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Datensicherung

Datensicherung ist ein bisschen wie Steuererklärung: Du verdienst keinen Cent damit, aber wenn du es nicht machst, dann wird es sich irgendwann rächen. Gib dir einen Ruck und leiste dir jetzt fünf Minuten in acht Schritten, die dich nachher wieder ruhig schlafen lassen.

1. Warum überhaupt Daten sichern?

Stell dir dazu einfach diese Frage z.B. für dein Handy: Gibt es darauf Daten, die unwiederbringlich oder wichtig sind oder deren Verlust schmerzhaft und die Wiederbeschaffung aufwendig ist? Wenn ja, dann solltest du diese Daten sichern.

2. Welche Daten?

Du denkst sicher als erstes an deine Texte und Bilder und Audios und Videos. Die sind wichtig, sehr wichtig. Aber es gibt auch andere Daten, deren Verlust ärgerlich wäre: Passwörter, die zB in einem Passwortmanager gespeichert sind. Dokumente, etwa Verträge und Versicherungen. Und Belege für die Steuererklärung. Dazu Erinnerungen, etwa dieses eine Video deiner Tochter, als sie das erste Mal gelaufen ist. Und wie ist es mit Mails, Whatsapp, Instagram …? 

3. Wohin sichern? 

Das beantwortet sich, wenn du eine andere Frage beantwortet hast: Wogegen willst und musst du sichern? Da sind zum einen Defekt und Verlust. Wenn dein Handy ins Meer fällt oder geklaut wird oder eine Schadsoftware alles verschlüsselt, dann freust du dich, wenn du eine externe Festplatte daheim in der Schublade liegen (und regelmäßig gesichert) hast.

Wenn dein Büro dagegen abbrennt, dann brennt vermutlich die Schublade mit ab. In so einem Fall hilft ein Backup an einem zweiten Ort oder in der Cloud (die ja auch ein anderer Ort ist). 

Und wenn du dich gegen Schusseligkeit absichern willst, dann solltest du sicherstellen, dass die gerade aus Versehen gelöschte Datei nicht automatisch in der Cloud mitgelöscht wird. Du brauchst also eine ältere, nicht mehr veränderte Version.

Die gängige Formel für ein Sicherungskonzept lautet „3-2-1-Sicherung“: Mache mindestens 3 unabhängige Kopien. Nutze dafür 2 unterschiedliche Speichertypen, etwa Cloud und Festplatte. Lagere mindestens 1 Kopie an einem anderen Ort.

„Kein Backup, kein Mitleid“

Anonymous

4. Wie sichern? 

Es gibt Menschen, die jetzt antworten: Ich kopiere alles händisch. Das geht natürlich, wird aber ziemlich schnell sehr unübersichtlich. 

Sicherer ist eine Backup-Software. Da stellst du (oder eine helfende Person) einmal ein, was zu sichern ist, dann passiert das künftig nach dem eingestellten System, zB täglich nach Rechnerstart, automatisch. Welche Software sinnvoll ist, hängt von deiner Hardware und dem Betriebssystem ab. Aber egal ob Android oder Mac, Windows oder Linux: Jedes System bringt bereits seine eigene Backup-Software mit. Details erklärt dir das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: bsi.bund.de im Beitrag Schritt für Schritt zur Datensicherung .

Tipp: Lass dich nicht von tollen Systemen, die andere haben oder die sich selbst anbieten, verunsichern. Denn das führt oft dazu, dass man sich verzettelt und erstmal weiter ohne Sicherung dasteht. Starte wie oben gesagt erst mal mit den Programmen, die dein Betriebssystem sowieso schon mitbringt. Die sind idR solide. Und wenn du mal eingestiegen bist, dann siehst du auch selbst leichter, was dir noch weiterhelfen könnte.

5. Kontrollieren!

Das beste Sicherungskonzept ist nur die Hälfte wert, wenn es nicht regelmäßig kontrolliert wird. Das solltest du dir auf deine Todo-Liste legen. 

Mach dazu eine Datenwiederherstellung, auf englisch Recovery Test: Das ist die einzige verlässliche Methode einer Kontrolle. Versuche, Daten aus dem Backup wiederherzustellen, um zu prüfen, ob der Prozess funktioniert und die Dateien intakt und nutzbar sind. 

Das BSI hat dafür BSI-Standards festgelegt; davon muss man nicht alles umsetzen, aber sie sind ein guter Ausgangspunkt.

6. Verschlüsseln?

Würdest du deine Daten auch im Hausflur aufhängen oder auf deine Website stellen? Dann musst du dir vermutlich keine Gedanken über Verschlüsselung machen. Wo es aber um Quellenschutz und Cyberbedrohung geht, ist Verschlüsselung essenziell. 

Glücklicherweise gibt es auch dafür einfache, kostenlose Tools:

  • für Datei-Archive 7-Zip  (Rechtsklick auf Ordner > „7-Zip hinzufügen“ > Passwort setzen – fertig in Sekunden).
  • Für Clouds wie die Dropbox: Cryptomator, damit erstellst du virtuelle Tresore und ziehst die Dokumente und Ordner per Drag-and-Drop rein und raus.
  • Einzelne Dateien, die geteilt werden sollen, verschlüsselt du mit AxCrypt (Free)- ideal für das Teilen mit Quellen.    

7. Mails sichern?

Aber natürlich! Sensible Kommunikation mit End-to-End-Verschlüsselung speziell für journalistische Personen bieten die beiden Anbieter Tuta und Proton; beide bis 1 GB gratis. Die Archivierung deines Mailverkehrs erledigst du am besten mit MailStore Home, bis zu drei Konten ebenfalls kostenlos, leider nur für Windows. Apple-User verwenden am einfachsten Apple Mail mit lokalen Ordnern und Smart Folders – verschiebe E-Mails auf diese Weise in „Auf dem Mac gespeichert“-Ordner – dann sind sie offline und durchsuchbar. 

8. Whatsapp sichern?

Freie Journalisten sichern WhatsApp-Chats am einfachsten mit integrierten Cloud-Backups, wobei iOS-Nutzer iCloud und Android-Nutzer Google Drive nutzen – immer mit aktiviertem Passwortschutz. 

iOS (Apple-User)

WhatsApp-Backups laufen automatisch über iCloud: Gehe zu WhatsApp > Einstellungen > Chats > Chat-Backup > „Automatisch sichern“ aktivieren (täglich/stündlich). Verschlüssle mit End-to-End (seit 2021 Standard) und sichere das iCloud-Konto via 2FA. Exportiere sensible Chats lokal als .zip (Einstellungen > Chat exportieren > per Mail).

Android

Nutze Google Drive: WhatsApp > ☰ > Einstellungen > Chats > Chat-Backup > Google-Konto verknüpfen > „Sichern“. Stelle „Inkl. Videos“ ein, aber lokal speichern für Extra-Sicherheit (interner Speicher). Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt vor Zugriff.

Tipp: Bei Neugerät dieselbe Nummer/Cloud-ID verwenden – Chats laden sich dann automatisch.

Mehr zum Thema Datensicherung hier:

➜ Diese Grundausstattung brauchst du
➜ Diese Tools sind für dich sinnvoll
➜ So sicherst du dich und deine Arbeit vernünftig ab

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