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Sandra Ehegartner / srt-Bild

Zufrieden arbeiten & leben

Inhaltsverzeichnis

So bringst du Ordnung in deine Themenideen

Wie lässt sich ein journalistisches Leben mit ein bisschen Ordnung stressärmer und zufriedener führen? Ich starte mal mit einer besonders wichtigen Ablagetechnik: einer (internen) Themenliste. 

Gute Themen sind ja der Goldstandard im Journalismus und im freien Journalismus besonders. Deshalb ärgert es mich jedesmal, wenn ich mich zu spät an ein gutes Thema erinnere.

Damit dir das nicht passiert, brauchst du (mindestens) eine Themenliste. Sie nimmt kontinuierlich deine Themenideen auf und bietet Platz, Gedanken dazu festzuhalten und Quellen, die dir zwischenzeitlich über den Weg laufen.

Eigentlich brauchst du sogar mehrere Themenlisten:

Liste deiner Standardthemen:

Sie erinnert dich an deine Standardthemen und die zugehörigen Termine. Ich bin Reisejournalist, da sind die meisten Themen saisonal. Deshalb habe ich meine Standardthemen jeweils einem Monat im Jahr zugeordnet.

Liste deiner erstellten Texte:

Eine Themenliste enthält natürlich auch deine fertig bearbeiteten Themen und Texte, damit du sie gezielt weiter verwerten kannst.

Liste deiner geplanten Themen: 

Die Themenliste erleichtert dir die konkrete Themenplanung für die kommende Woche und den kommenden Monat und gern auch fürs kommende Quartal oder Jahr, je nachdem, wie umfangreich deine einzelnen Themen sind.

Zwischenfrage: Alles auf eine oder in mehrere Listen?

Das hängt von deiner Arbeitsweise ab. Als Richtwert würde ich sagen, dass mehr Listen mehr Arbeit machen und die Gefahr größer wird, dass du etwas übersiehst. Also müssen die Vorteile schon beträchtlich sein, Content trotzdem in eine weitere Liste auszulagern. Ich selbst habe die Titel und Dateinamen meiner geschriebenen Texte in einer separaten Excel-Liste mit einem eigenen Blatt für jedes Jahr. Was für dich am besten passt, musst du selber herausbekommen. Ob es passt, stellst du fest, wenn du erfolgreich gute Themen zur richtigen Zeit platzierst.     

So sieht meine Themenliste aus: 

Meine Themenliste hat zwei Kapitel: „Standards/Wiedervorlage“ und „Log wochenweise“ 

Das erste Kapitel „Standards/Wiedervorlage“ enthält – sortiert von Januar bis Dezember – die Themen, die ich in diesen Monaten des Jahres evaluieren und ggf. platzieren will.

Hier halte ich meine Standardthemen fest und wann ich mich das nächste Mal mit ihnen beschäftigen will. Das steht unter Februar z.B. „Reisetrends für die Sommerferien“. Aber auch „Nizza im Frühling“. Das erste ist ein Thema, was sich jedes Jahr von Neuem anbietet (natürlich immer mit unterschiedlichen Trends), das zweite ist nur eine Wiedervorlage für eine einmalige Geschichte. Anfang Februar werde ich in die Liste schauen und Standard- wie Einmal-Themen auf die kommenden Wochen im zweiten Teil der Liste verteilen oder sie für einen kommenden Februar stehen lassen. 

Im zweiten Kapitel „Log wochenweise“ ergänze ich stets die kommenden drei, vier Kalenderwochen und halte darunter jeweils fest, was ich für diese Arbeitswoche konkret plane.

Die Wochen aus der Vergangenheit werden nicht gelöscht, sondern verlängern die Liste nach unten, weil ich die neuen Wochen ja immer am Anfang des Kapitels ergänze. So kann ich stets ganz einfach suchen, ob und wann ich mich schon mal mit All-inclusive-Reisen oder Überbuchungen beschäftigt habe und was ich dazu gesammelt habe – selbst wenn am Ende kein Text dabei rauskam.  

Alles was ich tatsächlich umgesetzt habe, wird grün markiert.

In beiden Kapiteln ergänze ich zu jedem Stichwort Hinweise auf Clippings, Links, eigene Alttexte, Ansprechpartner – eben alles, was hilfreich bei der geplanten Bearbeitung sein kann.

So sieht die Liste aus 

Tipps zur Themenliste:

Verwende kein kompliziertes Tool, sondern eins, mit dem du ohnehin ständig arbeitest. Also MS Word oder Google Docs oder gern auch One Note – aber nur, wenn du dich nicht extra reinarbeiten musst dafür.

Deine Aufzeichnungen müssen keineswegs schön und dürfen ständig working in progress sein, gern bunt, müssen vor allem schnell zu füllen und schnell zu nutzen sein.

Stelle unbedingt alles in den Dienst der Wiedernutzung. Also jede Themenidee entweder auf einen definierten Zeitpunkt in der Zukunft oder zumindest auf einen festen Wiedervorlage-Monat. Sonst gehört sie ins Archiv. 

Gewöhne dir an, die konkrete Entscheidung, welches Thema du dir als Nächstes vornimmst, hier zu beginnen. Ich habe dazu einen festen Wochentermin am Freitag. 

Mache einmal im Jahr Frühjahrsputz und trenne dich von allem, was du doch nur vor dir herschiebst.

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So hast du länger was von abonnierten Zeitschriften

  • In meinem Ressort (Reise) erscheinen immer noch die spannenderen Geschichten in Zeitschriften und Tageszeitungen. Die lese ich, um mich auf Stand zu halten, und die archiviere ich.
  • Zeitungsartikel hebe ich ganz altmodisch in einem Handarchiv auf. Also einer Hängeregistratur. Das geht um Klassen schneller, als es zu scannen. Braucht aber Platz.
  • Zeitschriften archiviere ich jahrgangsweise in Schubern. Auch das braucht Platz. Damit ich interessante Artikel wiederfinde, führe ich dazu ein Register. Dieses Register ist ein normales Textdokument mit Zwischenüberschriften. Und das sind die gleichen in der gleichen Reihenfolge wie die Hängemappen im Handarchiv und übrigens auch den Büchern im Buchregal.
  • Wenn ich dann einen Auftrag bekomme, z.B. das Thema „So plant man eine Weltreise“ zu bearbeiten, finde ich im Handarchiv Clippings aus Tageszeitungen und im Registerdokument Verweise auf passende Zeitschriftenartkel, die sich dem Thema gewidmet haben.

So sieht es aus 

So ist mein Zeitschriftenregister aufgebaut:

  1. oben die Zeitschriftenliste, jeder Zeitschrift kriegt bei mir ein 3-buchstabiges Kürzel. Da muss man nicht so viel schreiben.
  2. Und dann folgen Stichwörter und die dazugehörigen Fundstellen. Da finde ich also Deutschlands schönste Badeseen, die hat bereits 1989 die Zeitschrift Holiday bearbeitet, 2020 Clever Reisen und Geo Saison.
  3. Die Sortierung ist nicht so fürchterlich wichtig, weil ich immer die gesamte Struktur mitführe. Ich schreibe also nicht „Baden-Baden“, sondern „Baden-Württemberg/Schwarzwald/Baden-Baden“

Tipps:

  • Zeitschriftenartikel bereits beim Lesen markieren, am besten mit Etikett, Stift und Seitenzahl auf dem Titel, notfalls mit einem Eselsohr. Dann vor der Ablage im Schuber die Indizierung im Register durchführen. 
  • Zeitungsclippings immer mit Datum versehen, damit man bei der Wiedernutzung weiß, ob der Artikel 1 oder 10 Jahre alt ist.
  • Doku-Freaks wie ich schaffen sich eine Klassifikation über ihr Thema. Bei mir bekommt jede Hängemappe und jeder Punkt im Zeitschriftenregister eine Nummer, aber nicht irgendeine, sondern mit System. Bei mir als Reisejournalisten natürlich regional. 2 steht für Afrika, 23 für Ostafrika, 234 für Kenia und 2343 für die Serengeti.
  • Den Aufwand im Blick behalten, damit Input und Ertrag in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Und es macht auch keinen Sinn, Riesentürme aufstapeln und erst nach 2 Jahren zu indizieren.
  • Und alles in den Dienst der Wiedernutzung stellen. Bevor du ein Stichwort vergibst oder eine Ablage erstellst, frage dich also, ob überhaupt, zu welchem Thema und unter welchem Begriff du die abgelegte Info wieder suchen würdest. 

——–

Nun zum nächsten Mosaikstein der Ordnungsideen, die Mehrwert schaffen; da geht es um die bereits geschaffenen Werte:

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So findest du deine eigenen Texte und Recherchen wieder

Pro Jahr schreibe ich rund 100 Texte. Und da kann man schon mal ins Grübeln kommen: Wann habe ich zuletzt über Airline-Insolvenzen geschrieben? Die Antwort ist einfach, Google sagt es mir. Wie?

Ich habe vor etwa 15 Jahren begonnen, meine Texte und meine Listen und das meiste, was ich früher auf meiner Festplatte abgespeichert habe, in eine Cloud auszulagern. Da gibt es je nach Arbeitsschwerpunkt und Geschmack mehrere: OneDrive von Microsoft, iCloud von Apple, die Dropbox für Fotografen. Ich habe mich für den Google Drive entschieden.

Die unschlagbaren Vorteile sind, dass es 1) kostenlos ist, 2) Textverarbeitung und Tabellenprogramm gleich mitbringt und 3) ich mich nicht ständig um die Sicherung kümmern muss. 

Ein wichtiger Zusatzeffekt ist: Niemand sucht und findet besser als Google. Ich kann so gut in der Cloud suchen, dass ich bald nicht nur die neuen, sondern auch alle meine alten Texte in den Google Drive gestellt habe. Es ist immer wieder phänomenal, wie Google sich an meine Artikel besser erinnert als ich selber.

So sieht es aus

  1. Da ist jetzt keine geniale Ablagetechnik zu sehen, deshalb nur ein kurzer Blick.
  2. Es sieht im Prinzip nicht viel anders aus als der Blick auf eine klassische Festplatte. Man kann eine Ordnerstruktur anlegen und wenn man will auch noch Unterordner und da dann Textdateien und Bilddateien und überhaupt beliebige Dateien anlegen.
  3. Der Hit aus Sicht unseres Ordnungthemas ist aber, dass es eigentlich egal ist, wie man ablegt. Man findet es über die Volltextsuche eigentlich immer. 

Tipps:

  • Besonders mächtig wird der Google Drive, wenn man sich mit anderen Kollegen vernetzt. Das funktioniert quer über Kontinente und Zeitzonen erstaunlich gut.
  • Vertrauliche Dokumente haben in der Cloud nur dann was verloren, wenn sie dort verschlüsselt liegen. Dabei gefallen mir die Lösungen von Microsoft OneDrive und Apple iCloud besser als Google.
  • Zum Thema Sicherung: Man liefert sich Google mit dem Tool nicht aus, sondern man kann, wenn man will, entweder eine kontinuierliche Sicherung auf seine Festplatte einrichten. Oder man kann auch sein komplettes Profil einmalig oder regelmäßig wegsichern.

Exkurs: den eigenen Browser cloud-optimiert einrichten.

Dazu gibt es diese Toolbox.

Nun zum nächsten Mosaikstein meiner Ordnungsideen, die Mehrwert schaffen; da geht es um die Kunden:

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So sammelst du die Infos über deine Kunden

  • Berufsanfänger fragen immer: Wozu braucht es eine Kundendatenbank? Am Anfang tut es oft tatsächlich eine einfache Textdatei. Aber spätestens wenn du dich in deinen Aufschreibungen selbst verhedderst oder die Kontakte-App auf dem neuen Mobiltelefon nicht mehr auffindbar ist, lohnt eine grundsätzlichere Überlegung.
  • Diese Überlegung kann durchaus wieder zur Kontakte-App führen, z.B. wenn du mehr mit dem Handy als mit dem Laptop arbeitest. Dann solltest du dich aber intensiv mit Themen wie Sicherung, Migration (auf andere Systeme) und überhaupt den Fähigkeiten der App beschäftigen.
  • Alternativen sind Programme, die du vielleicht sowieso hast oder bezahlst; z.B. ist Microsoft Outlook ein ganz hervorragendes Kontakte-Tool, allerdings mit einer steilen Lernkurve.  
  • Egal was du verwendest: Du solltest zu jedem Kunden außer seinen Stammdaten auch jeweils Datum und Inhalt aller Kontakte festhalten, also z.B. >>15.1.2014: Telefonat mit Sonja Huber, sie ist jetzt die neue Redakteurin und hat ist nicht dazu gekommen, sich das Angebot anzusehen.<<
  • Als einfach umsetzbare Lösung zeige ich was simples selbst Gebautes: ein Spreadsheet. Du kannst  je nach Neigung Excel oder Numbers dafür verwenden oder auch Open Office Calc. Ich verwende Google Sheets. 
  • Angenommen, du hast ein bis zwei Hauptkunden, dann noch vier oder fünf, denen du vorhandene Beiträge auch noch anbietest und ggf. umschreibst. Und dann noch mehr oder weniger Beifang, mit denen du halt auch ab und zu Kontakt hast. Zusammen vermutlich unter 30 aktive und ein paar inaktive Kunden.
  • Dann brauchst du kein teures Customer Relationship Management Tool und auch kein mehrtägiges Outlook-Seminar, sondern du öffnest im Tabellenprogramm deiner Wahl ein Dokument, nennst es Kundenliste und schreibst in die erste Spalte die Redaktionsnamen, in die zweite die Ansprechpartner, in die dritte die Telefonnummer, die Mailadresse und so weiter.
  • Ich will, wie oben beschrieben, dann immer Zeitpunkt und Inhalt der einzelnen Telefonate o.ä. festhalten. Dazu öffne ich im selben Dokument eine weitere Seite und verbinde die als Link mit dem Namen der Redaktion. In diese weitere Seite kann ich dann pro Zeile eine Kontaktinfo schreiben.

So sieht es aus

Muster einer kleinen Kundendatenbank

  • Ich setze dieses selbstgebastelte Mini-Tool tatsächlich bei einem Projekt ein. Da geht es um rund 30 Reisebüros, für die ich einen monatlichen Reiseziel-Newsletter mache.
  • Ich habe das kleine Tool auch in meinen Lesezeichen integriert.
  • Was ich gern mag, ist, die wichtigen Dinge schnell und einfach im Blick zu behalten.
  • Und wenn ich was aufschreiben will, dann klicke ich mich nur zur Kontaktseite des Kunden.
  • Wenn ich dann das nächste Mal Kontakt aufnehme, sehe ich immer superschnell, was da der letzte Stand war. 

Tipps:

  • Wenn du mal alle Kunden anmailen willst: einfach die Mailspalte kopieren und ins BCC- des E-Mail-Klienten pasten. z.B. Outlook erkennt das sofort und löst das auf.
  • Wenn du viel telefonieren musst, dann kannst du die Liste  in deinem Handy aufmachen und musst nur auf die gewünschte Nummer drauftippen. 

So, wieder ist ein Teil meiner schneell umsetzbaren Ordnungsideen, die Mehrwert schaffen, geschildert. Es folgt der fünfte; etwas, womit sicher viele kämpfen: die Mailablage.

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So machst du aus deinen alten Mails einen Goldschatz

Trotz Whatsapp, Slack, Google-Chat, Trello & Co.: Die meiste berufliche Kommunikation erfolgt bei mir weiter über Mail. Das erfordert eine Ordnungs-Strategie. Ich schildere mal meine Schwerpunkte:

  • Alle relevanten Mailadressen werden in einem Mail-Klienten konsolidiert. Bei mir ist das Outlook. Das funktioniert aber auch mit Apple Mail, Thunderbird oder den meisten anderen E-Mail-Programmen. 
  • Alle akustischen und optischen Alarme werden abgeschaltet, dafür plane ich nach jedem größeren Arbeitsblock eine Mail-Session ein.
  • Was weniger als 5 Minuten dauert, wird gleich gemacht. Der Rest kommt auf die Todo-Liste.
  • Der Posteingang darf puffern. Aber nicht mehr, als was man wenigstens einmal täglich durchsehen kann (bei mir sind das ca. 20 Mails).
  • Bearbeitete Mails lege ich nicht kompliziert ab, du solltest sie auf gar keinen Fall ausdrucken. Eigentlich reicht ein einziger Ablage-Ordner „Archiv“ und natürlich der Papierkorb.
  • Aber ganz wichtig: alles irgendwie Relevante solltest du im Zugriff behalten. Weil Outlook bei größeren Mailmengen behäbig wird, exportiere ich meine Mails einmal im Quartal nach Mailstore . Davon bin ich echt begeistert. Gewaltig, was man da alles blitzschnell findet. Und in der Home-Variante ist es noch dazu kostenlos.

So sieht Mailstore home aus:

Tipps:

  • Maileingang reduzieren durch Abbestellungen von Presseinfos und Newslettern. Dazu habe ich einen Textbaustein.
  • Strikte Sauberkeit bei Betreffzeilen einhalten. ggf Mail aufteilen.
  • History nicht weglöschen., ggf. das Irrelevante rauslöschen und drei Punkte … dafür reinsetzen. 

Es folgt der sechste Bestandteile meiner Mehrwert-Ordnung. Es ist der, nach dem ich täglich arbeite: meine Todo-Liste.

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Du hast doch eine Todo-Liste. Oder etwa nicht?

Strukturiertes Arbeiten erfordert eine klare Ordnung. Ohne eine Todo-Liste geht es nicht.

Welche? Das ist Geschmackssache. Und eine Frage deiner Aufgaben. Der Zahnarzt, der alle Viertelstunde einen neuen Patienten auf dem Stuhl haben will, arbeitet anders und braucht eine andere Arbeitsliste als der Investigativreporter oder die Leserbrieftante. Mein Tipp: Schau dir vieles an und nimm dir davon, was zu dir und deiner Arbeit passt.  

Mein Werkzeug:

  • Ich habe über die Jahre einiges probiert: Schreibblock, Outlook, Wunderlist, Remember the Milk, Google Keep. Seit drei Jahren verwende ich Apple Notizen. 
  • Die App tut im Wesentlichen, was ich will:
    • Ich kann schnell und in jeder Situation nachschauen und Sachen als erledigt markieren und neue Sachen notieren
    • Sie funktioniert synchron am Rechner (Mac), Handy, iPad, Windowsrechner in der Redaktion
    • Sie ermöglicht eine relativ enge Taktung durch den Tag (ich will nicht mehr als 2 Stunden das gleiche machen, dann sinkt meine Produktivität)
    • Sie zwingt mich nicht in ein festes Zeitschema (wenn ich endlich im Schreib-Flow bin, hat Outlook immer für den nächsten Job geklingelt)
    • Sie zeigt „tote Winkel“, in denen man aufgeschriebene Sachen vergisst . Deshalb habe ich immer alles für einen Tag auf 1 Notiz.
    • Und sie ist handhabbar, dh ich brauche weniger als 15 Minuten tgl. für sie

Der einzige echte Nachteil: Die Notizen lassen sich nicht wirklich sichern, aber immerhin als PDF oder Markdown-Dokument archivieren.

So sieht so ein Dokument aus:

Mein Konzept:

Ich habe eine Jahres- eine Monats- und eine Tagesplanung. Alles in zwei Dokumenten. Das eine heißt „Heute“ (bzw. es hat das heutige Datum, das andere heißt „Heute nicht“. Dieser Struktur folgt mein Dokumentaufbau…

.. in „Heute“:

  • Oben 3-5 „große“ Projekte des Jahres
  • Darunter die fixen Termine der kommenden 4 Wochen. (Das geht bei mir, weil ich wenig fixe Termine habe).
  • Dann die Abteilungen „Morgen“, „Übermorgen“, „Heute“.
    • „Heute“ ist der Teil der Liste, mit dem ich dann den ganzen Tag arbeite.
    • Darin oben 3-4 Hauptpositionen des Tages. 
    • Dann 8-10 kleinere Dinge
    • In „Morgen“ und „Übermorgen“ stehen die Termine für morgen und der Überlauf, was heute nicht mehr geht

.. in „Heute nicht“:

  • Da stehen oben unter „Wenn noch Zeit“ eine Reihe Themen, von denen ich mich (noch) nicht trennen will.
  • Und darunter der eigentliche Schwerpunkt des Dokuments: die Wiedervorlage, sortiert nach mit Terminen.  Auf die will ich noch eingehen:

Wie mache ich es, dass mir nichts Wichtiges durch die Lappen geht?

  • Die gängigen Todo-Listen haben für mich den Nachteil, dass sie in Einzelaufgaben denken und nicht in Kreisläufen. Zumindest bei mir werden die wenigsten Punkte auf meiner Todo-Liste einfach abgearbeitet und sind dann erledigt. 
  • Sondern es folgt idR ein nächster Schritt. also zB folgt auf Thema kreieren als nächstes Thema anbieten, Text vereinbaren, dann recherchieren, dann schreiben, dann gegenlesen lassen, dann abgeben, dann OK einholen, dann Rechnung schreiben, dann den Beitrag weiteren Kunden anbieten. 
  • Um das zu realisieren, kopiere ich mir jeden Abend die Todo-Liste des zu Ende gehenden Tags und streiche nicht einfach das Erledigte raus, sondern frage mich, ob es eine Folgeaufgabe gibt.
  • Dass die Arbeit auf diese Weise nie verschwindet, muss man natürlich aushalten. Für mich ist es ein sehr beruhigender Gedanke, dass ich so alles Wichtige im Griff behalte.
  • Achtung ständig wachsende Todo-Liste! Mein Trick ist, dass ich jeden Tag eine neue anfange. Die wird kopiert. Wenn zu lang, hart durchgearbeitet nach dem Eisenhower-Prinzip. Und wenn auch das nichts fruchtet, auch mal komplett neu aus der Erinnerung aufgebaut

Der ehem. US-Päsident sortierte seine Aufgaben angeblich nach zwei Kriterien: Dringlichkeit und Wichtigkeit. Es entstehen vier Kategorien: 

  • Dringlich und wichtig: Erledigen (do)
  • Wichtig, aber nicht dringlich: Terminieren (decide), aber nicht vor dir herschieben!
  • Dringlich, aber nicht wichtig: Delegieren (delegate) 
  • Nicht dringlich, nicht wichtig: streichen (delete). 

Ein paar Schlusssgedanken

Für mich liegt der Vorteil des Eisenhower-Prinzips vor allem darin, Aufgaben guten Gewissens zu streichen oder zu delegieren, jedenfalls vom eigenen Hof wegzubringen. Für die eigentliche Aufgabe – Die richtigen Dinge richtig machen und zwar in der richtigen Reihenfolge und nicht nach Beliebtheit – hilft Eisenhower mir nicht wirklich. Diese Selbstmanagement-Aufgabe muss wohl auch jede und jeder für sich lösen. 

Mir half dabei das (nur noch antiquarisch erhältliche) Büchlein „Zeitgewinn durch Selbstmanagement“ von Martin Scott. Die wichtigste Erkenntnis daraus: Ich mache nichts falsch, wenn ich nur die obere Hälfte der Todo-Liste schaffe. Wenn es die richtige Hälfte war, dann kann ich glücklich in den Feierabend starten.

Wie überhaupt die wichtigste Aufgabe deiner Todo-Liste nicht ist, dich zu terrorisieren, sondern dir die innere Ruhe zu verschaffen, dass da nicht ständig etwas um die Ecke kommt, was du dummerweise übersehen hast. 

Was eine Todo-Liste auf gar keinen Fall leisten sollte, ist, deine Zeit nur dafür durchzuoptimieren, dass du dir morgen noch mehr aufhalst. Es geht vielmehr um das, womit dieser ganze Themenbereich, in dem du gerade liest, überschrieben ist: Zufrieden arbeiten und leben.  

Tipps:

  • Alles in eine Liste! auch private und sonstige Sachen
  • Jeden Abend als letzte Tätigkeit die Todo-Liste von morgen aufsetzen
  • Nimm dir auch mal ganz bewusst vor, heute nicht die gesamte Liste zu rocken, sondern zwei Stunden früher trotzdem die wirklich relevanten Sachen erledigt zu haben. 

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Logs – der einfache Trick, dich an Abläufe zu erinnern

Geht es dir auch so? Du sitzt an deiner Steuererklärung oder deinem Textprogramm oder  vor deiner Foto-App und sie tut nicht, was sie soll. Das war schon beim letzten Mal so – irgendwie hast du es damals gelöst, aber wie? Leider hast du es dir nicht aufgeschrieben und deshalb musst du jetzt das Rad neu erfinden. Damit das nicht die Regel wird, gibt es Logs. Du kannst sie auch Protokolle nennen oder Mitschriften oder Bedienungsanleitungen oder So-geht’s.

Ich schreibe zu Jedem und Allem Logs. Von der Kundenakquise über Projekte bis zur Steuererklärung und zum Workflow meines Fotobearbeitungsprogramms. Dann kann ich beim nächsten Mal nachschauen, wie ich es beim letzten Mal gemacht habe. Oft wird einem Wichtiges auch erst klar, wenn man es nochmal schriftlich festhält. 

Tipps:

— Spätestens, wenn du das zweite Mal überlegst: Wie habe ich das die letzten Male hingekriegt, ist es Zeit für so ein Log. Ich habe ein Log für meinen Bürorechner, in dem steht, wann ich was neu installiert habe und wie das gleich wieder mit der VPN-Verbindung zum Webrechner funktioniert, aber auch einen Log Telefon und ein Log über Praktikanten, die ich betreue. 

— Der Aufbau meiner Logs ist erst mal supersimpel: Datum: Text, nächstes Datum: nächster Text. In der Regel füge ich das Neueste oben ein.

— Sobald die Handlungsstränge in einem Logfile zu sehr auseinanderlaufen und ich mir beim nächsten Mal einen Wolf suche, gliedere ich in Kapitel: Das erste bleibt das allgemeine und heißt einfach Log, dann folgen einzelne Projekte, Abläufe etc. Die Überschriften formatiere ich so, dass ich in der Gliederungsansicht sofort dorthin springen kann. 

— Allzu lange Logs teile ich auf: wenn möglich, thematisch, sonst einfach nach Datum. In der Regel reicht es dazu, nur die letzten 15 Monate im aktuellen Log zu halten und das alte Log umzubenennen in Thema_X_2019_bis_2021. 

— Deine Logs gehören unbedingt in deine Cloud oder jedenfalls an eine Stelle, zu der du immer Zugriff hast, die du schnell komplett durchsuchen kannst und sich am besten selbst sichert.

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Diese Grundausstattung brauchst du

Laptop & Handy. Was du hardwaremäßig unbedingt im Journalismus brauchst? Die Antwort auf diese Frage ändert sich gerade noch schneller als das Berufsbild. Aktuell (Frühjahr 2024) würde ich sagen: erstens Laptop (unbedingt etwas sehr Stabiles), zweitens Handy (zum Laptop passend), drittens Ladegerät. Und natürlich Internet, also einen für das eigene Profil passenden Vertrag. Drucker sind auf dem absteigenden Ast, aber ganz ohne geht es meist doch noch nicht. Wer es volldigital versuchen will, braucht wenigstens einen guten Scanner.

Das meiste andere ist entbehrlich oder hängt vom individuellen Geschäftsmodell ab. Wer Online-Redaktion macht, arbeitet oft mit mehreren Bildschirmen, wer mit Fotografie und Film arbeitet, hat heute Systemkameras, Drohnen und immer noch Teleobjektive. Viele Freie auf Reportage schwören auf mobile Router und manche immer noch auf Notizbuch und Stift. 

→ Details in den Themenbereichen „In Print, Online und PR tätig“, „Von Fotografie leben“, „Im Rundfunk arbeiten“, „Im Hinterland tätig“ (über die Startseite). 

→ Zu den Software-Tools, dh. den Programmen auf Laptop und Handy, siehe nächsten Absatz. 

Datensicherung. Ein Punkt, der oft vergessen wird und hinterher schmerzt, fehlt allerdings oben noch: die Datensicherung. Und die Archivierung. Ja, das sind zwei verschiedene Dinge. Während du an einem Text schreibst, ein Foto entwickelst, eine Web- oder Zeitschriftenseite baust, solltest du in jeder Phase eine Arbeitsversion und eine Sicherheitskopie deiner Daten haben.

Archivierung. Nach einer Weile (wenn dein Laptop voll wird), schiebst du einen Teil der älteren Daten, an denen du nicht mehr aktiv arbeitest, auf ein Archivmedium (eine externe Festplatte) und – ja, genau – machst dazu wieder eine Sicherung. Denn du willst ja immer zwei Kopien, für den Fall, dass eine den Bach runter geht. 

Als mögliche Medien empfehlen sich neben der Laptop-Festplatte zur Sicherung eine Cloud oder eine „private Cloud“, bestehend aus einer Software wie Time Machine am Mac bzw. „Sichern und Wiederherstellen“ unter Windows plus einer an den Router angeschlossenen externen Festplatte oder einem NAS. Zum Archivieren und Sichern der Archivierung habe ich selbst eine Fideco-Dockingstation, in die ich zwei Festplatten stecken kann: die für die Archivierung und die für die Archivierungssicherung. 

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Diese Tools sind für dich sinnvoll

Sag gern auch Software oder Apps

Während du bei der Hardware gerade mal zwischen Windows und Apple zu wählen hast und ansonsten eher auf Robustheit achten solltest, musst du für die geeigneten Tools (und die Arbeit damit) erheblich Zeit einplanen. Sie werden es dir doppelt und zehnfach zurückgeben. Tools gibt es heute für praktisch alles von den journalistischen und den Office-Grundfunktionen über Organisation und Zusammenarbeit bis zu Transkription und Buchführung.

Journalistische Tools: Mit irgendetwas muss man schreiben. Das ist für viele immer noch Word. Gib aber vielleicht auch mal Google Docs eine Chance. Und Scrivener. Und iAWriter. Wer fotojournalistisch tätig ist, braucht ein Bildverwaltungsprogramm (da gibt es für mich nur Lightroom in der Kombi Classic + Mobile), wer Print-Redaktion macht, ein Desktop-Publishing-Programm (meistens Indesign), Bloggende arbeiten in der Regel mit WordPress.

Wichtig: Es muss zusammenpassen. Wer Word wählt, der wird an der dazugehörigen Cloud (Onedrive von Microsoft) nicht vorbeikommen. Google Docs funktioniert natürlich am besten mit dem Google Drive. Und Indesign mit der Adobe Cloud. Unterschätze nicht den Aufwand, die einzelnen Tools zu einem wohlklingenden Orchester zu kombinieren.   

Trotzdem: Nicht das erstbeste nehmen. Nimm das Beispiel Mailprogramme: Nur weil Apple Mail auf jedem Mac vorinstalliert ist, muss es nicht das beste für dich sein. Und nur weil Mozilla Thunderbird kostenlos ist, wird nicht jeder damit glücklich. Klassische Checks für die Wahl deines Mail-Clienten sind neben dem Look-and-feel die Frage, wie du vom aktuellen Programm umsteigst (sprich die alten Mails ins neue System bekommst) und wie du diese eine alte Mail von vor zweieinhalb Jahren findest, die du gerade jetzt wieder dringend brauchst (siehe auch unten, Abos & Archiv).    

Tipps: Andere Freie fragen. Bei Aufgaben nach geeigneten Tools suchen. Aber im Zweifel lieber ein weniger mächtiges Tool einsetzen, das du schon kennst. Was du seltener als fünf-, sechsmal im  Jahr anfasst, wirst du beim nächsten Mal doch wieder nicht richtig beherrschen. Was du umgekehrt stündlich und öfter verwendest, für das lohnt es sich unbedingt, mal eine Stunde nach der besten Option aufzubringen, und sei es nur der Dateimanager (Explorer, Finder…), für den es unter Windows ein tausendmal besseres Tool gibt: den Total Commander. 

Wohin speichern? 

Als Freie arbeitet ihr vermutlich auch in der S-Bahn, im Gerichtssaal und samstags bei der Schwiegermutter. Dafür braucht ihr eine Dateiablage, die den Stand eurer Texte und Bilder auf allen Geräten aktuell hält. Das kann (Stand heute, Frühjahr 2024) am besten eine Cloud. Du findest, mit deiner Festplatte bist du sicherer vor Hackern und digitalen Datenräubern? Bist du eben nicht, wie Ransomware-Erpressungen tagtäglich zeigen. 

Ein zweites Problem ist der technische Fortschritt. Wer heute auf 20 Jahre alte Dateien zurückgreifen will (und du wirst es später wollen), der wird das nur schaffen, wenn er immer wieder alles auf einen aktuellen Stand gebracht hat. Oder welcher Rechner kann heute noch Floppy-Disks lesen? 

Nimm stattdessen eine der großen, gängigen Clouds und schalte die Zwei-Faktor-Authentisierung ein. Dann bist du auf der Hackerseite safe, arbeitest heute vom Laptop und morgen vom iPad und hast gute Chancen, deine geistigen Leistungen auch auf diese heute noch gar nicht bekannte Plattform zu hieven, ohne die es in 20 Jahren nicht gehen wird.

Natürlich verlässt du dich nicht auf die Cloud allein. → Weiter oben steht, was du zum Thema Datensicherung und Archivierung wissen solltest.   

Mit Technik zum Unternehmertum

Wenn du dir technisches Know-how angeeignet hast, vielleicht sogar Freude findest an Technik & Tools, dann hast du die Chance, dir mittelfristig größere Aufträge an Land zu ziehen oder zum Selfpublisher zu werden. Denn nur vom Schreiben allein entsteht weder eine Zeitschrift noch ein Blog oder Podcast. Und erst die Fähigkeit zur Komplettproduktion oder jedenfalls zur Koordination unterschiedlicher Dienstleistender lässt Raum für Margen, die beim bloßen Beitragsproduzieren nicht zu erzielen sind. Konkret heißt das, dass du dich mit solchen Techniken vertraut machen musst, wenn du in die entsprechende Richtung willst:

➜ Desktop-Publishing – wenn du im klassischen Printgeschäft (Zeitungen, Zeitschriften) vorankommen willst  

➜ Bildverwaltung und -bearbeitung – wenn Fotos (und ggf. auch Videos) dein Ding sind

➜ Filmschnitt – wenn du dich in die Richtung Youtube oder Videoblogger entwickeln willst

➜ Content-Management-Systeme (CMS) – wenn du dich für Online-Redaktion interessiert.

Wie du dir das Wissen angeeignet, ermittelst du am besten selbst. Jede und jeder ist da unterschiedlich. Die eine setzt klassisch auf (meist teure) Seminare, der andere wird mit Youtube-Tutorials und einer Support-Community im Netz glücklich. Und wieder andere probieren einfach herum oder – das ist die Königsdisziplin – suchen sich einen Auftraggeber, der ihnen die Fähigkeiten beibringt.

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Brauchst du Abos und ein Archiv?

Ohne Abos geht es nicht

In der Frühzeit des Internet dachten viele, dass für Informationen zu zahlen von gestern ist. Mittlerweile ist klar: Viele der wirklich relevanten Quellen öffnen ihre Türen nur gegen Geld. Wenn du die Infos aus dieser Zeitschrift brauchst oder an jenes Webmagazin deine Beiträge verkaufen willst, dann solltest du auch wissen, was darin so steht. Ist es relevant genug für dich, dann bleibt nur ein Abo. Oder es gelingt dir, Autorin zu werden und dann ein Gratis-Autorenabo abzustauben.

Abos von der Steuer absetzen? 

Können wir wenigstens den Fiskus an unseren Abogebühren beteiligen? Ja und nein. Im Zweifelsfall musst du deinen Einkommensteuer-Sachbearbeitung im Finanzamt davon überzeugen, dass es sich ganz überwiegend um geschäftliche und nicht private Nutzung handelt. In der Praxis bedeutet das: Zeitungsabos werden in der Regel nicht anerkannt, Zeitschriftenabos in der Regel schon. Tipp: Mitarbeitende des Finanzamtes sind konservativ. Das klassische Printabo erkennen sie meist nicht an. Dasselbe Abo digital und über den Apple Store und als Lizenz bezeichnet oft aber dann doch. 

Das Archiv als Lebensversicherung

Auch in der Zeit von Open Source und KI-Suchmaschinen bleibt das eigene Handarchiv (und die Handbibliothek) in den meisten journalistischen Bereichen Geschäftsgrundlage. Viele Informationen sind weiter nicht online zu finden bzw. hinter einer Paywall verschwunden. Da bleibt das eigene Archiv unersetzlich.

Dabei gilt die Regel: Nutzen ist wichtiger als Schönheit. Entscheidend ist nicht, was einem irgendwelche Firmen als letzten Schrei aufschwatzen wollen, sondern wo das Verhältnis zwischen Aufwand (Füllen und Pflege des Archivs) und Ertrag (bei der eigenen journalistischen Arbeit) am besten ist. Das weiß man leider immer erst später. Aber eins ist auch klar: Wo der Aufwand zu hoch ist und sich irgendwelche abzuarbeitenden Stapel bis an die Decke türmen, stimmt etwas nicht.

Noch einmal: Mach keine Religion draus. In der Regel hat das klassische Analog-Archiv mit Hängemappen ausgedient. Wenn du aber im Wesentlichen Print archivierst, dann bleibt es vielleicht die schnellste und einfachste Methode. 

Doch egal ob digital oder analog: Hier sind ein paar Tipps für den Aufbau deines Archivs:

➜ Alles in den Dienst der Wiedernutzung stellen! Also nicht, wie kann ich es am leichtesten ablegen, sondern in welchem Zusammenhang werde ich es wieder brauchen?

➜ In meinem Ressort (Reise) erscheinen immer noch die spannenderen Geschichten in Zeitschriften und Tageszeitungen. Die lese ich, um mich auf Stand zu halten, und die archiviere ich.

Zeitungsartikel hebe ich ganz altmodisch in einem Handarchiv auf. Also einer Hängeregistratur. Das geht um Klassen schneller, als es zu scannen. Braucht aber Platz.

Zeitschriften archiviere ich jahrgangsweise in Schubern. Damit ich interessante Artikel wiederfinde, führe ich dazu ein Register. Dieses Register ist ein normales Textdokument mit Zwischenüberschriften. Und das sind die gleichen in der gleichen Reihenfolge wie die Hängemappen im Handarchiv und übrigens auch den Büchern im Buchregal.

Wenn ich dann einen Auftrag bekomme, z.B. das Thema „So plant man eine Weltreise“ zu bearbeiten, finde ich im Handarchiv Clippings aus Tageszeitungen und im Registerdokument Verweise auf passende Zeitschriftenartikel, die sich dem Thema gewidmet haben.

Nicht vergessen: Auch deine Mails sind ein Archiv 

Vermutlich sind deine Mails sogar dein wertvollstes Archiv. Zumindest jetzt (im Jahr 2024) läuft doch das meiste an beruflicher Kommunikation als E-Mail ab. Und Pressemitteilungen in rauen Mengen in den Posteingang ein. Nur wo war sie gleich wieder, diese eine Mail? 

Die Lösung heißt: alles Relevante im Zugriff behalten. Weil Outlook (und jedes andere Mailsystem) bei größeren Mailmengen behäbig wird, exportiere ich meine Mails einmal im Quartal in ein spezielles Mailarchiv. Das Programm heißt Mailstore und ist bei meinem Bedarf sogar kostenlos. Davon bin ich echt begeistert. Gewaltig, was man da alles blitzschnell findet. 

→ mehr zur Organisation von Mails im Kapitel „Wie organisiere ich mich?

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Brauchst du ein eigenes Büro?

Das kommt ganz auf dich an. Rein technisch gesprochen können wir Freie längst überall arbeiten – warum nicht auch im Home-Office? Seit der Pandemie hat das ja noch nicht mal mehr einen schlechten Ruf. 

Andererseits kommen viele von uns mit einer klaren, auch räumlichen, Trennung von Arbeit und Freizeit einfach besser klar. Das ausschließlich beruflich genutzte Arbeitszimmer, in das auch Kinder und Verwandte nicht eindringen dürfen, macht vieles leichter. Das Arbeitszimmer ist vorzugsweise vom Familienbereich separiert, etwa in einer anderen Etage. 

Noch klarer ist die Trennung bei einem externen Büro außerhalb der Privatwohnung. Dessen Kosten lassen sich minimieren, wenn du ein Zimmer in einem Coworking-Space mietest. Und mit etwas Glück findest du dort auch den Austausch, ohne den die Freiheit Einsamkeit wird.

Es muss wirklich nichts Repräsentatives sein. Aber einen großen Schreibtisch und einen vernünftigen Bürostuhl solltest du dir unbedingt leisten. Denke einfach, wie lange du darauf sitzen wirst.

Und vergiss nicht, dass das volldigitale Office für die meisten noch weit in der Ferne liegt. Du wirst also auch ein Regal brauchen und vielleicht sogar eine gute alte Hängeregistratur. Manche von uns brauchen auch ein Bürosofa, andere eine Espressomaschine. Scheue dich nicht, dafür ein paar Euro auszugeben. Denn Arbeit darf auch Freude machen.

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Eine Marke für deinen Journalismus?

Du willst Deine journalistische Arbeit mit einer gut klingenden Bezeichnung besser vermarkten? „Redaktionsbüro Windenergie“, „Stromnews-kompakt“, „Info-Service“ – das hört sich vielleicht professioneller an als einfach nur „Yvonne Joda, freie Journalistin“. Und bleibt deutlicher in Erinnerung. Deshalb wählen viele Freie wohlklingende Namen für ihren Medienservice. Freiberuflich Tätige dürfen allerdings nur begrenzt mit Geschäftsbezeichnungen arbeiten. Sie dürfen nicht wie Kaufleute und Handelsgesellschaften unter einer Firma auftreten und müssen jede Verwechslung mit einer Firma vermeiden: Die unerlaubte Führung einer Firma kann gerichtlich untersagt werden – mit einem Zwangsgeld von bis zu 5.000 Euro. Wer durch Führung einer Firma den Schein erweckt, ein Kaufmann/Kauffrau zu sein oder gar eine Gesellschaft zu führen, muss außerdem die erhöhten handels- und gesellschaftsrechtlichen Rechtspflichten gegen sich gelten lassen.
Freiberufler müssen daher bei beruflicher Kommunikation und auf allen relevanten Geschäftspapieren Vor- und Nachnamen sowie ihre Berufsbezeichnung angeben – und allenfalls daneben (als Zusatz) die Geschäftsbezeichnung. Entsprechend gilt für Verträge, dass diese nicht mit der Angabe „Redaktionsbüro Blitz“ geschlossen werden, sondern mit dem richtigen Namen. In Werbeanzeigen kann ausnahmsweise nur mit der Geschäftsbezeichnung gearbeitet werden, wenn bei der Kontaktaufnahme klar gemacht wird, dass eine freiberuflich tätige Person dahinter steckt.
Auch eine von Freien betriebene Partnerschaftsgesellschaft muss für die Geschäftspartner erkennbar sein. Auch hier darf sich die Partnerschaft nicht einfach nur „Medienbüro Blitz“ nennen, sondern muss den Nachnamen mindestens eines Partners, den Zusatz „Partnerschaft“ oder „und Partner“ sowie die Berufsbezeichnung zum Ausdruck bringen. Also z.B.: „Xanten und Partner, Journalismusbüro“.

Schutz der Geschäftsbezeichnung – wie geht das?
Einen absoluten Namensschutz gibt es bei Geschäftsbezeichnungen nicht. Nur bei Überschneidung der Interessengebiete kommt ein relativer Schutzanspruch in Betracht. Da Rechtsstreitigkeiten in dieser Frage allerdings kostspielig werden können, empfiehlt es sich, riskante Namensähnlichkeiten von vornherein zu vermeiden.

Schutz durch Anmeldung?
Entscheidend für den Schutz der Geschäftsbezeichnung sind ihr Gebrauch und das Verbreitungsgebiet, insbesondere in Hinsicht auf mögliche Überschneidungen mit echten oder potenziellen Wettbewerbern. Das bedeutet freilich, dass sich ein medienbegeisterter Friseursalon durchaus auch „Medienblitz“ nennen darf, wenn eine geschäftsschädigende Verwechslung mit dem Redaktionsbüro Medienblitz ausgeschlossen werden kann. Kommt es doch zu einer Überschneidung, hat derjenige Vorrang, der zuerst im entsprechenden Geschäftsfeld bekannt war. Eine „Anmeldung“ der Geschäftsbezeichnung hat daher keine eigenständige Bedeutung. Sie kann nur ergänzend als Beweis dafür herangezogen werden, dass der Wille zum Schutz der Bezeichnung zu einem bestimmten Datum dokumentiert wurde.

Kaufleute, Handels- und Partnerschaftsgesellschaften lassen ihren Namen durch die ohnehin notwendige Anmeldung beim Handels- und Partnerschaftsregister automatisch registrieren. Freiberuflich journalistisch Tätige können die Geschäftsbezeichnung dagegen durch Mitteilung an die maßgeblichen Kreise formlos bekannt machen, z.B. durch Mitteilung in journalistischen Fachzeitschriften. Die Bezeichnung muss dann allerdings auch im praktischen Geschäftsverkehr genutzt werden.

Weiterhin kann die Geschäftsbezeichnung als „Marke“ beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet werden, sofern sie Unterscheidungskraft besitzt und kein Gattungsbegriff ist: So sind z.B. weder „freier Journalismus“ noch „Redaktionsbüro“ als Marke schutzfähig, da es sich um allgemeine Begriffe handelt; anders wäre es unter Umständen, wenn die Bezeichnung in einem bestimmten, originellen Design gestaltet wäre. Freilich wären dann gleichlautende Bezeichnungen mit anderem, originellen Design ebenfalls als Marke schutzfähig. Wer den gesamten europäischen Raum abdecken will, muss sich an das Europäische Markenamt wenden.

Deutsches Patent- und Markenamt, 80297 München, Tel.: 089/2195-0, Fax: 089/2195-2221, info@dpma.de, www.dpma.de

Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle), Avenida de Europa, 4, E – 03008 Alicante, Spanien, Tel +34 96 513 9100 Fax +34 96 513 1344 information@oami.eu.int,
http://oami.eu.int

Anmeldung als Internet-Adresse
Wer ganz sicher gehen möchte, meldet seine Geschäftsbezeichnung auch als Internet-Adresse an, z.B. „www.medienbuero-blitz.de“. Ansonsten könnte ein anderer die Internet-Adresse für sich reservieren und anschließend die Geschäftsbezeichnung des Journalistenbüros angreifen! Die Anmeldung ist möglich über einen Provider oder Domainhoster (z.B. 1&1, Strato, Domainfactory). Die Prüfung, ob eine „de-Adresse“ schon vergeben ist, erfolgt unter der Internet-Adresse www.denic.de. Eine Auflistung aller Domain-Vergabestellen findet sich unter www.icann.org.

Titelschutz
Grundsätzlich gelten für den Schutz von selbst publizierten Medien (z.B. „Norddeutscher Agrar-Newsletter“, „Münchehagener Dino-Post“, „Internet-Postille“) die gleichen Grundsätze: Der Titelschutz entsteht in erster Linie durch Gebrauch; auf „Vorrat“ ist ein Schutz nur möglich, wenn im Konfliktfall bewiesen werden kann, dass in absehbarer Zeit, d.h. in den nächsten sechs Monaten, tatsächlich eine Publikation mit entsprechendem Titel erscheinen sollte.
Ein Schutz „auf Vorrat“ ist durch Mitteilung an die maßgeblichen Kreise denkbar, also z.B. durch (kostenpflichtige) Anzeigen in Medienmagazinen wie journalist oder aber durch eine Anzeige im Titelschutzanzeiger, einem Informationsblatt, das kostenlos an alle großen Medienverlage verschickt wird. Der Schutz eines Titels als Marke ist gleichfalls denkbar. Allerdings ist zu beachten, dass selbst manche großen Verlage auf Titelschutzmeldungen verzichten, weil sie darauf setzen, dass sie ihren Schutz durch schlichten Gebrauch, d.h. durch Veröffentlichung bzw. allgemeines Marketing für den fraglichen Titel ohnehin erhalten.

Schutz von Internet-Adressen
Auch der Schutz von Internet-Adressen richtet sich nach den Grundsätzen für Geschäftsbezeichnungen und Titel: Eine Markenanmeldung bzw. eine Anzeige im Titelschutzanzeiger ist nicht unbedingt notwendig, entscheidend ist der Gebrauch und die mögliche Verwechslungsgefahr mit anderen Marken, Titeln, Geschäftsbezeichnungen und auch anderen Internet-Adressen. Der Gebrauch einer Internet-Adresse kann untersagt werden, wenn dadurch entsprechende Rechte Dritter verletzt werden, selbst wenn diese gar keinen Internetauftritt unter diesem Namen beabsichtigen. Die Verwendung von Gattungsbegriffen, die eventuell ein ganzes Dienstleistungsangebot abdecken, kann wettbewerbswidrig sein.

Recherche
Vor der Wahl einer Geschäftsbezeichnung bzw. eines Titels sollte stets recherchiert werden, ob die gewünschte Bezeichnung nicht von anderen als Marke, Firmen- und Gesellschaftsname, Geschäftsbezeichnung oder auch Internet-Adresse genutzt wird. Hierbei kommt es nicht nur auf völlige Namensgleichheit an, sondern auch auf Ähnlichkeiten, wenn eine Verwechslungsgefahr besteht oder der gute Namen eines anderen hierdurch gefährdet wird.

Wer wissen will, ob für die gewählte Bezeichnung schon Markenschutz gewährt wurde, kann hierzu in verschiedenen Datenbanken recherchieren. Eine Linksammlung findet sich auf den Internetseiten des Deutschen Patent- und Markenamtes unter www.dpma.de. Informationen gibt es auch beim Patent- und Normenzentrum der RWTH Aachen
https://www.ub.rwth-aachen.de/cms/ub/Forschung/~hmui/Patent-und-Normenzentrum/

Da die örtlichen Industrie- und Handelskammern die Zulässigkeit von Firmennamen zu prüfen haben, verfügen sie auch über entsprechende Datenbanken. Obwohl Freiberufler gar keine Kammermitglieder sind, erhalten sie hier meist entsprechende Informationen.

Weiterhin ist eine Recherche in regionalen bzw. bundesweiten Telefon-CD-ROMs bzw. „Gelben Seiten“ empfehlenswert, ebenso in Internet-Suchmaschinen. Bei den meisten Domain-Vergabestellen wie z.B. www.denic.de lässt sich online prüfen, ob die Adresse schon vergeben ist.

Eine GbR kann nicht „als GbR“ Inhaberin einer Marke sein. (BGH, Urteil vom 24. Februar 2000, Az /ZR 168/97).

Für welche Bezeichnungen gibt es keinen Schutz?
Geschützt werden können nur unterscheidungskräftige Geschäftsbezeichnungen. „Redaktionsbüro“ ist beispielsweise eine allgemein verbreitete Tätigkeitsbeschreibung, für die kein Schutz begehrt werden kann. Nicht zu verwenden sind irreführende Geschäftsbezeichnungen, z.B. „Infogesellschaft“, wenn alleine gearbeitet wird. Auch Bezeichnungen wie „Partnerschaftsgesellschaft“ oder „Xanten und Partner“ sind allein Partnerschaftsgesellschaften vorbehalten. Unzulässig sind in jedem Fall Bezeichnungen, die mit anderen Wettbewerbern identisch sind oder mit deren Namen verwechselt werden können.

Kostenträchtige Sorglosigkeiten
Wer ohne entsprechende Vorrecherchen mit Geschäftsbezeichnungen, Titeln und Internet-Adressen arbeitet, muss mit kostenträchtigen Rechtsberatungskosten rechnen: Viele Unternehmen wachen sehr aufmerksam darüber, ob jemand in ihren Namensdomänen wildert, Internet- und Social-Media-Monitoring helfen ihnen dabei automatisiert. Schnell trudelt dann ein Unterlassungsschreiben ein. Unterlassungsschreiben sind rechtsanwältliche Schriftsätze, mit denen sie zur Unterlassung einer rechtswidrigen Handlung, hier also des Gebrauchs der Internet-Adresse, auffordern. Beigefügt ist eine Unterlassungserklärung, mit der sich der Angeschriebene verpflichtet, die entsprechende Nutzung in Zukunft zu unterlassen und bei künftiger Nutzung eine Vertragsstrafe an die Gegenseite zu zahlen. Außerdem wird auch die Zahlung der Kosten für das rechtsanwaltliche Schreiben verlangt – und die liegen manchmal gleich bei mehreren tausend Euro. Wer nicht unterschreibt, kann mit Prozesskosten rechnen. Die wiederum fallen häufig sehr hoch aus, weil sich die Kosten am Streitwert orientieren und viele größere Unternehmen den Wert ihrer Namen mit mehreren hunderttausend Euro bewerten.
Wer mit Geschäftsbezeichnungen, Titeln und Internet-Adressen arbeiten will, sollte daher sehr gründlich recherchieren, bevor leichtsinnig extrem teure Prozesse ausgelöst werden.

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Wie viel Selbstdarstellung brauchst du?

Wenn Ex-Außenminister oder Ex-Fußball-Weltmeisterinnen beschließen, ihr künftiges Arbeitsleben als Freie zu verbringen, dann können sie davon ausgehen, dass der Erfolg nicht von einer gut gestalteten Visitenkarte abhängt. 

Alle anderen tun gut daran, sich ab und zu selber zu googeln und daran zu arbeiten, dass dann das zu finden ist, was eine potenzielle Auftraggeberin braucht – vor allem die Sicherheit, dass sie den richtigen Hans Meier gegoogelt hat, und seine Kontaktdaten.

Auch wer sich nicht als Online-Journalist sieht, sollte seinem Arbeitsplatz eine digitale Adresse geben. Dazu gehören

  • eine klare Internetadresse, am besten nach dem einfachen Muster Vorname-Nachname.de oder Vorname.Nachname.de
    → dazu gern einen Alias Themengebiet.de 
    → Von scherzhaften oder kryptischen Domains à la 12xy-kegeln-gehen.de ist abzuraten 
  • eine E-Mail-Adresse, die am Telefon einfach durchgegeben werden kann und von Auftraggebern schnell zu notieren ist
    → vorzugsweise entsprechend der Internetadresse post@vorname-nachname.de oder auch kontakt@
    → keinesfalls eine E-Mail-Adresse mit Bezug zum Privatbereich.
  • eine Mail-Signatur mit den wichtigsten Kontaktmöglichkeiten (Telefon, Internetadresse, postalische Adresse, Social-Media nur, wenn du Auftraggeber dorthin locken willst). Das jüngste selbstgeschriebene Buch und dieser gewonnene Journalistenpreis dürfen (zumindest bis sie Rost angesetzt haben) ergänzt werden.
  • Einträge in Torial, in djv-freie.de, ggf. auch in linkedin, in den Kress-Köpfen oder wo ihr glaubt gesucht zu werden. Aber denkt dran, das auch das alles gepflegt werden will. 

Tipp: Notiere dir, wo du dich überall eingetragen hast. Dann wird es dir auch leicht fallen, sämtliche Einträge aktuell zu halten, wenn du z.B. umgezogen bist.

Für die Internetpräsenz, die sich an Redaktionen und Auftraggeber richtet, gilt: Weniger ist mehr. Ein Foto, Angaben zur Person und Erreichbarkeit, zum Themenbereich, einige wenige Referenzen bzw. Artikelproben und sinnvollerweise die AGB nach DJV-Muster reichen völlig aus.

Ob du die Internetpräsenz selbst erstellst, solltest du davon abhängig machen, ob du es wirklich kannst. Wenn nicht, dann ist es meist besser, so etwas in professionelle Hände zu geben. Du solltest aber jede Seite selber scribbeln (gern handschriftlich) und natürlich texten, denn texten können wir freien Journalisten. Sich umzusehen und eine Pilot-Webseite zu definieren, ist auch nicht verboten, wenn sie nicht sklavisch kopiert wird. 

Geh mal davon aus, dass dich eine Webseite um 1000 Euro und mindestens eine Woche Arbeit kostet. Und dass du sie mindestens jedes Quartal durchsehen musst. 

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Ohne Fortbildung geht es nicht

So wichtig wie Urlaub: Mindestens einmal im Jahr sollte sich jede und jeder von uns eine Fortbildung gönnen. OK, das ist oft nicht billig, aber am Ende bringt eine solche Auszeit doch erhebliche Vorteile. Sorgt sie doch für ein Innehalten und die nötige Außensicht auf das Berufsfeld. 

→ Einen schnellen Überblick über viele gute Angebote bietet der Seminarkalender deines DJV-Landesverbands.

Dabei lohnt sich eine Konferenz oder ein Seminar eigentlich sogar unabhängig vom Thema. Man kommt raus aus dem Alltagstrott, lernt neue Leute aus dem eigenen Berufsfeld kennen, findet neue Themen und einen anderen Zugang dazu.

Dazu empfiehlt sich die tägliche kleine Fortbildung im Arbeitsalltag. Unsere journalistische Arbeit und die Tools, die uns dafür zur Verfügung stehen, verändern sich so rasant, dass 20 Minuten pro Tag gut angelegte Zeit sind, in denen du das, was dir gerade schwerfällt oder dich nervt, hinterfragst und nach neuen Lösungen suchst.

Hand aufs Herz: Wieviel Prozent von deinem Textverarbeitungsprogramm, mit dem du täglich arbeitest, kennst du wirklich? Wann hast das letzte Mal ein Buch, ein Blog, einen Podcast über kreative Schreibtechniken oder das Überwinden von Textblockaden zu Rate gezogen? Und wie willst du menschlich und beruflich weiterkommen, wenn du immer nur das selbe weiter machst, was du gestern auch schon getan hast?

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(Familien-)Pflegezeit für Freie

Rechte arbeitnehmerähnliche Person – wer ist das?
Dein alter Vater hat plötzlich einen Schlaganfall und du musst ihm helfen? Gibt es Regelungen, die dir helfen? Die gute Nachricht: Arbeitnehmerähnliche Personen haben seit dem 1. Januar 2015 einen gesetzlichen Anspruch auf Familienpflegezeit, der den bereits bestehenden Anspruch auf Pflegezeit ergänzt. Als arbeitnehmerähnlich sind alle Freien einzustufen, die von ihren Auftraggebenden wirtschaftlich abhängig gelten und als sozial schutzbedürftig einzustufen sind. Das wird regelmäßig der Fall sein, wenn ein Drittel deines Einkommens von einem einzigen Auftraggeber stammt. Auf die Einstufung bei der Sozialversicherung kommt es nicht an. Arbeitnehmerähnlich können daher sowohl solche Freien sein, die über eine Rundfunkanstalt sozialversichert sind als auch diejenigen, die in der Künstlersozialversicherung versichert sind.
 
Damit sind arbeitnehmerähnliche Freien beim gesetzlichen Anspruch auf Pflegezeit Angestellten gleichgestellt. Insofern gelten die nachfolgenden Punkte selbstverständlich auch für Angestellte gegenüber ihren Arbeitgebenden, auch wenn hier nur von arbeitnehmerähnlichen Personen und Auftraggebenden die Rede ist.
 
Freie, die ständig wechselnde Auftraggebende haben, fallen leider nicht unter die Regelungen zur Pflegezeit. Der DJV hat ihre Berücksichtigung bei der Politik eingefordert, bislang aber vergeblich.

Pflegebedürftigkeit – was heißt das?
Als pflegebedürftig gelten keinesfalls alle kranken Personen, nicht einmal alle schwer kranken nahen Angehörigen. Es muss sich vielmehr um Personen handeln, die in erheblichem oder höherem Maße hilfsbedürftig sind. Etwa bei Lähmungen, Gehbehinderungen oder Gedächtnisstörungen. Wer eine Pflegezeit beanspruchen will, die länger als zehn Tage dauern soll, muss für den nahen Angehörigen eine so genannte Pflegestufe nachweisen. Die genauen Voraussetzungen sind im Sozialgesetzbuch XI genannt, dort in den Paragraphen 14 und 15.

Kurzzeitige Pflege
Arbeitnehmerähnliche Personen haben folgende Rechte bei kurzzeitigem Pflegebedarf:

  • Recht auf zehn Tage Abwesenheit von der Arbeit, wenn der Pflegebedarf eines nahen Angehörigen akut auftritt.
  • Die Abwesenheit darf dazu genutzt werden, entweder selbst die Pflege zu erbringen oder einen Pflegedienst zu organisieren.
  • Den Auftraggebenden ist dazu die Abwesenheit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen.
  • Wenn die Auftraggebenden es verlangt, sind eine ärztliche Bescheinigung über den Pflegebedarf einzureichen und die Umstände des Pflegebedarfs darzulegen.
  • Eine Wartezeit oder Zustimmung der Auftraggebenden ist nicht erforderlich.
  • Es besteht Kündigungsschutz für die Zeit ab Mitteilung des Pflegebedarfs.
  • Das Recht besteht gegenüber allen Auftraggebenden, unabhängig von der Größe des Betriebs.

Da es bei kurzfristigem Pflegebedarf natürlich kaum möglich sein wird, die recht aufwändige Anerkennung einer Pflegestufe auf die Schnelle zu erhalten, muss hier mit einer Prognose gearbeitet werden – es kommt dafür darauf an, dass der Eintritt der Pflegebedürftigkeit nach der Tatsachenlage überwiegend wahrscheinlich ist. Wenn die Auftraggebenden es verlangen, muss eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, in der diese Einschätzung bestätigt wird. Die Auftraggebenden haben die Vergütung nur weiterzuzahlen, wenn er dazu durch Vereinbarung oder Gesetz verpflichtet ist. Besteht keine Verpflichtung der Auftraggebenden, haben arbeitnehmerähnliche Personen einen Anspruch gegenüber der Pflegekasse der Angehörigen auf Zahlung von Pflegeunterstützungsgeld. Handelt es sich um die eigenen Kinder bis zum Alter von 12 Jahren, besteht gegen die Krankenkasse ein Anspruch auf Zahlung von Kinderkrankengeld. Der zuletzt genannte Anspruch gilt auch für Freie, die nicht arbeitnehmerähnlich, sondern „voll“ selbständig sind.

Pflege für bis zu sechs Monate
Ein Rechtsanspruch auf volle oder teilweise Freistellung für eine bis zu sechs Monate andauernden Pflege besteht nur gegenüber Auftraggebenden mit mindestens 16 Beschäftigten (hierbei zählen auch andere arbeitnehmerähnliche Personen mit, nicht aber die Auszubildenden).

Hier bestehen folgende Rechte:

  • Vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeit.
  • Pflege von nahe stehenden Angehörigen, die nach einer Bescheinigung der Pflegekasse pflegebedürftig sind.
  • Die Pflege muss in häuslicher Umgebung erfolgen. Bei minderjährigen Angehörigen besteht der Anspruch auch bei außerhäuslicher Pflege.
  • Der Pflegebedarf ist zehn Tage vor beabsichtigten Beginn der Pflegezeit schriftlich mitzuteilen und dabei Dauer und Umfang der Freistellung mitzuteilen, bei nur teilweisem Freistellungswunsch außerdem die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit.
  • Die Auftraggebenden können der gewünschten Verteilung der Arbeitszeit nur aus dringenden betrieblichen Gründen widersprechen.
  • Die Vereinbarung über die teilweise Reduzierung der Arbeit muss schriftlich fixiert werden.
  • Die Höchstdauer der Freistellung beträgt für jede nahen angehörige Person sechs Monate.

Ein entsprechender Anspruch auf Freistellung gilt für die Sterbebegleitung, wenn der nahe Angehörige an einer fortschreitenden schweren Krankheit leidet, die nach ärztlicher Einschätzung unheilbar ist und binnen Wochen oder weniger Monate zum Tod führen wird. Hier beträgt die Maximaldauer der Freistellung allerdings nur drei Monate.
 
Es besteht kein Anspruch auf Lohnzahlung gegenüber den Auftraggebenden oder ein sonstiger Unterstützungsanspruch gegenüber der Pflegekasse. Nur bei Versicherten, die wegen der Sterbebegleitung bei einem Kind im Alter bis zu 12 Jahren von der Arbeit freigestellt werden, besteht für den gesamten Zeitraum ein Krankengeldanspruch. Es besteht hier auch keine Begrenzung auf drei Monate.
 
Sofern ein Urlaubsanspruch gegen den Auftraggeber besteht, kann dieser pro Monat der Freistellung um ein Zwölftel gekürzt werden.
 
Ab Ankündigung der Verhinderung oder Freistellung wegen Pflege stehen arbeitnehmerähnliche Personen unter Kündigungsschutz, höchstens aber bis zwölf Wochen vor Beginn dieser Auszeit. Aus Sicht des DJV schützt dieser Kündigungsschutz diesen Personenkreis nicht nur vor einer Beendigungs- oder Einschränkungsmitteilung der Rundfunkanstalt, sondern sorgt auch dafür, dass ihr Status als arbeitnehmerähnliche Person während der Pflege erhalten bleibt. Ausführlicher dazu weiter unten.
 
Als nahe Angehörige gelten:

  • Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern,
  • Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Schwägerinnen und Schwäger,
  • Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder.

Das Recht auf Pflegezeit kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden.

Teilweise Freistellung bis zu 24 Monaten (Familienpflegezeit)
Ganz neu ist seit dem 1. Januar 2015 die Familienpflegezeit. Hier haben arbeitnehmerähnliche Personen folgende Rechtsansprüche:

  • Teilweise Freistellung von der Arbeit zur Pflege eines nahe stehenden Angehörigen für eine Dauer von bis zu 24 Monaten.
  • Es muss sich um eine häusliche Pflege handeln, bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist auch eine außerhäusliche Pflege zulässig.
  • Es muss im Durchschnitt mindestens noch 15 Stunden pro Woche weiter gearbeitet werden.
  • Der Wunsch nach Freistellung muss 8 Wochen vorher mitgeteilt werden.
  • Die Auftraggebenden müssen mehr als 25 Beschäftigte haben (hierbei zählen auch arbeitnehmerähnliche Personen mit, nicht aber die Auszubildenden)

Der Auftraggeber muss hier nichts zahlen, auch die Pflegekassen nicht.

Darlehen bei Pflegezeit und Familienpflegezeit
Pflegende können ein zinsloses Darlehen vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erhalten, das einen Teil ihres Einkommensausfalls kompensieren soll. Es wird dabei maximal die Hälfte des Einkommensausfalls als Darlehen gewährt, der durch die Familienpflegezeit entstanden ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ohnehin 15 Stunden weiter gearbeitet werden soll. Das bedeutet bei einer normalen Arbeitswoche von 40 Stunden den Entfall von 25 Wochenstunden durch die Familienpflegezeit, von denen die Hälfte per Darlehen ausgeglichen wird. Freie, die ohne feste vertragliche Arbeitszeit tätig sind und daher bei diesen Berechnungen wegen der Anerkennung ihrer Wochenstundenzeit Probleme mit dem zuständigen Bundesamt bekommen, sollten den DJV informieren. Ein plausible Auflistung der regelmäßigen Arbeitszeit bis zur Freistellung sollte aber im Regelfall ausreichend sein.

Das Darlehen muss innerhalb von 48 Monaten nach Ende der Freistellung zurückgezahlt werden. In Härtefällen wie Arbeitslosigkeit kann das Darlehen gestundet werden, bei Bezug von Bürgergeld über einen Zeitraum von zwei Jahren oder bei Tod erlischt das Darlehen. Der Anspruch auf das Darlehen besteht nur für arbeitnehmerähnliche Personen und Angestellte, aber nicht für solche Freien, die ständig wechselnde Auftraggebende haben.

Da viele Freie nur ein sehr begrenztes Einkommen haben, aus dem eine Rückzahlung mitunter schwierig sein kann, stellt sich natürlich die Frage, ob es sinnvoll ist, überhaupt ein Darlehen einzugehen. Es ist daher dazu zu raten, diesen Weg nur in Extremfällen zu gehen, wenn ansonsten das Geld wirklich nicht ausreicht. Weiterhin besteht die Möglichkeit für Pflegende, von der Pflegekasse ihrer Angehörigen Pflegegeld zu erhalten, das nach der Schwere der Pflegestufe gestaffelt ist. Diese Beträge sind aber gering, die höheren Stufen sehr schwierig zu erhalten. Das Pflegegeld beträgt ab dem 01.01.2015 in
 
Stufe 0: 123 EUR
Stufe I: 244 EUR
Stufe II: 458 EUR
Stufe III: 728 EUR

Tarifvertragliche Regelungen empfehlenswert
 Auch wenn das Gesetz den Kündigungsschutz regelt, drohen arbeitnehmerähnlichen Journalisten Probleme, wenn sie in die Pflegezeit gehen. So stellt sich die Frage, ob sie durch eine längere Abwesenheit nicht aus den Tarifverträgen für arbeitnehmerähnliche Personen fallen, zu deren Voraussetzungen eine bestimmte Mindestanzahl von Arbeitstagen im Halbjahr (meist 42 Tage) oder ganzem Jahr (meist 72 Tage) verlangt werden. Richtig erscheint die Auffassung, dass während der Pflegezeit weder eine Kündigung noch eine „kalte Kündigung“ durch Verlust der tariflichen Regelungen erfolgen darf. Vielmehr muss die Mitarbeit bis zur Rückkehr lediglich als ruhend eingestuft werden; sind die Mitarbeitenden weiter in reduziertem Umfang tätig, aber wegen der Pflege weniger als 42/72 Tage im Betrieb, so hat er dennoch weiter als arbeitnehmerähnlich im Sinne des Tarifvertrags zu gelten. Natürlich besteht die Gefahr, dass die zuständigen Personen in den Personalabteilungen eine solche Interpretation ablehnen. Auch kann es zu Unsicherheiten kommen, wie sich die Pflegezeit auf Urlaubsansprüche auswirkt und sonstigen Regelungen verträgt.
 
Daher erscheint es als notwendig, an allen Rundfunkanstalten Tarifverträge für die Pflegezeit einzufordern, mit dem solche oder ähnliche Grundsätze klar geregelt werden. Der DJV sieht die Rundfunkanstalten in der sozialen Verpflichtung für ihre arbeitnehmerähnlich Mitarbeitenden.

Die Politik und die „ganz Selbständigen“
Der DJV hat gegenüber der Bundesregierung bereits gefordert, dass das Pflegezeitgesetz nicht nur für den Kreis der arbeitnehmerähnlichen Personen, sondern – soweit es beispielsweise um das Pflegeunterstützungsgeld gehe – auch für die sonstigen Selbständigen gelten sollte. Der DJV verwies dabei darauf, dass der Gesetzgeber auch die selbständig in der Landwirtschaft tätigen Personen im Pflegezeitgesetz berücksichtigt und in der Vergangenheit zumindest die selbständig künstlerisch und publizistisch Berufstätigen als besonders schutzbedürftige Selbständige eingestuft wurden. Die Bundesregierung hat dem DJV mit Schreiben des Staatssekretärs im Bundesministerium für Gesundheit Lutz Stroppe vom 2. März 2015 nach relativ langen Ausführungen zum Geltungsbereich des Pflegezeitgesetzes mitgeteilt, die Berücksichtigung von Landwirten sei wie folgt zu begründen:
 
„…bei landwirtschaftlichen Unternehmern kann eine Situation eintreten, die kurzzeitig eine Fortführung des Betriebs unmöglich macht“, zudem bestehe für Personen in der Landwirtschaft „eine Pflichtversicherung im Sondersystem der landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegeversicherung“, so dass es diesen anders als anderen Selbständigen an Wahlmöglichkeiten fehle, welche Art der Absicherung sie für den Fall ihrer Krankheit sie treffen könnten.
 
Aus Sicht des DJV erscheint diese Begründung wenig überzeugend. Auch selbständig künstlerisch und publizistisch tätige Personen sind in einem Sondersystem versicherungspflichtig, der Künstlersozialversicherung. Auch sie haben damit wenige Wahlmöglichkeiten, wie sie sich absichern können. Aus diesem Grund wird der DJV sich weiter dafür einsetzen, dass auch künstlerisch und publizistisch Berufstätigen (und damit die frei journalistisch Berufstätigen) Ansprüche auf Pflegeunterstützungsgeld geltend machen können.

Erfahrungsberichte
Freie, die eine (Familien-)Pflegezeit in Anspruch genommen haben, werden gebeten, dem Referat Freie der DJV-Geschäftsstelle ihre Erfahrungen mitzuteilen, dabei ist auch die Einreichung anonymisierter Berichte möglich. Der DJV wird daraus ergebenden Korrekturbedarf mit der Politik diskutieren. Gerne kann ein Erfahrungsbericht auch hier im „freien.info“ eingegeben werden. Denke aber deinen Datenschutz und schreibe deine persönlichen Daten nicht mit in den Kommentar.

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So klappt’s mit der Altersvorsorge

Zu den Ausgaben, die du finanziell immer einplanen musst, gehört auch Geld fürs Alters zur Seite zu legen. Hast du schon eine Altersvorsorge? Hast du dafür einen Plan? Das ist leider nicht die Regel bei uns Freien. Altersvorsorge ist halt ein ungeliebtes Thema. Zumal die wenigsten von uns finanziell auf Rosen gebettet sind. Wie können da Rücklagen angespart werden? Aber hier kommt die gute Nachricht: Es geht doch. Du musst dich davor allerdings schon selber in den Hintern treten, außer dir (und vielleicht deinem Partner) tut es keiner.

Ich mach den Renten-Check

Wieviel bekommst du später mal, wenn du es wie bisher laufen lässt und nichts änderst? Das kannst und solltest du checken. Du bist ja in der Künstlersozialkasse. Und vielleicht hast du einen Partner oder eine Partnerin, die in eine Rentenversicherung einzahlt. Und vielleicht warst du mal angestellt und hast auch mal was in die Presse-Versorgung (Versorgungswerk der Presse GmbH) eingezahlt? 

Gib dir einen Ruck und rechne es dir aus. Noch besser: Du kannst es dir ausrechnen lassen. Fordere dazu bei der Deutschen Rentenversicherung deine Rentenauskunft an. Und den Rentenverlauf gleich dazu; da kannst du dann gleich sehen, ob alle Beitrags- und Anrechnungszeiten erfasst sind. 

Wenn du dir unklar bist, dann schreibe dir deine Unklarheiten auf und mach weiter. Und wenn du mit dem Check durch bist, dann vereinbare mit der Rentenversicherung einen kostenlosen Beratungstermin.

Am Ende solltest du eine klare Vorstellung davon haben, wie viel du bekommst, wenn du mit 65 oder 67 nicht mehr kannst oder auch nicht mehr magst. Und wenn du jetzt zusammen zuckst, weil man davon nicht leben kann, dann ahnst du nicht nur, sondern du weißt, dass du etwas tun musst.

Was kann ich gleich und sofort tun?

Das erste, was du tun kannst und solltest, ist, bei der Künstlersozialkasse ehrlich zu sein. Wenn du dich notorisch zu niedrig einschätzt, sparst du zwar ein paar Euro an Beiträgen, aber bekommst auch weniger Krankengeld, Erwerbsminderungsrente, Altersrente. Alles Leistungen, für die du bei Versicherungen viel mehr bezahlen müsstest. Du hast dich also am Ende ins eigene Bein geschossen.

Wenn du die 50 überschritten, aber noch nicht das Rentenalter erreicht hast, dann solltest du dir den Zuschuss des Autorenversorgungswerks abholen. Das Autorenversorgungswerk ist ein Teil der VG Wort und zahlt dir als Wahrnehmungsberechtigtem einmalig 7500 Euro Zuschuss zur Altersversorgung. Leider nicht einfach so, sondern nur, wenn du auch selbst zusätzlich zur Rentenversicherungspflicht eine freiwillige Altersversorgung über mindestens 5000 Euro abschließt. Um die ganzen 7500 Euro zu bekommen, musst du sogar 15000 Euro extra in deine Altersversorgung investieren. Das muss aber nicht auf einmal geschehen, ein Sparplan tut’s auch. Detailinfos kannst du unter avw@@vgwort.de abrufen.

Ob Riester- oder Rürup-Rente etwas für dich sind, solltest du erst nach einem wirklich genaueren Blick entscheiden. Dabei kommt es auch sehr auf deine konkrete steuerliche Situation an, ob sie dir etwas bringen. Viele ältere Menschen sind heute frustriert, weil sie nach sehr vielen Jahren Einzahlung nur sehr wenig bekommen. Kurz gesagt, musst du mindestens (noch mal) 65 Euro in einen Sparplan einzahlen und bekommst dann einen Aufschlag auf die Rente, der in der Praxis selten viel höher ist als der monatliche Einzahlungsbetrag. Die Sinnhaftigkeit für dich abzuschätzen können dir die Verbraucherzentralen oder deine Steuerberatung helfen; das ist nicht kostenlos, aber im Gegensatz zu den meisten Finanzberatungen wirklich unabhängig. 

Und was ist all das andere, das mir ständig angeboten wird?

Die private Altersvorsorge ist eigentlich nur ein anderes Wort für eine Geldanlage. Und zwar eine sehr langfristige. Das macht es schwierig: Du zahlst viele Jahre und bekommst erst nach sehr langer Zeit mit, ob du dich richtig entschieden hast. Es ist eben nicht wie im Restaurant, dessen Leitung es sofort mit dem Unmut seiner Kundschaft zu tun bekommt, wenn das Schnitzel, das verkauft wurde, hart ist. 

Und während Angestellte oder Personen im Beamtenverhältnis bei der Altersvorsorge nicht viel zu entscheiden haben, sind wir als freiberuflich Tätige irgendwelchen Finanzhaien ausgeliefert und fühlen uns auch so. Aber wir müssen uns nicht ausnehmen lassen wie eine Weihnachtsgans. Hier sind ein paar Tipps: 

Was sollte ich bei der privaten Altersvorsorge beachten?

1. Keep it simple

Komplizierte Produkte dreht uns die Industrie nur an, damit wir nicht merken, welcher Mist das ist. Altersvorsorge sollte einfach sein, Wenn etwas einfach ist, dann machen wir das auch. Nur wenn es kompliziert ist, fangen wir an zu schieben.

2. Versichern und Sparen getrennt denken. 

Wenn verstanden wird, dass Versichern und Sparen getrennt geplant werden sollte, dann ist das ein Riesenschritt nach vorn. Versicherungen machen vor allem bei Risiken Sinn, die schon morgen sehr überraschend eintreten können, wie Krankheit, Berufsunfähigkeit, Unfall. Für die Wahl einer Versicherung als Altersvorsorge sollte dagegen kritischer hingeschaut werden: Dafür kann beispielsweise sprechen, wenn du für deinen Versicherungsvertrag einen Zuschuss von der Rundfunkanstalt oder Produktionsgesellschaft bekommst, und/oder wenn du durch diesen Vertrag Steuervorteile hast, die eine spätere Versteuerung im Alter und eventuelle Krankenkassenbeiträge aufwiegen. Das kann abhängig von deinem Einkommen im Fall einer Rürup-, Riester- oder Direktversicherung sinnvoll sein (eine Direktversicherung ist bei manchen Rundfunkanstalten auch für Freie möglich, oder du regelst das mit deiner Firma, bei der du fest arbeitest, individuell).

In jedem Falle gilt: Versicherungen sind nur eine von vielen Möglichkeiten, für das Alter zu sparen. Was sinnvoll für dich sein kann, ist alles sehr individuell beurteilen: Schau dir daher in Ruhe und sehr gründlich alle in Frage kommenden Möglichkeiten zur Altersvorsorge an.

3. Nicht alles auf Endalter 67 planen

Wenn du Geld anlegst, dann tust du das fast immer mit einem Horizont: Irgendwann willst du dein Geld (und möglichst viele Zinsen) wieder zurück. Aber wenn dein Renteneintrittsalter 67 ist, brauchst du nicht alles am Tag des Renteneintritts. Du willst ja auch noch was mit 77. Damit ist noch mehr Zeit und damit wirkt der Zinseszinseffekt länger. Dem müssen wir nur Zeit geben und dann wird auch aus kleinem Geld ein tolles Alterseinkommen. 

4. Die Alternativen abwägen  

Wenn du dich dann für eine Geldanlage zur Altersvorsorge entscheidest, dann muss nach Abzug der Inflation noch ein positiver Rest bleiben. Und damit fallen leider viele Alterssicherungsprodukte bei kritischer Betrachtung raus.

Was gibt es sonst? Da wirst du um etwas Eigenrecherche nicht herumkommen. Ein Tipp für einen Recherchestart sind die Stiftung Warentest und ihre (gebührenpflichtige) Webseite test.de. Die 3,50 Euro für einen Monat Recherche sind gut angelegt. Unter dem Stichwort „Pantoffel-Portfolio“ hat die Stiftung Warentest seit 2013 ein simples Anlagekonzept erfunden und immer weiter optimiert. Ob es für die Zukunft so gut funktioniert wie bisher, kann natürlich niemand garantieren. Aber du kannst dir wenigstens sicher sein, dass die Stiftung Warentest das Beste für dich will und nicht nur dein Geld wie viele selbsternannte Finanzberatungen.

Hilfe, ich bin schon zu alt!

Was tun, wenn du schon Mitte 40 ist oder vielleicht bereits 60 Jahre alt? O Gott, ist dann bereits alles verloren? Nein, sagt der Ludwigshafener Professor Hartmut Walz im Interview mit dem Freien-Podcast (https://freienpodcast.letscast.fm/): Heikel, meint er, ist es nur, wenn wir Geld anlegen, das wir schnell wieder brauchen. Weil wir z.B. in drei Jahren ein Haus bauen wollen oder so. Geld, das wir erst nach zehn oder zwölf Jahren wieder brauchen, können wir auch als 60-Jährige noch gut anlegen. Denn wir brauchen ja nicht alles mit dem Renteneintrittsalter 67, siehe oben. Wer bereits dicht vor der Rente steht, dem empfiehlt Walz, „ein kleines Liquiditätspolster aufzubauen“.

Die gesunde Mischung macht’s (vielleicht)

Am Ende fährst du vielleicht auch ganz gut mit einer Mischung von Anlageformen: Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt beispielsweise abhängig davon, welche Verluste des angelegten Geldes (durch Kurseinbruch) verkraftet werden könnte, die Anlage von 20 bis sogar 100 Prozent der Eigenmittel in ETF-Aktien (allerdings warnt sie zugleich davor, einfach irgendwelche ETF zu kaufen, weil „viele“ ETF gar nicht zur Altersvorsorge geeignet seien). Und im Alter dann langsam die Aktien abzuschmelzen. Eine verbreitete Regel dazu heißt: Die Aktienquote darf 100 minus Alter sein. Aber je stabiler deine sonstigen Verhältnisse sind, umso offensiver darfst du anlegen. Stabilisiert werden Lebensverhältnisse u.a. mit einer verbeamteten Person in der Lebenspartnerschaft, mit einer eigenen Wohnung und mit weiteren sicheren Einkommensquellen.

Natürlich sind das nur einige Ideen für deine Altersvorsorge. Auch die Verbraucherzentralen können sich irren und haften für nichts. Vielleicht ist für Dich auch viel sinnvoller der Kauf einer gerade sehr günstigen Wohnung, die im Alter bei Liquiditätsmangel oder beim Umzug ins Altersheim wieder verkauft wird.

Die Frage ist auch, ob du die Anlage-Entscheidung für (ETF-)Fonds oder andere Anlageformen tatsächlich alleine treffen willst, denn den Überblick über die Marktlage und Anlageformen ist keine einfache Sache, außer vielleicht, du arbeitest selbst im Finanzjournalismus. Vielleicht lässt doch lieber andere für dich entscheiden, die es normalerweise professioneller angehen, weil sie viel mehr Zeit und Personal für die Analyse der Finanzmärkte haben, für dich dein Geld anlegen, also das Management von Fonds, Banken oder Versicherungen. Denn auch diese nutzen natürlich alle denkbaren Anlageformen, darunter unter Umständen auch die genannten ETF-Aktien, allerdings diversifizieren sie hier die Risiken wiederum professionell – oder sollten es zumindest tun.

Was aber natürlich wiederum einiges an Verwaltungskosten für diese Dienstleistung bedeutet, denn einen „kostenlosen Lunch“ gibt es bekanntlich nicht. Diese solltest du dir wiederum genau anschauen. Kosten fallen allerdings auch beim unverdächtig scheinenden „Direktbanking“ bzw. bei der Buchung von Aktiendepots im Netz oder dem Online-Kauf von Fondsanteilen an (der Fonds, den du kaufst, hast ja auch ein Management, das Kosten geltend macht). Daher muss es am Ende deine eigene, wohlüberlegte Entscheidung sein, wie du dich absicherst. Du solltest keinesfalls einfach den Tipps von anderen folgen, auch nicht einfach unseren. Nutze aber in jedem Fall Angebote zur Beratung.

Mehr Infos zum Thema Altersvorsorge findest du im Kapitel Versicherungen, Prio 7.

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Arbeitnehmerähnlich: Weder fest noch frei

Viele Freie arbeiten – oft ohne es zu wissen – in Wirklichkeit arbeitnehmerähnlich tätig. Was bedeutet das? Und welche besonderen Ansprüche haben diese Freien?

Wer ist arbeitnehmerähnlich?

Nach dem Gesetz ist eine Person arbeitnehmerähnlich, die wirtschaftlich von ihrem Auftraggeber abhängig und sozial schutzbedürftig ist. Freie Journalisten, die mindestens ein Drittel ihres Umsatzes bei einem einzigen Auftraggeber verdienen, gelten diesem gegenüber als arbeitnehmerähnlich.

Auf Grund von Neuregelungen bei der Anwendung des Wettbewerbsrechts der Europäischen Union kann im Einzelfall eine Arbeitnehmerähnlichkeit eine Schutzbedürftigkeit auch bei geringeren Umsätzen bestehen. Insofern kommt es nicht notwendig auf das genannte Drittel an, es kann unter Umständen auch weniger sein.

Arbeitnehmerähnlich können sowohl Freie sein, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, als auch Freie, die etwa über eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt versichert sind.

24 bezahlte Urlaubstage

Arbeitnehmerähnliche haben einen gesetzlichen Mindestanspruch auf bezahlten Urlaub; aktuell sind das 24 Werktage pro Jahr. Außerdem besteht in vielen Bundesländern ein Anspruch auf bezahlten Weiterbildungsurlaub. Für Arbeitnehmerähnliche gilt auch das Arbeitsschutzgesetz: Sind die Arbeitsbedingungen unzumutbar, können die Betroffenen die Arbeitsschutzbehörde einschalten.

Gleichbehandlungsrecht

Es gilt auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Du darfst also nicht wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder aus anderen Gründen benachteiligt werden.

Pflege von Angehörigen

Arbeitnehmerähnliche Personen fallen unter das Pflegezeitgesetz. Damit hast Du Anspruch auf zehn Tage bezahlte Freistellung bei Pflege von Angehörigen gegenüber dem Auftraggeber oder der Pflegekasse des Angehörigen. Darüber hinaus gilt für Dich das neue Recht auf sechs Monate Pflegezeit oder zwei Jahre Familienpflegezeit sowie das damit verbundene Recht, ein zinsloses Darlehen für diese Zeit zu beantragen. Auch das Recht auf Teilzeit bei Pflege und Sterbebegleitung gehört dazu.

Mitbestimmung des Personalrats

In einigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie in Behörden einiger Bundesländer haben die Personalräte ein Mitbestimmungsrecht, wenn es um Belange von arbeitnehmerähnlichen Mitarbeitern geht, so bei Radio Bremen, beim Hessischen Rundfunk, beim Saarländischen Rundfunk, beim WDR und beim ZDF.

Tarifverträge

Für arbeitnehmerähnliche Personen gilt das Tarifrecht, sie dürfen also streiken und Tarifverträge einfordern. Einigermaßen funktionierende Tarifverträge für Journalisten existieren bei den Rundfunkanstalten, während der Tarifvertrag der Tageszeitungen ein Schattendasein führt. Einerseits lehnen viele Verlage die Anwendung ab, andererseits wagen es viele Freie nicht, die Anwendung einzufordern.

Arbeitnehmerähnliche Selbstständige

Ganz getrennt zu sehen sind arbeitnehmerähnliche Selbstständige. Das sind Personen, die selbstständig sind, aber 80 Prozent und mehr bei einem einzigen Auftraggeber verdienen. Wenn diese Journalisten weder über die Künstlersozialkasse noch über den Auftraggeber (oft Rundfunkanstalt) versichert sind und deswegen nicht in die Rentenversicherung einzahlen, müssen sie aus eigener Tasche den vollen Rentenbeitrag abführen. Wer dies unterlässt, riskiert im Falle einer Prüfung, für das aktuelle Jahr und die vier Jahre davor in Haftung genommen zu werden.

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Warum gibt es eine Prioritätenliste?

Versicherungen kosten Geld, und davon hast Du immer zu wenig. Daher solltest Du Versicherungen nur abschließen, wenn Du auch Geld dafür hast. Dabei sind die Risiken entscheidend: je größer das Risiko, desto notwendiger brauchst Du eine Versicherung.

Was hat Prio 1?

Am wichtigsten ist die Krankenversicherung. Die brauchst Du immer. Einschränkung: Du bist vielleicht noch über die Eltern, die/den Partner/in, die Arbeitslosenversicherung oder das Grundsicherungsamt kostenlos versichert (z.B. Familienversicherung). Allerdings gilt das in der Regel nur so lange, wie Du nicht mehr als 520 Euro monatlich verdienst.

Was hat Prio 2?

Am zweitwichtigsten ist Dein Krankenversicherungsschutz im Ausland. Denn der Schutz Deiner gesetzlichen Krankenversicherung ist nur auf bestimmte europäische Länder begrenzt. Hier musst Du zwingend eine private Auslandskrankenversicherung abschließen.

Was hat Prio 3?

An dritter Stelle steht eine Risikolebensversicherung, die Deinen Angehörigen (wenn Du welche hast, die von Dir abhängig sind) ordentliche Leistungen bietest, wenn Du stirbst. Wohlgemerkt eine reine Risikolebensversicherung. Eine Kapitallebensversicherung, bei der sowohl das Todesrisiko abgedeckt wird als auch einfach langfristig Geld für das Alter angespart wird, brauchst Du erst einmal nicht. Denn sie ist deutlich teurer als eine reine Risikolebensversicherung, und das Alter ist wichtig, aber nicht mit vorderster Prio.

Was hat Prio 4?

Wer viel arbeitet, macht viele Fehler. Du musst Dich an vierter Stelle davor schützen, für berufliche und private Fehler in finanzielle Haftung zu geraten. Das geht am besten mit einer Vermögenschadenhaftpflichtversicherung, die explizit für private und berufliche Schäden einsteht, die Du verursacht hast. Deine Versicherung muss auch genau wissen, was Du beruflich machst, und angesichts der Globalisierung sollte die Versicherung weltweit helfen. Ob Du auch eine Rechtsschutzversicherung brauchst, muss genau überlegt werden. Denn bei DJV-Mitgliedern hilft in berufsbezogenen Fragen im Regelfall der Rechtsschutz des Landesverbandes.

Was hat Prio 5?

Prio 5 hat die Versicherung in der Berufsgenossenschaft. Alle Beschäftigten in Deutschland sind bei der Arbeit und auf dem Hin- und Rückweg durch die gesetzliche Arbeitsunfallversicherung geschützt, oft ohne es zu wissen, denn die Beiträge muss der Arbeitgeber zahlen. Die Arbeitsunfallversicherung zahlt bei Krankenhausaufenhalten Tagegelder, bei Berufsunfähigkeit Arbeitsunfallrente zusätzlich zur normalen Berufsunfähigkeitsrente, und im Todesfalle gibt es Hinterbliebenenrenten. Wenn Du selbständig arbeitest, musst Du Dich aber selbst darum kümmern. Für die meisten Freien ist die Verwaltungsberufsgenossenschaft in Hamburg zuständig, für Freie mit Schwerpunkt Fotografie/Video allerdings die Berufsgenossenschaft ETEM in Köln.

Was hat Prio 6?

Prio 6 hat eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, die Dir langfristig Geld zahlt, wenn Du aus irgendeinem Grund kein Geld mehr verdienen kannst. Denn die staatlichen Leistungen für Personen, die erwerbsunfähig sind, fallen sehr gering aus, und das bei Jüngeren sowieso, denn die Leistungen sind auch von jahrelangen Einzahlungen abhängig.

Was hat Prio 7?

Alt wirst Du hoffentlich später: Deswegen sollte bei der Auswahl der privat finanzierten Altersvorsorge nicht übereilt gehandelt werden. Die gesetzlichen Rentenansprüche reichen meistens nicht aus, erst recht bei Freien, die meist nur wenig in die Versicherung eingezahlt haben. Daher sind Zusatzabsicherungen erforderlich. In Bereichen, wo es eine Unterstützung durch den Arbeitgeber gibt (z.B. Rundfunkanstalten für die Pensionskasse Rundfunk), ist noch einmal speziell zu überlegen. Private Absicherungen sind vielfältig. Sie bestehen nicht nur in Einzahlungen an Banken oder Versicherungsunternehmen, sondern können auch im Aufbau eines Betriebs oder anderer Vermögenswerte bestehen, die im Alter bei Bedarf verkauft werden.

Keine Prio, aber bitte schnell entscheiden: Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Viele Freie haben sie nicht, weil sie ihnen langfristig zu viel Geld zu kosten scheint: eine freiwillig abgeschlossene Arbeitslosenversicherung bei der Bundesagentur für Arbeit. Der Beitrag beträgt für das Jahr 2024 pro Monat 91,91 Euro (West) und 90,09 Euro (Ost). Damit können Freie, wenn es mit der Selbständigkeit nicht (mehr) läuft, „echtes“ Arbeitslosengeld bekommen, in der Regel um die 1.500 Euro im Monat. Beispiel:  Wer Steuerklasse 3 (mit Kind) ist, kann monatlich sogar 1.668,60 Euro Arbeitslosengeld I (Steuerklasse 3, mit Kind) erhalten.

Arbeitslosengeld I ist oft besser als das Bürgergeld, denn letzteres gibt es in der Regel nur, wenn im Haushalt auch andere Personen kein bzw. nur wenig Geld haben, und Bürgergeld gibt es auch nur, wenn nicht allzu hohe Ersparnisse vorhanden sind. Prio hat sie aus unserer Sicht aber dennoch nicht, denn sie kostet Dich einfach viel Geld und viele Freie haben sie deswegen nicht.

Wenn Du die freiwillige Arbeitslosenversicherung dennoch willst, musst Du schnell sein: Du hast nur drei Monate Zeit, um diese Versicherung abzuschließen, danach geht es nicht mehr. Die Zeit läuft ab dem offiziellen Beginn der Selbständigkeit, also wenn Du aus der Arbeitslosigkeit startest, beginnt sie laufen nach dem letzten Tag des Bezugs des Arbeitslosengeldes. Wenn Du direkt aus einem Arbeitsverhältnis in die Selbständigkeit startest, dann beginnt die Frist am Tag nach dem Ende Deines Arbeitsverhältnisses zu laufen.

In den ersten zwei Jahren dieser Versicherung zahlst Du übrigens nur die Hälfte: Im ersten Jahr der Selbstständigkeit und im folgenden Kalenderjahr muss allerdings nur der halbe Beitrag gezahlt werden, derzeit also 44,14 Euro (Ost: 42,77 Euro).

Wo gibt es mehr Informationen?

Zu den verschiedenen Punkten der Prioriätenliste findest Du in diesem Kapitel weitere Informationen.

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Wenn Du ein Arbeitszeugnis brauchst

Nicht nur wenn du fest angestellt journalistisch tätig bist, hast du Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Freie können von ihren Auftraggebern unter Umständen ebenfalls ein Zeugnis verlangen. Und so funktioniert’s.

Auch freie Journalisten haben einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Rechtsgrundlage ist der Paragraf 630 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Voraussetzung ist danach, dass ein „dauerndes Dienstverhältnis“ vorlag.

Ausgeschlossen ist damit ein Zeugnisanspruch für Freie, die nur wenige Aufträge für eine Redaktion ausgeführt haben. Auf das Vorliegen eines formellen Rahmenvertrags kommt es allerdings nicht an, auch nicht auf den Status als arbeitnehmerähnliche Person oder das Vorliegen eines Tarifvertrags für arbeitnehmerähnliche Freie.

Das bedeutet: Auch hauptberuflich selbstständige Journalisten, die für unterschiedliche Auftraggeber vom eigenen Büro aus arbeiten, können nach Beendigung einer längeren Zusammenarbeit ein entsprechendes Zeugnis verlangen.

Arten des Arbeitszeugnisses

Freie haben die Wahl zwischen einem einfachen oder qualifizierten Arbeitszeugnis. Das einfache Arbeitszeugnis umfasst lediglich die Kerndaten der Mitarbeit, also etwa die Dauer der Zusammenarbeit und die Art der Tätigkeit. Ein qualifiziertes Zeugnis erstreckt sich auch auf „die Leistungen und die Führung im Dienst“ und enthält damit eine Bewertung.

Da Freie nicht selten nach einiger Zeit auch wieder auf Redakteursstellen und manchmal sogar in leitende Positionen wechseln, solltest Du stets auf ein qualifiziertes Zeugnis bestehen. Die Bezeichnung als Arbeitszeugnis sollte Selbstverständlichkeit sein, mindestens aber als Dienstzeugnis. Eine einfache Bezeichnung als „Zeugnis über eine freie Mitarbeit“ sollte möglichst vermieden werden.

Keine Probleme für die Redaktion

Wichtig: Ob ein Zeugnis über die Mitarbeit als Arbeits-, Dienstzeugnis oder lediglich als Bestätigung über eine freie Mitarbeit ausgestellt wird, hat keine Auswirkungen auf eine arbeitsrechtliche Feststellungsklage. Redaktionen können Dir also ohne Probleme Arbeitszeugnisse ausstellen.

Zeugniscode

Für ein Arbeitszeugnis, das Freien ausgestellt wird, gelten die gleichen Regelungen wie für in der Redaktion Angestellte. Es muss wohlwollend sein. Für die Formulierungen gibt es einen Code, den der Arbeitgeber beim Abfassen des Texts zu beachten hat. Der DJV hat dazu ein Merkblatt erarbeitet, das unter djv.de heruntergeladen werden kann.

Einen Entwurf vorlegen

Tipp: Viele in den Redaktionen Angestellte kommen heute wegen ausufernder Sitzungen und Verwaltungsaufwand jeder Art immer weniger zur inhaltlichen Arbeit. Der Wunsch nach einem Arbeitszeugnis setzt sie nach einem langen Arbeitstag dann endgültig schachmatt. Du solltest daher selbst einen Entwurf für das Arbeitszeugnis vorlegen. Ist es in perfekter, redaktionell einwandfreier und nicht übertriebener Form vorformuliert, wird die Redaktion in der Regel nichts auszusetzen haben.

Notfalls zum Arbeitsgericht

Klappt diese Strategie nicht, steht Dir im Regelfall der Weg zum Arbeitsgericht offen. Hier kann der Anspruch binnen weniger Wochen durchgesetzt werden.

In der ersten Instanz trägt jede Seite des Rechtsstreits die (Anwalts-)Kosten selbst, außer den Gerichtskosten, die der unterliegende Teil zu zahlen hat. Für DJV-Mitglieder werden diese Kosten bei vorheriger Einschaltung des Landesverbands und bei Erfolgsaussicht übernommen. Es besteht kein Anwaltszwang, Nichtmitglieder könnten also auch selbst klagen. Die Hinzuziehung eines Anwalts ist aber im Regelfall zu empfehlen. Dessen Kosten sind vom Kläger aber selbst dann zu zahlen, wenn die Klage gewonnen wird.

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Prio 1: Was ist das absolute Minimum an Versicherung?

Am wichtigsten ist natürlich die Krankenversicherung. Wenn Du frei arbeitest, bist Du meistens nicht automatisch in der Krankenkasse (und so weiter). Nur bei Rundfunkanstalten kann es Dir passieren, dass Du „wie Beschäftigte“ behandelt wirst und Du automatisch versichert wirst. Tipp daher: Wenn Du für eine Rundfunkanstalt arbeiten wirst, frag vorher nach, wie sie Dich einstufen und ob sie Dich versichern.

Du bist ganz frei – was nun?

Freie werden nicht ganz allein gelassen. Freie im Journalismus sind Pflichtmitglieder der Künstlersozialkasse. Hier gibt es die normale gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zu erheblich günstigeren Beitragssätzen – bei gleicher Leistung. Möglich wird das durch einen Zuschuss des Bundes (20 %) und Abgaben der Medienunternehmen (30 %).

In die Künstlersozialkasse kommen…

… Personen, die künstlerisch und publizistisch (=journalistisch) selbständig erwerbstätig sind, und zwar nicht nur vorübergehend, und im Wesentlichen im Inland arbeiten.

Wer darf nicht in Künstlersozialkasse?

Nicht versichert ist in der Regel, wer wie ein Unternehmen mehr als eine Person in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt (mehrere geringfügig Beschäftigte sind aber möglich) oder die Mindestverdienstgrenze von ­jährlich 3900 € nicht überschreitet. Die Mindestverdienstgrenze gilt aber nicht am Berufs­anfang in den ersten drei Jahren. Berufsanfänger können also auch weniger verdienen. Wichtig: als Berufsanfang gilt der Zeitpunkt, an dem erstmals frei gearbeitet wurde. Wer also schon einmal im Jahr 2005 frei gearbeitet hat (und seien es nur sechs Monate), gilt bei Antrag im Jahr 2024 bei der Künstlersozialkasse nicht mehr als Person am Berufsanfang.

Die Versicherung bleibt bestehen, wenn das Einkommen innerhalb von sechs Jahren maximal zweimal unter die Mindestverdienstgrenze sinkt.

Wie berechnet sich mein Beitrag?

Grundlage für die Beitragsberechnung ist das „voraussichtliche Arbeitseinkommen“, das Du am Anfang des Jahres oder der Berufstätigkeit schätzen und der Künstlersozialkasse melden musst. Wer sich verschätzt, kann die Meldung nur für die Zukunft korrigieren. Als Einkommen gilt dabei nicht das Gesamt­honorar, sondern die Einnahmen ohne Mehrwert-(Umsatz-)steuer abzüglich Betriebskosten. Damit zahlen Freie rund 10 % ihres Einkommens für die Rente, ca. 7 % für die Krankenversicherung und 1,5 % für die Pflegeversicherung.

Einige Freie senken diese Sozialabgaben zusätzlich dadurch, dass sie ihr Arbeitseinkommen bewusst zu niedrig schätzen. Das ist allerdings rechtswidrig und kann von der Künstlersozialkasse sanktioniert werden. Pferdefuß außerdem: Wer wenig einzahlt, bekommt später nur eine schmale Rente und vergibt sich die Möglichkeit, eine hochsubventionierte Altersversorgung zu erhalten!

Was gilt bei Scheinselbständigkeit, anderer Arbeit und Nebentätigkeit?

Nicht in die Künstlersozialkasse kommt, wer „scheinselbständig“ ist, also nicht frei arbeitet, sondern in einem Arbeitsverhältnis steht.

Wenn jemand sowohl frei als auch in einem Arbeitsverhältnis tätig ist, dann kommt es für die Kranken- und Pflegeversicherung darauf an, was diese Person hauptberuflich macht. Das richtet sich danach, welche Tätigkeit überwiegt – gemessen an Stundenzahl und Einkommen.

Wer außerdem monatlich mindestens 3.775 /3.725 € (im Jahr 2024, West/Ost) aus einer anderen selbständigen Tätigkeit oder einem Arbeitsverhältnis bezieht, wird auch nicht mehr von der Rentenversicherungspflicht erfasst.

Du hast eine weitere selbständige Tätigkeit, die aber nichts mit Publizistik oder Kunst zu tun hat?

Wenn Du eine weitere selbständige Tätigkeit hast, die nicht publizistisch oder künstlerisch ist (z.B. Versicherungsmakler), dann kannst Du entsprechend der bereits geschilderten Grundsätze versichert bleiben. Das heißt: So lange Deine Einkünfte aus dieser Tätigkeit unterhalb der Einkünfte aus der selbständigen publizistischen oder künstlerischen Tätigkeit bleiben, bleibst Du über die Künstlersozialversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung versichert, ansonsten musst Du Dich anders versichern. Sofern die anderweitige selbständige Tätigkeit allerdings die Grenzen von monatlich  3.775 /3.725 € (im Jahr 2024, West/Ost) erreicht, endet in jedem Fall die Rentenversicherungspflicht (während die Kranken- und Pflegeversicherungspflicht eventuell weiter besteht, solange die Einkünfte aus der Nebentätigkeit geringer sind als aus der publizistischen oder künstlerischen Tätigkeit).

Beispiel: Du verdienst 40.000 Euro (Gewinn, d.h. Honorare nach Abzug der Betriebsausgaben) aus der freien journalistischen Arbeit, und 35.000 Euro aus Tätigkeit in der Versicherungsmakelei. Da Du bei der freien publizistischen Tätigkeit mehr verdienst als bei der Makelei, kannst Du über die Künstlersozialkasse in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bleiben.

Wann ist die private Kranken- und Pflegeversicherung möglich?

Vorbemerkung: Für die meisten Freien ist die gesetzliche Versicherung besser, da die Beiträge einkommensabhängig sind. Wer wenig verdient, zahlt wenig. Weil viele Freie leider wenig verdienen, ist die Gesetzliche die beste Wahl. Wer private Zusatzfeatures möchte, schließt dann lieber eine private Zusatzversicherung ab, die bei finanziellen Problemen auch schnell gekündigt werden kann. Bei der Privaten steigen die Beiträge dagegen mit dem Alter, denn wer älter wird, ist leider öfter krank. Für im Alter schlecht verdienende Freie wird die Private dann schnell zum Albtraum.

Du willst trotz aller Warnungen in die Private?

Wie es geht: Die Befreiung von der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ist für maximal sechs Jahre bei Personen am „Anfang des Berufes“ und dauerhaft nur für Höherverdienende möglich. Mit „Berufsanfang“ ist die erstmalige Aufnahme einer selbständigen journalistischen Tätigkeit im Berufsleben gemeint. Er kann also auch vorliegen, wenn schon seit 20 Jahren in einer Festanstellung im Journalismus gearbeitet wurde. Im Fall einer Befreiung von der Gesetzlichen gibt es einen Zuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Das Recht zur Befreiung endet aber spätestens nach sechs Jahren, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass drei aufeinanderfolgende Jahre ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung erzielt wurde.

Wer erst nach vielen Jahren ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze erzielt, kann ebenfalls noch in die private Krankenversicherung, wenn ebenfalls nachgewiesen werden kann, dass drei aufeinanderfolgende Jahre ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung erzielt wurde.

In aller Regel ist die Gesetzliche jedoch die beste Wahl, weil die Kosten der Privaten ohne Rücksicht auf das Einkommen mit fortschreitendem Alter sehr hoch werden können. Sofern die private Versicherung gewählt wird, berät die DJV-Versicherungsberatung, welche Versicherung die günstigsten Bedingungen bietet. Der DJV hat auch einen Gruppenvertrag mit der DKV abgeschlossen. Für Mitglieder besteht der Vorteil günstiger Konditionen auch darin, dass die DKV einen Abschlusszwang hat. Sie muss die Antragstellenden auch bei Vorerkrankungen aufnehmen (sie kann allerdings bei Leistungen für diese Vorerkrankungen dann besondere Regelungen aufstellen).

Du bist freiwillig gesetzlich versichert?

Wenn Du freiwillig gesetzlich versichert bist und in der KSK bist, hast du in der Regel einen Anspruch auf einen Zuschuss von der KSK. Das gilt auch dann, wenn du schon viele Jahre in der KSK bist und dir vor dem Jahr 2023 ein solcher Zuschuss schon einmal verweigert wurde. Zum Hintergrund: Wenn du in die gesetzliche Krankenversicherung hinein willst oder musst, bist du normalerweise bei der Künstlersozialversicherung pflichtversichert. Vielleicht bist du aber einer der „Altfälle“, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind. Der Grund: du hast dich, als das noch früher noch ohne Einschränkungen zulässig war, dich bei der KSK für die private Krankenversicherung entschieden. Als du dann aber irgendwann mal ein Arbeitsverhältnis bekommen hast und aus der KSK rausgegangen bist, wurdest du bei deinem Arbeitgeber gesetzlich pflichtversichert. Als dieses Arbeitsverhältnis aber irgendwann wieder zuende warst, wolltest du wieder in die KSK hinein, aber in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Damals sagte die KSK (zu Recht): Du hast dich früher von der gesetzlichen Krankenversicherung bei uns befreien lassen, daher nehmen wir dich nicht mehr in die gesetzliche Pflichtversicherung auf, und du bekommst auch keinen Zuschuss von uns wie du es bekommen würdest, wenn du pflichtversichert oder privat versichert wärest. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2023 gilt aber, dass du auch als „Altfall“ einen Anspruch auf Zuschuss hast. Du musst ihn allerdings beantragen, sonst bekommst du ihn nicht. Hierbei handelt es sich in der Regel im mehrere tausend Euro im Jahr, versäume das also nicht! Wenn du diese Passage übrigens nicht so richtig nachvollziehen kannst, kannst du dich, sofern du DJV-Mitglied bist, zur Beratung an die DJV-Geschäftsstelle oder den DJV-Versicherungsmakler wenden.

Wie komme ich rein?

Wer als Mitglied der Künstlersozialkasse in Betracht kommt, muss sich dort direkt melden (Anschrift hier). Dabei gilt der Tag der Meldung als erster Tag der Mitgliedschaft, wenn die Voraussetzungen dafür bei der Meldung schon vorlagen.

Meine Rundfunkanstalt lässt mich nicht frei sein, warum?

Mitglieder der Künstlersozialkasse erleben es bei der Arbeit für öffentlich-rechtliche Anstalten nicht selten, dass ihnen von ihren Honoraren Sozialversicherungsbeiträge und sogar Lohnsteuer abgezogen werden, obwohl sie selbst schon Beiträge zur Künstlersozialkasse und Einkommenssteuer zahlen. Das liegt daran, dass sie von den Rundfunkanstalten als „Beschäftigte“ eingestuft werden. Dagegen kann in der Regel wenig getan werden, weil diese Einstufungen den Segen der Krankenkassen und der Rentenversicherung haben.

Wer es dennoch „wissen will“, kann versuchen, durch ein Verfahren bei der Rentenversicherung bzw. dem Finanzamt gegen solche Einstufungen vorzugehen. Hierbei handelt es aber um zeitlich aufwendige Verfahren. Erfolgversprechend ist das auch nur dann, wenn die Tätigkeit auch tatsächlich selbständig war. Wer ausschließlich für Sender mit Sozialversicherungsabzügen arbeitet, muss nicht noch zusätzlich in die KSK.

Bin ich über die Künstlersozialkasse auch arbeitslosenversichert?

Die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ist nicht automatisch mit der Arbeitslosenversicherung verbunden. Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung ist separat bei der Arbeitsagentur zu beantragen.

Sollte ich gleichzeitig über die Rundfunkanstalt und die Künstlersozialkasse versichert sein?

Viele Freie, die an Rundfunkanstalten arbeiten, werden über diese oft wie Angestellte sozialversichert. Ihre Sozialversicherungsbeiträge werden daher direkt vom Honorar abgezogen und an die Sozialversicherung überwiesen. Die Künstlersozialkasse ist für diese Freien im Prinzip nicht erforderlich, außer die Arbeit an der Rundfunkanstalt findet nur zeitweise oder mit größeren Pausen statt und die Freien arbeiten in den Pausen oder parallel noch in anderen freien Tätigkeiten. Manchmal werden Freie sogar an der gleichen Rundfunkanstalt in unterschiedlichen Aufgaben tätig und werden für Honorare der einen Aufgabe sozialversichert, während sie die anderen Honorare frei von Abzügen erhalten. Eine „Doppelversicherung“ sowohl über die Rundfunkanstalt als auch die Künstlersozialversicherung kann im Einzelfall sinnvoll sein.

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Prio 2: Risiko Krankheit im Ausland

Worum geht es genau bei Auslandsaufenthalten?

Wenn Du innerhalb der Europäischen Union (EU) unterwegs bist, bist Du grundsätzlich durch Deine „deutsche“ gesetzliche Krankenversicherung geschützt. Das gilt auch für einige andere Länder innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

Aufgepasst: Die EU oder der EWR sind nicht gleichzusetzen mit „Europa“. Wer beispielsweise zur Reportage nach Sarajewo in Bosnien-Herzegowina reist, der kommt mit seiner Krankenkassenkarte dort nicht wirklich weiter, sondern braucht besondere Bescheinigungen, und zwar gleich zwei, für jeden bosnischen Landesteil eine eigene.

Ausführliche Informationen über die Reichweite des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes gibt es bei der eigenen Krankenkasse oder der Verbindungsstelle Krankenkassen Ausland dvka.de.

Private Auslandskrankenversicherung

Außerhalb der EU und des EWR benötigst Du allerdings definitiv eine private Auslandskrankenversicherung. Dabei musst Du aufpassen, wie deren Bedingungen sind. Manche Auslandskrankenversicherungen sind nur für private Reisen gedacht. Wer also auf Recherchereise gehen will, sollte sich seine Versicherungspolice genau anschauen. Wichtig dabei ist auch, ob diese Versicherung für Kosten eines Rücktransports aufkommt. Gleichzeitig ist wichtig, unter welchen Bedingungen der Rücktransport übernommen wird.

Wer journalistisch in Kriegs- und Krisengebieten arbeitet, muss die Versicherungspolicen besonders genau studieren. Notwendig sind Absicherungen, die auch bei Verletzungen an solchen Orten zahlen.

Weitere Infos auch hier im Freien-Info im Abschnitt „Krankenversicherung im Ausland“ sowie unter djv.de/versicherungen

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Prio 3: Risiken für Angehörige

Welches Risiko besteht für meine Angehörigen?

Wer frei arbeitet, baut mit der gesetzlichen Versicherung nur magere finanzielle Ansprüche auf. Denn wer wenig einzahlt, bekommt aus dem gesetzlichen System auch nur wenig raus. Am Anfang des Berufslebens sind die Ansprüche wegen kurzer Einzahlungsphase noch einmal besonders niedrig. Wer Angehörige hat, die versorgt werden müssen, sollte daher in jedem Fall eine Risikolebensversicherung abschließen, die im Todesfalle an die Angehörigen leistet.

Eine solche Versicherung sollte unbedingt abgeschlossen werden, solange noch keine schweren Erkrankungen vorgelegen haben. Denn beim Vorliegen von so genannten „Vorerkrankungen“ lehnen viele Versicherungen eine Lebensversicherung ab. Grundsätzlich kann eine Lebensversicherung auch eine Gesundheitsprüfung verlangen oder die Beantwortung von Fragen, die einer Gesundheitsprüfung entsprechen.

Abhängig vom möglichen Bedarf der Angehörigen sollte eine ausreichende Versicherungssumme gewählt werden (z.B. 500.000 Euro). Dabei macht es in Hinblick auf die Inflation Sinn, dass eine automatische jährliche Erhöhung der Versicherungssumme vereinbart wird. Bei einer Vereinbarung über eine automatische Erhöhung der Versicherungssumme ist im Regelfall keine erneute Gesundheitsprüfung notwendig.

Es sollte eine Versicherung ausgewählt werden, die auch dann zahlt, wenn die versicherte Person in Kriegs- und Krisengebieten und in Zusammenhang mit Kampfhandlungen stirbt. Viele Versicherungen verweigern in solchen Fällen die Zahlung. Nach Aussagen der Versorgungswerk der Presse GmbH (zu deren Gesellschaftern auch der DJV gehört) leistet sie auch bei Tod durch einen Vorfall im Kriegs- und Krisengebiet. Allerdings sollte dieser Umstand vor Versicherungsabschluss immer noch einmal nachgefragt werden, an dieser Stelle kann dafür keine Gewährleistung übernommen werden.

Eine reine Unfalltodesversicherung genügt nicht, da viele Todesfälle nicht mit Unfällen zusammenhängen.

Infos auch unter djv.de/versicherungen

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Geld bei abgesagtem Auftrag / Nichtverwendung

Welchen Anspruch auf Honorar hast Du, wenn Dein Beitrag nicht veröffentlicht oder der Auftrag gestrichen wird?

Ein häufiger Fall: Ein Beitrag wurde bestellt, Du hast bereits mit der Recherche begonnen, und dann kommt die Mitteilung: Projekt gestrichen. Oder ein Beitrag, den die Redaktion schon abgenommen hat, wird doch nicht veröffentlicht. Welche Ansprüche hast Du in diesen Fällen?

Grundsätzliche Rechtslage

Wenn pro Beitrag abgerechnet wird, dann kannst Du nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) grundsätzlich die vereinbarte Vergütung in voller Höhe einfordern. Du musst Dir allerdings gefallen lassen, dass etwa eine im Auftrag enthaltene kostenträchtige Recherchereise vom Honorar abgezogen wird, wenn diese nun nicht mehr notwendig ist.

Werkvertragsrecht

Du musst es nicht akzeptieren, wenn der Redakteur auf eine angebliche 50-Prozent-Ausfallregelung hinweist und Du selbst einer solchen Regelung vor der Auftragsvereinbarung nicht explizit zugestimmt hast. Die Pflicht zur Zahlung des vollen Honorars bei Kündigung vor oder während der Auftragserbringung ist im Werkvertragsrecht explizit geregelt.  ➔  Ausfallhonorar

Geschäftsbedingungen

Vertragsklauseln, die den gesetzlichen Anspruch auf volle Honorarzahlung infrage stellen, können rechtswidrig und damit ungültig sein.

Vergütungsregeln: Tageszeitung

In den gemeinsamen Vergütungsregeln für Tageszeitungen ist geregelt, dass das Honorar voll zu zahlen ist, „wenn der Beitrag termin- und auftragsgemäß abgeliefert, aber nicht veröffentlicht worden ist. Ist der Beitrag zur Veröffentlichung angenommen worden, ist das Honorar auch im Falle der Nichtveröffentlichung zu zahlen. In beiden Fällen ist das Honorar in der Höhe zu zahlen, die sich bei Veröffentlichung des Beitrags ergeben hätte.“

Rundfunk-Regelungen

In den Rundfunkanstalten gibt es unterschiedliche Regelungen. Bei einigen soll das Honorar nach „billigem Ermessen“ bestimmt werden, bei anderen wird bei Urheberverträgen zwischen einer Werk- und einer Sendevergütung unterschieden. Wird der Beitrag nicht gesendet, soll es nur die Werkvergütung geben, die stets 50 Prozent der Gesamtvergütung beträgt. Ob das Ermessen einer Anstalt tatsächlich „billig“ erscheint, ist im Zweifelsfall gerichtlich überprüfbar. Auch die Aufteilung in jeweils 50 Prozent Werk- und Sendevergütung erscheint rechtlich angreifbar.

Dienstvertrag

Wer nicht pro Stück bezahlt wird, sondern nach Arbeitstagen, ist oft mit einem Dienstvertrag tätig. Hier kann in der Regel nur mit Frist gekündigt werden. Für die Zeit bis zur Kündigung muss die Vereinbarung für die Dienstleistung dann in voller Höhe gezahlt werden. Du hast also für diesen Zeitraum den Anspruch auf die volle Vergütung.

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Prio 4: Risiko Haftung

Worauf muss ich hier achten?

Wenn Du Texte, Fotos, Audio- oder Videobeiträge an Medien lieferst, kannst Du für den Inhalt in Haftung geraten. Auch wenn in den Redaktionen Beiträge oft erst „abgenommen“ werden, können Medienhäuser Freie bei Problemen unter Umständen in Regress nehmen. Dabei geht es nicht nur um die Rückforderung der Honorare, sondern auch die Zahlung von Schadensersatz an Personen oder Firmen, deren Rechte verletzt wurden.

Der DJV setzt sich zwar dafür ein, dass für Freie das Prinzip der Arbeitnehmerhaftung gilt: Mitarbeitende haften danach in vollem Umfang nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, zur Hälfte bei „normaler“ Fahrlässigkeit und gar nicht bei leichter Fahrlässigkeit. Allerdings ist nicht sicher, ob alle auftraggebenden Stellen oder Gerichte das auch so sehen.

Beispielsweise verlangte eine große deutsche Rundfunkanstalt rund 40.000 Euro von Freien, weil sie in dieser Höhe erfolgreich auf Schadensersatz verklagt worden war. Zur Klage kam es, nachdem ein Film gesendet worden war, in dem eine Person als Angehörige der Mafia porträtiert wurde – und der (vermeintliche) Mafioso dagegen geklagt hatte. Der Film war von Freien geliefert worden, daher machte die Rundfunkanstalt Schadensersatz geltend. Zum Glück war in diesem Fall eine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung vorhanden, und die Versicherung zahlte auch.

Daher sollten Freie eine Haftpflichtversicherung für Berichterstattung abschließen. Diese kostet meist nur rund um 200 Euro im Jahr.

Infos auch unter djv.de/versicherungen

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Prio 5: Berufsgenossenschaft

Freie sind viel unterwegs, viel mehr als Angestellte. Autounfall, Hubschrauberabsturz, sogar Schussverletzungen bei Einsätzen im Ausland sind reelle Risiken. Alle Beschäftigten in Deutschland werden automatisch durch die Berufsgenossenschaften geschützt, denn die Beschäftigungsstelle muss sie dort melden und auch die Beiträge zahlen.

Nur bei Freien ist es anders, wenn sie selbständig tätig sind. Kümmern sie sich nicht, fehlt ihnen ein wichtiger Schutz bei der Tätigkeit. Die Berufsgenossenschaft sorgt für Transport zum Krankenhaus, besondere Krankenbehandlung und Rehabilitationsmaßnahmen, Rückflug aus dem Ausland, zahlt Tagegelder für den Lebensunterhalt und langfristig Berufsunfähigkeitsrenten, im schlimmsten Fall sogar Hinterbliebenenrenten. Diese Leistungen treten zu den Leistungen der normalen Rentenversicherung hinzu (Grenze 90 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens), so dass sie einen wirklich sehr ordentlichen Schutz bedeuten.

Anders als bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es bei den Berufsgenossenschaften keine Gesundheitsprüfung, d.h. auch wenn Du schon eine Krebserkrankung hattest oder HIV-positiv bist, kannst Du Dich dort jederzeit versichern. Die Kosten betragen oft unter 100 Euro im Jahr. Für journalistisch Berufstätige im Bereich Foto/Video sind sie etwas höher – das liegt aber fairerweise daran, dass für fotografische und filmische Arbeit sehr viel unterwegs und an gefährlichen Orten gearbeitet wird, also (leider) viel mehr Unglücksfälle passieren und Berufskrankheiten entstehen („der Rücken“, „die Knie“), bzw. die Burn-out-Quote (spielt auch eine Rolle) viel höher ist.

Was ist außerdem der Unterschied zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (die du auch haben solltest, allerdings mit Prio 6)? Die Berufsgenossenschaft ist nur für Unfälle und Krankheiten auf Grund deiner beruflichen Tätigkeit zuständig. Wenn du im Privatbereich von der Leiter fällst oder beim Sport verunglückt, zahlt sie nicht. Dazu brauchst du die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Allerdings haben die Angestellten in den Redaktionen normalerweise beides – deswegen solltest du es auch für dich (und deine Angehörigen) so tun, siehe dazu auch unter Prio 6.

Für die meisten Freien ist die Verwaltungsberufsgenossenschaft in Hamburg zuständig.

Für Freie mit Schwerpunkt Fotografie/Video ist die Berufsgenossenschaft ETEM in Köln zuständig.

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Prio 6: Berufsunfähigkeit

Was drohen bei Berufsunfähigkeit für Probleme?

Was, wenn der Beruf wegen Krankheit oder Unfall auf lange Zeit oder vielleicht nie wieder ausgeübt werden kann? Das gesetzliche Krankengeld der Krankenkasse wird zwar immerhin für bis zu 78 Wochen Krankheit gezahlt, doch danach ist Schluss. Bleibt nur noch das Bürgergeld, aber das ist nur eine sehr karge Absicherung. Wer in Ehe, Lebenspartnerschaft oder -gemeinschaft zusammen mit einer anderen Person lebt, wird deren Einkommen angerechnet bekommen und erhält dann meist nicht einmal Bürgergeld.

Die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung richtet sich wiederum nach der Dauer und Höhe der vorherigen Einzahlung (plus Sondertatbestände wie z.B. Kinder). Sie fällt daher bei vielen Freien wegen kurzer und niedriger Einzahlung sehr mager aus. Oft liegt sie sogar unter dem Niveau des Bürgergelds.

Jetzt bist du vielleicht unserem Rat gefolgt und hast als Prio 5 bereits eine Versicherung bei der Berufsgenossenschaft (BG) abgeschlossen. Wo ist denn da der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung? Ganz einfach: Die Berufsgenossenschaft zahlt nur (aber immerhin) bei beruflichen Unfällen. Also auf dem Weg zur Arbeit (auch auf dem Rad), aber auch am Hindukusch, wenn du dort mit dem Hubschrauber abstürzt. Lass dir von niemanden einreden, dass nur das eine oder das andere sinnvoll ist. Alle Angestellten, mit denen du in den Redaktionen arbeitest, haben beides! Denn die Firma oder die Anstalt, für die sie arbeiten, ist aus gutem Grund gezwungen, sie in der Berufsgenossenschaft zu versichern. Haben sie einen Arbeitsunfall und können nicht mehr arbeiten, bekommen Angestellte dann Geld von der Berufsgenossenschaft und von ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung! Außerdem können die „BG-Mitglieder“ die oft sehr aufwändigen Rehabilitationsmaßnahmen und -einrichtungen der Berufsgenossenschaften in Anspruch nehmen. Und zusätzlich bekommst du eventuell auch noch Erwerbsunfähigkeitszahlungen der Deutschen Rentenversicherung. Willst du schlechter als Angestellte abgesichert sein, nur weil du frei arbeitest?

Wer vernünftig abgesichert sein will, wird deswegen sowohl eine Versicherung bei der Berufsgenossenschaft (wie gesagt Prio 5) und eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Eine solche Versicherung sollte unbedingt abgeschlossen werden, solange noch keine schweren Erkrankungen vorgelegen haben. Denn beim Vorliegen von so genannten „Vorerkrankungen“ lehnen viele Versicherungen eine Lebensversicherung ab. Grundsätzlich wird eine Versicherung auch eine Gesundheitsprüfung verlangen oder die Beantwortung von Fragen, die einer Gesundheitsprüfung entsprechen. Das ist wie bei Lebensversicherungen, siehe unter Prio 3.

Was tun, wenn Du schon eine recht schwere Erkrankung gehabt hast? Trotzdem einfach mal einen Antrag stellen? Nachteil: Wenn Du eine Ablehnung bekommst, dann wird es auch bei anderen Versicherungen schwer. Denn viele Versicherungen informieren sich untereinander, wenn sie bei einer Person wegen ihrer Vorerkrankungen eine Versicherung abgelehnt haben. Doch es gibt einen Ausweg: Der DJV-Versicherungsmakler hat die Möglichkeit der anonymen Voranfrage bei einer Reihe von Versicherungen geschaffen: Er reicht – ohne Namensnennung – die Daten einer Person ein und wartet ab, ob diese Person ein Angebot bekommt und in welcher Höhe. Mehr Informationen dazu beim DJV-Versicherungsmakler.

Abhängig vom möglichen Bedarf der Angehörigen sollte ein ausreichender Versicherungsbetrag gewählt werden (z.B. 2.000 Euro im Monat). Dabei macht es in Hinblick auf die Inflation Sinn, dass eine automatische jährliche Erhöhung der Versicherungssumme vereinbart wird. Bei einer Vereinbarung über eine automatische Erhöhung der Versicherungssumme ist im Regelfall keine erneute Gesundheitsprüfung notwendig.

Hier gilt wie bei Lebensversicherungen (siehe Prio 3): Es sollte eine Versicherung ausgewählt werden, die auch dann zahlt, wenn die versicherte Person in Kriegs- und Krisengebieten und in Zusammenhang mit Kampfhandlungen berufsunfähig wird. Viele Versicherungen verweigern in solchen Fällen die Zahlung. Nach Aussagen der Versorgungswerk der Presse GmbH (zu deren Gesellschaftern auch der DJV gehört) leistet sie auch bei Berufsunfähigkeit durch einen Vorfall im Kriegs- und Krisengebiet. Allerdings sollte dieser Umstand vor Versicherungsabschluss immer noch einmal nachgefragt werden, an dieser Stelle kann dafür keine Gewährleistung übernommen werden.

Infos auch unter djv.de/versicherungen

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Prio 7: Für das Alter vorsorgen

Um welches Risiko geht es?

Selbst wenn Du es wolltest – Du wirst nicht ewig arbeiten können. Irgendwann macht der Körper, manchmal auch die Seele schlapp (burn out), oder den Redaktionen gefallen Dein Stil, Deine Sichtweise oder schlichtweg Dein Gesicht nicht mehr. Einen Rechtsanspruch auf Veröffentlichung gibt es auch nach Jahrzehnten treuer Mitarbeit nicht, und Altersdiskriminierung zu beweisen wird auch schwer sein, also kannst Du irgendwann nichts mehr verkaufen.

Die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung fallen für die meisten Freien allerdings mager aus. Wer wenig einzahlt, erhält wenig Rente, so die Logik der Rentenversicherung. Da die meisten Freien wenig einzahlen (können), fällt ihre Rente meist sehr niedrig aus. Oft ist die gesetzliche Grundsicherung höher, aber auch diese ist nur sehr übersichtlich. Wer in Ehe, Lebenspartnerschaft oder -gemeinschaft zusammen mit einer anderen Person lebt, wird deren Einkommen angerechnet bekommen und erhält dann meist nicht einmal Grundsicherungsleistungen.

Wer im Alter ordentlich Geld haben möchte, kommt daher um einen privaten Ansparprozess nicht herum. Wie kann Geld am besten angelegt werden? Diese Frage ist sehr heiß umstritten, geht es doch um viel Geld. Viele Firmen leben von der Geldanlage, beispielsweise Banken oder Versicherungen. Wirklich neutrale Beratung kann kaum erwartet werden.

Zunächst einmal ist klar: Du musst überhaupt erst einmal Geld übrig haben. Es macht keinen Sinn, im Überschwang einen Vertrag mit hoher Einzahlung zu vereinbaren, der nach einigen Jahren reumütig gekündigt werden muss. Oft gehen bei vorzeitiger Kündigung mindestens die bis dahin verdienten Zinsen weitgehend verloren, hinzu kommen Gebühren und sonstige Kosten.

Eine Rolle kann spielen, ob Du Zuschüsse zu Deinem Vertrag bekommst. Bei freier Mitarbeit an Rundfunkanstalten kannst Du für die Pensionskasse Rundfunk beispielsweise 4 Prozent Zuschuss zu Deiner Einzahlung bekommen, wenn Du selbst auch 4 Prozent einzahlst. Bei einigen Rundfunkanstalten kannst Du alternativ diesen „4-plus-4-Zuschuss“ auch für einen Versicherungsvertrag bei der Versorgungswerk der Presse GmbH erhalten.

Eine weitere Rolle können staatliche Zuschüsse sowie der praktische Nutzen spielen. Wenn Du beispielsweise eine Wohnung kaufst, kannst Du bei geringem Einkommen eventuell Zuschüsse erhalten. Wenn Du ein Haus kaufst, können Zuschüsse für Solaranlagen oder energetische Modernisierungsmaßnahmen ins Spiel kommen. Und Du kannst selbst in der Wohnung bzw. dem Haus wohnen und sparst so die Miete! In jedem Fall hast Du (hoffentlich) irgendwann Wohnung oder Haus abbezahlt und wohnst mietfrei. Wenn Du im Alter Geld brauchst, kannst Du die Wohnung oder das Haus verkaufen und in eine günstigere Mietwohnung ziehen (oder ins günstigere Ausland, wo Du ohnehin immer leben wolltest).

Zuschüsse gibt es auch zu einer bestimmten Form der Altersvorsorge, der so genannten Riester-Rente. Wegen strenger Anlagevorschriften für die Versicherungen gilt sie allgemein als wenig renditekräftig, aber auch hier sollte nicht vorschnell zu negativ geurteilt werden. Die Rürup-Rente kann für aktuelle Steuervorteile sorgen. Hier ist aber eine sehr individuelle Prüfung erforderlich, beispielsweise ob diese Steuervorteile spätere Belastungen durch nachgelagerte Besteuerung aufwiegen.

Geld kann auch angelegt werden, wenn in ein eigenes Unternehmen investiert wird. Mit dem Aufbau einer eigenen GmbH und einem kleinen Medienhaus bzw. einer Agentur mit einigen Mitarbeitenden kann ein echter Vermögenswert geschaffen werden. Im Alter können die Anteile an der GmbH dann ganz oder teilweise verkauft werden.

Wer dagegen „Geld für sich arbeiten lassen“ möchte, hat viele Optionen offen. Wer Zeit und Analysefähigkeiten hat, wird Aktien vielleicht einfach selbst kaufen. Andere werden auf Aktienfonds bzw. ETF-Fonds setzen, wo Risiken diversifiziert werden und das Management die Entscheidungen trifft. Banken bieten Sparpläne an, Versicherungsgesellschaften so genannte Kapitallebensversicherungen, bei der eine Risikolebensversicherung mit dem gleichzeitigen Aufbau von Kapitalansprüchen kombiniert wird. Wenn Fonds, Banken oder Versicherungen eingeschaltet werden, fallen offene und manchmal nicht so leicht erkennbare weitere Gebühren an. Deswegen sollte ein Abschluss solcher langfristiger Verträge besonders gut überlegt werden. Wenn du dich für Versicherungen entscheidest, solltest du dir in jedem Fall auch die Angebote der Versorgungswerk der Presse GmbH anschauen, weil dieses Versicherungsangebot unter anderen vom DJV als Gesellschafter getragen wird, speziell auf die journalistische und freie Berufsgruppe zugeschnitten ist und wegen des Verzichts der Gesellschafter auf Dividenden in der Regel überdurchschnittliche Ergebnisse vorweisen kann.

Eine Rolle muss auch spielen, wie die Altersvorsorge in der Auszahlungsphase behandelt wird. Je nach Anlageform können Beiträge bei der Krankenkasse fällig werden oder Steuern. Wer beispielsweise Auszahlungen aus der Kapitallebensversicherung erhält, muss dafür Krankenkassenbeiträge zahlen, sofern während des Arbeitsverhältnisses oder der freien Mitarbeit dafür Zuschüsse vom Sender oder der Firma gezahlt wurden.

Eine private Altersvorsorge ist eine langfristige, individuelle Entscheidung, für die du dir in jedem Fall die Meinungen von allen Seiten anhören solltest, bevor du dich entscheidest. Denn meistens ist die schlechteste oder kostenträchtigste Entscheidung bei der Altersversorgung nicht der Abschluss eines Vertrags, sondern dessen überstürzte Auflösung, bei der dann unter Umständen nur wenig Geld übrig bleibt.

Infos auch unter djv.de/versicherungen

siehe auch So klappt’s mit der Alltersvorsorge.

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Weitere Infos bei der Künstlersozialkasse

Die Künstlersozialkasse hält in ihrem Online-Mediencenter zahlreiche praktische Hinweise und ausführliche Informationsschriften für ihre Versicherten bereit, bei dem Fragen wie die Versicherung bei Auslandsaufenthalt, bei Mutterschaft, bei Bezug von Arbeitslosengeld II / Bürgergeld und vielen anderen Fragen behandelt werden.

Informiere Dich direkt beim KSK-Mediencenter

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Zusammen mit anderen arbeiten?

Suchst Du mehr Gemeinsamkeit? Wenn Du denkst, „die Freien“ sind ein großes freundliches Team, dem Du Dich anschließen kannst, heißt es Fehlanzeige. Die meisten Freien arbeiten allein – ein Leben lang. Nur wenige arbeiten im Team.

Was spricht dafür? Die Vorteile der gemeinsamen Arbeit heißen Arbeits- und Kostenteilung, Vertretung bei Urlaub und Krankheit, Erfahrungsaustausch oder Büropräsenz. Nachteile sind auch zu nennen – etwa zeitaufwändige Abstimmungsprobleme, Auseinandersetzungen über finanzielle Angelegenheiten oder die Unvereinbarkeit von Arbeitsmethoden.

Du willst mit anderen zusammen gründen? Wer sich mit anderen zusammenschließt, hat verschiedene Rechtsformen zur Auswahl: GbR, Partnerschaft oder GmbH bzw. UG, um die wichtigsten zu nennen.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)


Sehr verbreitet ist die Einrichtung einer „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GbR). Sie entsteht automatisch, wenn sich mehrere Personen auf irgendeine Art über Honorar- und Kostenaufteilung einigen und gemeinsam auftreten, sei es gegenüber Vermietern oder Redaktionen. In einer GbR haftet jede der beteiligten Personen persönlich für Fehler und Verträge anderer GbR-Mitglieder gegenüber anderen außerhalb der GbR. Keine GbR liegt vor, wenn lediglich Kosten geteilt werden, ein gemeinsames Auftreten sowie der Schein einer solchen Gemeinsamkeit konsequent vermieden werden (Beispiel: Gemeinsame Büroetage rechtlich unabhängiger Journalismusbüros). Wichtig: Eine GbR-Haftung kann auch dann entstehen, wenn der Anschein einer gemeinsamen Arbeit erweckt wird (Beispiel: Auftritt unter einer gemeinsamen Internetadresse ohne klarstellende Hinweise).

Partnerschaftsgesellschaft

Zu empfehlen ist jedoch die Gründung einer Partnerschaftsgesellschaft. ­Teilnehmen können nur natürliche Personen. Die beteiligten Personen müssen ihren Beruf aktiv ausüben. Der Name der Partnerschaft muss mindestens den Namen einer Person, den Zusatz „und Partner“ oder „Partnerschaft“ sowie die Berufsbezeichnungen ­aller Personen in der Partnerschaft enthalten. Der Partnerschaftsvertrag muss schriftlich geschlossen sein. Wesentlich und interessant gegenüber der GbR ist die Möglichkeit, die Haftung für Ansprüche aus Schäden wegen fehlerhafter Berufsausübung (auch unter Verwendung vorformulierter Vertragsbedingungen) auf die Person zu beschränken, die innerhalb der Partnerschaft die berufliche Leistung zu erbringen oder verantwortlich zu leiten und zu überwachen hat. Auch hier ist im Fall eines Schadens allerdings das Vermögen der Partnerschaft selbst (z.B. Kopierer) mit in der Haftung. Die Partnerschaft muss in das Partnerschaftsregister (beim Amtsgericht) eingetragen werden. Trotz des Anmeldungs- und Eintragungsaufwandes ist die Partner­schaftsgesellschaft wegen der ­Möglichkeit der Haftungsbeschränkung eine interessante Alternative zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Ein entsprechender Mustervertrag kann bei der DJV-Geschäftsstelle angefordert werden.

GmbH

Den größten Aufwand erfordert die Gründung einer GmbH: Mindestkapital, Eintragung ins Handelsregister, Gewerbesteuern, Anstellung von Personal und einer Geschäftsführung, gründliche Buchführung und Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Sofern eine Person mit ihren Gesellschaftsanteilen die GmbH „beherrscht“, d.h. die Mehrheit der Anteile oder eine Sperrminorität hat, kann sie in der Künstlersozialkasse versicherungspflichtig sein. Ob die wenigen Vorteile den Aufwand rechtfertigen, muss jede interessierte Person sich selbst beantworten. Die GmbH-Vorteile sind: Haftungsbegrenzung auf das Gesellschaftskapital (allerdings persönliche Haftung der Person in der Geschäftsführung für Sozialversicherungsbeiträge, Steuern oder Künstlersozialabgabe) und Arbeitslosenversicherung der Angestellten. In den meisten Fällen lohnt sich die Gründung einer GmbH – trotz der zum Teil günstigen Existenzgründungsdarlehen – nicht. Für die Unternehmergesellschaft (UG), bei der die Gründung einer „Mini-GmbH“ schon mit 1 Euro möglich ist, gilt Entsprechendes.
Wer weitere journalistische Mitarbeitende anstellt, fällt aus den bestehenden Tarifverträgen für Freie heraus.

Wer mehrere Personen einstellt, muss die Künstlersozialkasse verlassen. Zugelassen sind allerdings mehrere geringfügig Beschäftigte und Auszubildende. Bei der GmbH gilt: Eine Person, die GmbH-Gesellschaftsanteile hält oder in der Geschäftsführung der GmbH sitzt, kann Mitglied in der Künstlersozialkasse auch bei mehreren Angestellten bleiben (BSG, Urteil vom 13. März 2001, Az B 3 KR 12/00 R). Wichtig ist freilich, dass immer noch eine publizistische Tätigkeit ausgeübt wird, also nicht etwa nur noch Managementfunktionen in der GmbH ausgeübt werden.
Beachtet werden sollte beim Eintritt in eine bereits bestehende GbR, Partnerschaftsgesellschaft oder GmbH die Altschuldenhaftung. Die neue Person in der Gesellschaft haftet auch für Verbindlichkeiten, die vor ihrem Eintritt durch die Gesellschaft begründet wurden. Daher sollte vor einem Eintritt in eine Gesellschaft auch eine entsprechende Risikoprüfung erfolgen und in jedem Falle eine Freistellungsvereinbarung für Altschulden mit den bisherigen Mitgliedern der Gesellschaft getroffen werden.

Aufgepasst!

Wer weitere journalistische Mitarbeitende anstellt, fällt aus den bestehenden Tarifverträgen für Freie heraus. Wer mehrere Personen einstellt, muss die Künstlersozialkasse verlassen. Zugelassen sind allerdings mehrere geringfügig Beschäftigte und Auszubildende. Bei der GmbH gilt: Eine Person, die GmbH-Gesellschaftsanteile hält oder in der Geschäftsführung der GmbH sitzt, kann Mitglied in der Künstlersozialkasse auch bei mehreren Angestellten bleiben (BSG, Urteil vom 13. März 2001, Az B 3 KR 12/00 R). Wichtig ist freilich, dass immer noch eine publizistische Tätigkeit ausgeübt wird, also nicht etwa nur noch Managementfunktionen in der GmbH ausgeübt werden.

Achtung Altschulden

Beachtet werden sollte beim Eintritt in eine bereits bestehende GbR, Partnerschaftsgesellschaft oder GmbH die Altschuldenhaftung. Die neue Person in der Gesellschaft haftet auch für Verbindlichkeiten, die vor ihrem Eintritt durch die Gesellschaft begründet wurden. Daher sollte vor einem Eintritt in eine Gesellschaft auch eine entsprechende Risikoprüfung erfolgen und in jedem Falle eine Freistellungsvereinbarung für Altschulden mit den bisherigen Mitgliedern der Gesellschaft getroffen werden.

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Mit Urheberrecht mehr Geld verdienen

Klare und faire Absprachen sind die beste Lösung

Am besten sind eindeutige Absprachen zwischen Freien und Medienhäusern. Es sollte wechselseitig klar sein, was mit dem Beitrag noch alles passieren kann, also wann, wo und wie er veröffentlicht wird. Daher sollte bereits bei einem Angebot oder einem Auftrag darauf hingewiesen werden, worum es geht.

  • Die Freien schreiben beispielsweise: „Sie erhalten das Foto mit einem einfachen Nutzungsrecht für die Veröffentlichung in der Tageszeitung und dem Online-Auftritt plus Soziale Netzwerke“
  • Das Medienhaus schreibt beispielsweise: „Sie erhalten den Auftrag für einen Beitrag, den wir in unserem TV-Samstagsmagazin und der Mediathek für ein Jahr zeigen wollen“
  • Bei regelmäßiger Zusammenarbeit formulieren Freie und Medienhaus einen Vertrag, indem der Nutzungsumfang generell geregelt wird, damit nicht bei jedem Vertrag neu um Worte gefeilscht werden muss.

Eigene Geschäftsbedingungen

Oft bleibt keine Zeit, ausführlich über die Nutzungsrechte zu sprechen. Daher ist die Verwendung eigener Allgemeiner Geschäftsbedingungen sinnvoll, in denen die Nutzungsrechte standardmäßig geregelt werden. Freie sollten in diesen Bedingungen die eingeräumten Nutzungsrechte möglichst weit einschränken, um die Beiträge noch anderweitig nutzen zu können.

Etwa mittels solcher Klauseln:

  • „Sie erhalten ein Zweitdruckrecht/ Zweitveröffentlichungsrecht am anliegenden Beitrag.“
  • „Sie erhalten den Beitrag zur Erstnutzung im Verbreitungsgebiet Ihrer Zeitung am … / x-te Kalenderwoche.“
  • „Der Beitrag wird exklusiv für den Erscheinungsmonat angeboten.“

Tarifverträge

Die Frage der Nutzungsrecht kann auch tarifvertraglich vereinbart sein. Der DJV hat zusammen mit ver.di und anderen Gewerkschaften verschiedene Tarifverträge für Freie an Rundfunkanstalten geschlossen, in denen weitgehend geregelt ist, welche Nutzungsrechte eingeräumt werden und was dafür gezahlt werden muss. Auch an Tageszeitungen gibt es im Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Personen Regelungen für die Freien. Auch wenn viele Zeitungen ihn zu umgehen versuchen, entfaltet er doch rechtliche Wirkung und kann in Streitfällen juristisch eine Rolle spielen.

Zeitungen: Vergütungsregeln

Nach den gemeinsamen Vergütungsregeln aus dem Jahr 2012 (die das Urheberrecht konkretisieren) wird einem Zeitungsverlag in der Regel ein Erstdruckrecht im Verbreitungsgebiet eingeräumt. Wer einen Beitrag an das Göttinger Tageblatt liefert, kann den Beitrag daher am gleichen Tag auch an die Bergedorfer Zeitung und den Bonner General-Anzeiger liefern. Wer dagegen der FAZ einen Beitrag liefert, muss das Erscheinen der FAZ abwarten, bevor er den Beitrag weiterverwertet.

Wer Informationen zeitgleich in sich überschneidenden Verbreitungsgebieten anbieten will, sollte daher gleich beim Angebot darauf aufmerksam machen, dass nur ein Zweitdruckrecht angeboten wird.

Die Vergütungsregeln sehen auch Vergütungsansprüche bei Weiterverwertung der Beiträge vor. Wer unter dem Niveau der Vergütungsregeln vergütet wurde, kann auf Nachzahlung klagen. Eine Reihe von Freien hat durch Klagen einigermaßen hohe Nachzahlungen erhalten können.

Nicht wenige Zeitungsverlage zeigen sich trotz erfolgreicher Klagen von den Vergütungsregeln weitgehend unbeeindruckt und verweisen weiterhin auf ihre eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), nach denen sie ohne besondere Vergütung umfangreiche und exklusive Nutzungsrechte an den Beiträgen erhalten. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist mittlerweile sogar der Meinung, die von ihm selbst verhandelten Vergütungsregeln seien nicht mehr anwendbar, weil er sie „gekündigt“ habe. Eine Kündigung einer bereits getroffenen Mindestpreisabsprache ist nach DJV-Ansicht aber gar nicht möglich. Rechtlich gesehen müssen Zeitungsverlage daher weiter damit rechnen, dass Freie gegen sie klagen und auf die Anwendung der Vergütungsregeln pochen.

Zeitschriften: Alles anders

Bei Zeitschriften ist die Situation anders. Mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger konnten bislang keine Vergütungsregeln verhandelt werden. Auch die Rechtslage ist für die Freien grundsätzlich ungünstiger. Hier gilt schon nach dem Gesetz, dass ein Nutzungsrecht bei Zeitschriften im Zweifel für ein Jahr lang exklusiv eingeräumt wird, sofern vorher nichts anderes vereinbart wurde.

Freie, die ihre Beiträge weiterverwerten wollen, müssen daher bei Vertragsabschluss, spätestens bei Lieferung vereinbaren, dass sie nur ein nichtexklusives Nutzungsrecht einräumen. Als Kompromiss ist zum Beispiel denkbar, die Lieferung an die wichtigsten Wettbewerber auszuschließen und ein Erstnutzungsrecht mit Exklusivität für den Erscheinungsmonat zu vereinbaren.

Wenn Zeitschriften AGB verwenden, besteht die gleiche Problematik wie bei Zeitungen.

Online und Privatfunk: Verhandlungssache

Im Onlinebereich, auch in Online-Auftritten von Zeitschriften, sowie im Privatfunk stellt sich das Problem einer einjährigen Exklusivität nicht. Vielmehr ist auch hier alles Verhandlungssache. Freie sollten daher die eingeräumten Nutzungsrechte bei Angeboten genau definieren. „Gierige“ AGB von Online-Medienhäusern können zudem unwirksam sein, wenn sie keine klaren Beteiligungsregeln für Freie enthalten.

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Eigene Geschäftsbedingungen verwenden

Hinweispflicht

Freie sollten eigene Geschäftsbedingungen definieren, in denen sie festlegen, welche Regelungen der Vertragspartner zu beachten hat. Auf Preise und Geschäftsbedingungen hinzuweisen, ist inzwischen sogar Pflicht: Seit Mai 2010 müssen solche Angaben vor oder spätestens bei Vertragsschluss mitgeteilt werden. Der DJV empfiehlt, in der Signatur jeder E-Mail auf die eigenen Geschäftsbedingungen hinzuweisen. Es genügt die Angabe eines Links, der etwa auf die eigene Website führt. Wer Bilder in Datenbanken verkauft, muss vor dem Start des Downloadprozesses auf die eigenen Geschäftsbedingungen hinweisen und sollte die Hinweise auch in den Bilddaten unterbringen (IPTC-Felder).

AGB

Wenn Du über Geschäftsbedingungen sprichst oder schreibst, kannst Du sie als „AGB“ abkürzen. AGB steht für Allgemeine Geschäftsbedingungen. Das ist ganz normal, jedes Kaufhaus, jede Tankstelle, jede Handwerksfirma hat AGB. Daher sollten auch Freie AGB haben. Das hilft auch, wenn der Auftraggeber selbst Vertragsregelungen zuschickt (siehe unten).

Exklusivrechte

Regeln sollte man vor allem die Nutzungsrechte. Freie, die von der Mehrfachverwertung leben, sollten stets nur ein einfaches Nutzungsrecht einräumen. Soweit die Kundschaft eine gewisse Exklusivität wünscht, kann den Auftraggebenden das Recht zur Erstveröffentlichung eingeräumt werden, gleichzeitig sollte aber zugleich eine Veröffentlichung in anderen Medien möglich bleiben. Die Formulierung könnte etwa lauten: „Es wird stets ein einfaches, nichtexklusives Nutzungsrecht am Beitrag eingeräumt. Exklusivrechte sind stets zeitlich begrenzt und gelten nur mit gesonderter Vereinbarung.“

Haftungsfrage

Wichtig ist auch eine Regelung, die definiert, in welchem Umfang für Inhalte gehaftet wird. Zwar kann die Haftung für vorsätzliche oder grob fahrlässige Fehler nicht ausgeschlossen werden, allerdings ist es möglich, eine darüber hinausgehende Haftung einzuschränken. Wer also ausschließen will, dass für kleinere, womöglich nicht selbst verschuldete Schäden gehaftet wird, sollte das entsprechend formulieren. In den DJV-Musterverträgen sind entsprechende Klauseln zu finden.

Zahlungsfrist

Die Zahlungsfrist könnte man etwa so festlegen, dass die auftraggebende Stelle schon mit der Abnahme des abgelieferten Beitrags zu zahlen hat – auch wenn es in der Branche üblich ist, dass erst nach Veröffentlichung gezahlt wird. Entsprechend könnte auch geregelt werden, dass die Abnahme als erteilt gilt, wenn sich die Redaktion innerhalb von zwei Wochen nach Ablieferung des Beitrags nicht dazu äußert. Bei international tätigen Freien kann es zudem sinnvoll sein, etwa auch den Gerichtsstand zu regeln sowie zu klären, wer für eventuelle Abzugssteuern zu haften hat.

Vertragsbedingungen der auftraggebenden Stelle?

Was bringen eigene Geschäftsbedingungen, wenn die andere Seite selbst Vertragsregelungen zuschickt? Viel. Denn die Regelungen, die sich widersprechen, gelten nicht. An ihre Stelle treten dann die gesetzlichen Regelungen, die für Freie oft günstiger sind als die Verlagsbedingungen.

Muster-AGB

Der DJV hat auf seinen Internetseiten Muster für AGB bereitgestellt. Allerdings muss stets geprüft werden, ob diese zum eigenen Geschäftsfeld passen: www.djv.de/honorare > Freie > Vertrag freie Mitarbeit Wort bzw. Bild

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