wie du arbeitest. Das erleichtert Redaktionen die Entscheidung – und kann auch Fachleute oder Hinweisgebende dazu bewegen, Kontakt aufzunehmen.
  • Du erschließt dir zusätzliche Aufträge. Eine glaubwürdige Marke kann über klassische Textaufträge hinausführen: zu Moderationen, Vorträgen, Podcasts, Workshops, Büchern oder Kooperationen. Nicht alles muss zu deinem Geschäftsmodell passen. Aber Sichtbarkeit und ein klares Profil schaffen diese Optionen.

/

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie anfangen, eine Personenmarke aufzubauen?

Erst mal solltest du dir klar machen, was dein Markenkern sein kann. Ist es Spezialwissen in einem bestimmten Fach? Ragst du in formalen Dingen heraus, etwa bei tollen Reportagen oder feinfühligen Interviews? Weißt du immer als erste, was beim Fußballverein deiner Stadt so abgeht? Wenn du dir unklar bist, gibt es einen einfachen Trick: Frage Bekannte und Kolleginnen, worin sie deine Stärken und deine Potenziale sehen.

Ja, du solltest eine passende Plattform finden (siehe unten). Aber der Markenaufbau beginnt viel früher.

–Mit einer aussagekräftigen E-Mail-Signatur. Darin sollen die Menschen, die dich kontakten wollen, natürlich finden, wie sie dich erreichen. Aber mehr noch: Sie sollen dich so kennenlernen, wie du gesehen werden willst und nicht wie Google dich zufällig auf den ersten drei Treffern zeigt. Da können ein oder zwei Profile von Social-Media-Plattformen Wunder wirken.  

–Deine Arbeiten präsentieren: Das kannst du natürlich auf Social Media. Der Goldstandard ist aber immer noch die eigene Website. Da kannst du durch Gestaltung, Auswahl, Anmutung ganz viel über dich aussagen, ohne dich bis aufs letzte Hemd ausziehen zu müssen. Und du behältst immer die Finger drauf, was bei Social Media nicht der Fall ist.

–Du präsentierst dein Fachgebiet. Mit jedem Themenangebot, jedem Pitch vertiefst du deine Marke. Der potenzielle Auftraggebende muss noch nicht mal anbeißen – als Spezialistin für dieses eine Thema bleibst du trotzdem hängen. Vertiefen kannst du das, indem du ein Buch schreibst, Vorträge hältst, dich als Inteviewpartnerin anbietest. Expertise in einem Spezialgebiet ist immer hilfreich und ein Verkaufsargeument.

–Wenn du das oben so gewählt hast, dann präsentierst du auch dein spezifisches journalistisches Können. Tiefgehende Recherchen, witzige Videos und Fotos, die hängen bleiben. Meistens wird das aber nicht der Markenkern sein, sondern zB die Kombi mit deinem Fachgebiet und deiner sympathischen Art, mit Menschen umzugehen. 

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Für wen willst du interessant sein?

Klarheit ist das erste Gebot bei der Markenbildung. Wenn du schon die Zielerreichung nur schwer messen kannst, dann solltest du wenigstens wissen, wo es hingehen soll. Wem willst du imponieren? Da kann es ganz unterschiedliche Antworten geben. Und meistens bringt es wenig, jedem ein bisschen hinterherzulaufen. Diese drei Zielgruppen bieten sich an:

1. Für Redaktionen

Das ist die typische Wahl klassischer Freier. Ihnen reicht es völlig, wenn ihnen zehn Leute folgen – solange es die richtigen zehn potenziellen Auftraggebenden sind. Das macht für dich Sinn, wenn du ganz traditionell deine Beiträge an klassische Medien verkaufen willst. Redakteurinnen und Redakteure informieren sich oft über Fachmedien und klassische Presseagenturen, seltener über Twitch und TikTok. Oft hast du über persönliche E-Mails die besten Karten zur Markenbildung. Wichtig ist dann der zweite Schritt: Gib deinen Ansprechpartnern die Möglichkeit, sich schnell einen Überblick über dich zu verschaffen und unkompliziert Kontakt aufzunehmen.

2. Für Lesende und andere Endnutzer

Diese Kernzielgruppe nimmst du in den Blick, wenn dein Geschäftsmodell auf Selfpublishing, Substacks und Newsletter, Crowdfunding oder eigene Plattformen abzielt. Hier bist du nicht mehr von Zwischenhändlern (den Redaktionen) abhängig, sondern baust eine direkte Community auf. Das erfordert kontinuierliche Präsenz auf Social-Media-Kanälen, Interaktion in den Kommentaren und ein klares inhaltliches Profil. Deine Marke muss nahbar, verlässlich und einzigartig rüber kommen, damit Menschen bereit sind, für deine Inhalte direkt zu bezahlen oder dir zu folgen.

3. Für Hinweisgebende

Im investigativen Journalismus und bei tiefen Nischenthemen ist deine Marke der wichtigste Hebel, um an exklusive Informationen zu kommen. Informantinnen, Whistleblower und Insider müssen dich kennen und dir vertrauen, damit sie dich kontaktieren. Für diese Zielgruppe zählen vor allem Seriosität, absolute Diskretion und Top-Fachkompetenz. Zur Markenbildung gehört hier vor allem ein transparenter, sicherer Kommunikationsweg (wie verschlüsselte Messenger) gut sichtbar auf deiner Website. Wenn du hier eine starke Marke aufbaust, dann bekommst du die Geschichten, an die andere niemals herankommen.

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Was willst du von dir zeigen (und was nicht)?

Gerade für junge Freie ist das erst einmal ein Reiz: Ich werde berühmt! Später wird aber deutlich, dass das auch seine Schattenseiten haben kann. Du musst nicht nur deine Beiträge produzieren, sondern auch die Kommentare betreuen und manchmal aushalten. Du solltest in dich hineinfühlen, ob du auch für die Schlammschlachten bereit bist. Und du solltest wissen, dass die viele zusätzliche Arbeit sicher ist, du aber keineswegs garantiert Berühmtheit und Reichtum erntest.

Wer sich als Marke inszeniert, muss daher von Anfang an zwei strategische Linien ziehen:

1. Die Grenze zwischen Person und Persona

Erfolgreiche Creator teilen viel, aber nicht alles. Überlege dir genau, welche Facetten deines Lebens öffentlich sind. Du kannst als Fachjournalistin für Klimathemen extrem präsent sein, ohne jemals dein Wohnzimmer oder deine Familie zu zeigen. Definiere feste Tabuzonen. Wenn du Privates teilst, tue es als strategisches Stilmittel zur Nahbarkeit – nicht als unüberlegten Impuls. Das schützt deine psychische Gesundheit, wenn die Diskussionen im Netz einmal unsachlich werden.

2. Der Umgang mit der eigenen Community

Eine Marke lebt von Interaktion. Doch „Community Management“ frisst Zeit, die dir beim Recherchieren und Schreiben fehlt. Setze dir dafür feste Zeitfenster, statt alle zehn Minuten die Erwähnungen zu prüfen. Entwickle zudem eine dicke Haut und eine klare Netiquette: Sachliche Kritik bringt dich weiter, aber bei Beleidigungen und Trollen gilt die alte Internet-Regel „Don’t feed the troll“ – oder im Zweifel die Blockieren-Funktion. Deine Kanäle sind dein digitales Wohnzimmer, und dort bestimmst du die Hausregeln.

3. Der Realitätscheck: Reichweite vs. Relevanz

Lass dich nicht von „Vanity Metrics“ wie Followerzahlen blenden. Für freie Journalistinnen und Journalisten ist Relevanz in der richtigen Nische fast immer wertvoller als die Masse. Es nützt dir wenig, wenn ein virales Video 100.000 Klicks bringt, aber kein einziger potenzieller Auftraggeber oder zahlender Abonnent darunter ist. Fokussiere deine Marke auf die Menschen, die deine Arbeit langfristig tragen.

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Welche Kanäle machen für dich Sinn?

Wer als Marke digital stattfinden will, muss nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Konzentriere dich lieber auf die Plattformen, die zu deinen journalistischen Inhalten und vor allem zu deiner Zielgruppe passen:

  • LinkedIn: Der wichtigste Kanal für die B2B-Akquise. Hier erreichst du Redaktionsleitungen, Ressortchefs und Corporate-Publishing-Kunden. Ideal, um über deine Recherchen, Fachthemen und deine Arbeitsweise zu berichten.
  • Newsletter-Publishing-Plattformenen wie Steady, Beehive, Ghost oder Substack., Das sind Plattformen, die Blog und Newsletter kombinieren: Deine Texte landen direkt im Mail-Postfach deiner Leser, und du kannst dort sehr einfach kostenpflichtige Abos einrichten. Deine Abonnenten gehören dir – ganz unabhängig von unberechenbaren Social-Media-Algorithmen. Perfekt für tiefe Nischenthemen und direkte Monetarisierung.
  • E-Mail-Newsletter (klassisch via Cleverreach, Mailchimp, MailerLite o. ä.): Der Königsweg für maximale gestalterische Freiheit und professionelles Marketing. Im Gegensatz zu Steady und ähnlichen betreibst du hier kein verkapptes Blog, sondern nutzt spezialisierte E-Mail-Marketing-Tools.
    • Vorteile: Du hast die volle Kontrolle über das Design, kannst hochprofessionelle Layouts bauen und deine Abonnenten granular segmentieren (z. B. eine Gruppe für „Chefredaktionen“, eine für „Kunden Corporate Publishing“). Zudem sind Anbieter wie Cleverreach in Deutschland komplett DSGVO-konform und garantieren eine sehr hohe Zustellrate im Mail-Postfach.
    • Nachteile: Diese Tools bieten von Haus aus keine eingebaute Bezahlschranke (Paywall) und keine eigene Web-Plattform zum Nachlesen der Artikel. Wenn du mit deinen Inhalten direkt Geld verdienen willst, musst du Zahlungsabwickler mühsam selbst anbinden. Zudem werden diese Dienste im Gegensatz zu Steady und Substack sehr schnell kostenpflichtig, sobald deine Empfängerliste eine Größe von z.B. 250 Subscribern erreicht.
    • Ideal für: Freie, die den Newsletter primär als Akquise- und Kundenbindungsinstrument nutzen wollen, um Redaktionen und Bestandskunden regelmäßig über neue Arbeiten, Auszeichnungen oder freie Kapazitäten zu informieren. Oder wenn du deine Website befeuern willst und kein Problem mit einem zahlungspflichtigen Plan hast.
  • Instagram & TikTok: Macht Sinn, wenn deine Arbeit stark visuell ist (z. B. Reportagen, Videojournalismus) oder du ein jüngeres Publikum für gesellschaftliche Themen begeistern willst. Der Produktionsaufwand ist hier allerdings am höchsten.
  • Bluesky / Threads: Wichtig für das klassische Medien-Bubble-Networking und um in Echtzeit über aktuelle Ereignisse (Breaking News, politische Debatten) zu berichten.

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie aufwendig ist es?

Du hast recht: Aufbau und Betreuung einer eigenen Community sind eigentlich ein zweiter Vollzeitjob. Das geht voll ab von privaten Kontakten, von Zeit für die Familie – und oft auch von der Zeit, in der du eigentlich bezahlte Artikel schreiben müsstest.

Zudem ist das kein Sprint, sondern ein Marathon: Bis sich spürbar etwas tut und deine Marke Früchte trägt, dauert es oft sehr lange. Du brauchst einen langen Atem und Frustrationstoleranz, wenn die ersten Posts kaum Beachtung finden.

Damit du dich nicht völlig aufreibst, helfen drei goldene Regeln:

  • Feste Zeiten setzen: Blocke dir feste Timeslots für Social Media im Kalender (z. B. 30 Minuten am Morgen und nach Feierabend). Schalte die Push-Benachrichtigungen den Rest des Tages ab.
  • Content Recycling nutzen: Verwerte deine Arbeit mehrfach. Aus einer großen Recherche für ein Magazin lässt sich ein LinkedIn-Post über die Hintergründe, ein Thread über ein absurdes Detail und ein Newsletter-Abschnitt machen.
  • Werkzeuge nutzen: Verwende Planungs-Tools (wie Buffer oder Later), um Beiträge gesammelt für die Woche vorzubereiten. Das hält dir den Kopf für das eigentliche journalistische Arbeiten frei.

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Was bringt es?

Das ist – wie fast alles im Bereich Social Media – nicht immer einfach zu beantworten. Und es kommt ganz darauf an: Vermutlich wirst du nicht plötzlich das doppelte Honorar von bestehenden Kunden für die gleiche Arbeit bekommen, nur weil du deine Followerzahlen auf TikTok verdoppelt hast.

Aber zahlreiche Freie berichten, dass es zum Beispiel bei Buchprojekten heute oft gar nicht mehr ohne eigene Reichweite geht; Verlage schauen bei Newcomern genau hin, wie groß die eingebaute Zielgruppe ist. Kürzlich war im Fachmagazin Journalist zu lesen, dass selbst das ZDF in Bewerbungsgesprächen für Volontariate bereits nach den Social-Media-Aktivitäten fragt. Auch bei lukrativen Moderationsjobs wird eine gewisse Bekanntheit schlicht erwartet. Kurz gesagt: Du hast bei Verhandlungen immer die besseren Karten, wenn Auftraggebende dich und deine Expertise bereits kennen.

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Müssen wir heute alle ein bisschen berühmt sein?

Bei diesem Thema geraten viele Freie ins Grübeln. Viele haben schlicht keine Lust aufs Rampenlicht. Würden sie dauernd im Mittelpunkt stehen wollen, hätten sie wahrscheinlich einen anderen Beruf gewählt. Andere fragen sich frustriert: Muss ich das jetzt auch noch unbezahlt obendrauf machen?

Zudem gibt es gewichtige Argumente gegen zu viel Sichtbarkeit:

  • Sicherheitsrisiko: Je nach Thema kann Öffentlichkeit gefährlich werden – etwa, wenn Freie über Rechtsextremismus, Clankriminalität oder Verschwörungsdenker berichten. Hier ist digitale Anonymität oft der beste Selbstschutz.
  • Verwässerung der Rolle: Für manche verschwimmt die Trennlinie zum reinen Content Creator. Das ist jedoch ein Trugschluss: Content Creator sind per Definition Gewerbetreibende, die sich durch Werbung, Affiliate-Marketing oder den Verkauf eigener Produkte finanzieren. Journalismus hingegen bleibt der Wahrheit und dem öffentlichen Interesse verpflichtet.

Die gute Nachricht ist: Niemand schreibt dir vor, dass du deine Bekanntheit ausgerechnet auf TikTok oder Instagram aufbauen musst. Es wird auch in Zukunft die klassischen Zeitungsautorinnen und -autoren geben, von denen niemand ein Gesicht vor Augen hat, deren Texte aber dennoch alle lesen wollen.

Du musst keine wandelnde digitale Litfaßsäule werden. Wenn dir diese Form der Selbstdarstellung und des Netzwerkens aber Freude macht, bietet dir die Medienwelt heute großartige Chancen, die es früher so nicht gab. Am Ende ist die Entscheidung ganz einfach: Es muss zu dir, deinen Themen und deiner Persönlichkeit passen. Natürlich gibt es immer wieder Beispiele, bei denen es auch ohne eigene Marke hervorragend läuft – dann musst du deine Auftraggebenden eben durch andere harte Wettbewerbsvorteile überzeugen.

*

War dieser Artikel hilfreich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Artikel, die dich auch interessieren könnten

Sich neu aufstellen
Was gilt im Bildrecht?
Was darfst du fotografieren, was darf veröffentlicht werden? Ein Überblick über die häufigsten Problemstellungen, mit denen der DJV-Rechtsschutz konfrontiert wird.
Wie wechsle ich am sinnvollsten komplett die Branche?
Du hast dich also entschieden, dem Journalismus Adieu zu sagen. Das ist bedauerlich, aber manchmal ist es halt so. Du ...
Wo gibt es Förderung und Anschubfinanzierung?
Freie sind nicht ganz alleingelassen. Der Gesetzgeber und diverse Initiativen fördern die freie Tätigkeit auf verschiedene Weise. Auf ...
Wie finde ich einen anderen journalistischen Schwerpunkt?
Manchmal macht es keinen Sinn, das tote Pferd ewig weiter zu reiten. Wenn du lokaljournalistisch tätig bist, aber die letzte ...
Online durchstarten?
Einige Tipps dafür, wo und wie du im Onlinejournalismus und der KI arbeiten kannst.